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15.01.1999 - 

Steve Jobs bewährt sich als Interims-CEO

Steve Jobs bewährt sich als Interims-CEO Apple läuft zur Hochform auf

MÜNCHEN (CW) - Die Durststrecke des PC-Pioniers Apple scheint dank des großen Erfolges des Consumer-PCs "I-Mac" vorerst beendet. Auf der 15. IDG-Messe "Macworld" gab Apple einen Einblick in die Pläne der Firma, verlorene Marktanteile wieder zurückzugewinnen und die Position zu festigen.

Der gefeierte Held der Apple-Gemeinde ist Firmenmitbegründer Steve Jobs. Rund 20 Jahre nach dem Aufbau des Unternehmens kehrte der 1985 ausgeschiedene Jobs im September 1997 als "Interims-CEO" zu Apple zurück. In nur anderthalb Jahren hat er das angeschlagene Unternehmen wieder in die Gewinnzone geführt. Mit dem abgelaufenen ersten Geschäftsquartal 1999 verbucht Apple zum fünften Mal in Folge Gewinn.

Hauptgrund ist der große Erfolg des Einsteiger-PCs I-Mac, der laut Firmenangaben weltweit 800000 Mal verkauft wurde. Die Popularität des Rechners stimulierte den Peripherie- und Softwaremarkt. Insgesamt sollen Unternehmens-Angaben zufolge über 1300 neue Softwaretitel in nur acht Monaten auf den Markt gekommen sein.

Zur Macworld kündigte der Hersteller fünf neue, bunte Modelle des I-Mac an. Ein weiterer Höhepunkt war die Vorstellung der neuen G3- Rechner (siehe Beitrag auf Seite 32).

Mit dem "Mac OS X"-Server (Codename "Rhapsody") betritt Apple neues Terrain. Das auf BSD-Unix und Nextstep basierende Betriebssystem soll sich im Bereich der Internet-Server etablieren. Ab April wird es in einer lokalisierten Version auch in Deutschland ausgeliefert. Die Kooperation mit Microsoft läuft laut Jobs momentan sehr gut. Der Windows-Hersteller bietet für den Mac neue Versionen des Internet Explorers und Outlook Express an, deren Funktionen stellenweise noch nicht einmal für Windows zur Verfügung stehen. Neben dem Profi-Markt will Apple das Engagement im Einsteigermarkt forcieren. Laut Jobs soll der Macintosh "die beste Spieleplattform der Welt" werden. So ist es auch nicht verwunderlich, daß die Playstation-Emulationssoftware von Connectix zu einem der Messehöhepunkte zählte.

Neben den offiziellen Ankündigungen ließ der Hersteller einige weitere Neuerungen durchblicken. So soll es im Herbst dieses Jahres ein neues Notebook für den Consumer-Markt geben. Gegen Ende 1999 soll dann schließlich der Mac-OS-X-Client als Ablösung für Mac-OS-8.x erscheinen.

In Europa geht das Apple-Geschäft schleppender als in den USA voran. Während die Schweiz und Frankreich lukrative Märkte sind hat Apple in Deutschland und Holland zu kämpfen. Laut Diego Piacentini, Sales Manager für Europa, wird man sich hier verstärkt mit den neuen G3-Modellen und den Servern an Keativabteilungen in Unternehmen wenden. Damit hofft er, an Wintel-Systeme verlorene Kunden zurückzuholen.

Analysten bleiben skeptisch: Tim Bajarin von Creative Strategies glaubt, daß Apple zwar die kommenden 18 Monate weiterhin profitabel bleiben wird. Doch werde das Unternehmen weltweit nicht mehr als zehn Prozent des PC-Markts erobern können. Auch sei unklar, ob die gesundgeschrumpfte Company in der Lage sein werde, den Konsumenten und den professionellen Markt mit gleicher Qualität zu bedienen.