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08.08.2006

Steve Jobs steckt Mac-Nutzer in die Zeitmaschine

Auf der Apple-Entwicklerkonferenz stellte Steve Jobs das kommende Betriebssystem Mac OS X 10.5 "Leopard" vor.

Steve Jobs und sein Softwarechef Bertrand Serlet schütteten zunächst jede Menge Häme gegenüber Microsoft und dessen etliche Male verschobenem Konkurrenzprodukt "Windows Vista" aus. "Der Konzern aus dem Norden (gemeint ist Microsoft, Anm. d. Red) steckt im Jahr fünf Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung und kopiert doch trotzdem nur Google und Apple", lästerte Jobs.

Zehn kleine Featurelein

Bei der Vorstellung von Leopard beschränkte sich Jobs auf zehn kommende Kern-Features. Natürlich werde das neue System noch jede Menge andere erhalten, versprach der Apple-Chef; diese blieben aber vorerst noch "Top Secret", damit sie die Copycat aus Redmond nicht gleich wieder abkupfere. Drei der Neuerungen erzeugten besonders große Begeisterung im Keynote-Auditorium.

Wohl als das absolute Highlight der Präsentation kann die neue Anwendung "Time Machine" gelten. Es handelt sich dabei um ein bereits im System enthaltenes Werkzeug zur automatischen und kontinuierlichen Sicherung aller Daten (Continuous Data Protection) etwa auf eine externe Platte. Im Falle eines Falles lassen sie sich komplett oder auch individuell wiederherstellen. Auch vor Monaten oder Jahren geänderte Dateien oder Informationen lassen sich auffinden und in die Gegenwart zurückholen.

Zum Speicherplatzbedarf der Lösung konnten Apples Produkt-Manager in einem Q&A nach der Keynote noch nichts Genaueres sagen. Klar ist aber, dass Time Machine prinzipiell zunächst eine Eins-zu-eins-Kopie des Systems anlegt und anschließend alle Änderungen inkrementell wegschreibt. Das Ganze hat Apple in eine spacige Oberfläche verpackt, die mit "Core Animation" eine weitere wichtige Neuerung in Leopard nutzt. Es handelt sich dabei um ein weiteres systemweites Framework, mit dem sich visuelle Effekte und Animationen in Anwendungen mit geringem Programmieraufwand erzeugen lassen - was natürlich Developern besonders gut gefällt.

Das "Dashboard" von Mac OS X wird in 10.5 in doppelter Weise aufgewertet. Zum einen erhalten Developer mit "Dashcode" ein eigenes Werkzeug zur möglichst einfachen Programmierung von Widget-Progrämmchen. Endnutzer können mittels "Web Clip" außerdem künftig beliebige Bereiche - von interessanten eBay-Auktionen bis hin zu Webcam-Videostreams - von Webseiten markieren und selbst als Widget abspeichern.

Umstellung auf Intel

Daneben kündigte Jobs noch volle 64-Bit Unterstützung für Anwendungsprogramme, die Auslieferung von Leopard als "Komplettpaket" mit allen bisher zum Teil nur mit bestimmter Hardware verteilten Programmen wie "Photo Booth", "Spaces" zur Verwaltung virtueller Desktops sowie Weiterentwicklungen von "Mail", der Suche "Spotlight", der Eingabeunterstützung für behinderte Computernutzer sowie von "iChat AV" an.

Was die Hardwareseite angeht, hat Apple mit der Vorstellung des neuen Profi-Desktops Mac Pro und dem überfälligen Update für den Xserve die Umstellung auf die Intel-Prozessoren abgeschlossen - und das in gerade einmal 210 Tagen.

Der Mac Pro hat sein Gehäuse im Wesentlichen vom Power Mac G5 übernommen. Dank des energieeffizienteren "Xeon 5100" kann in dessen Innerem aber nun die aufwändige Kühlung entfallen und schafft Platz für andere Dinge wie vier Einschübe für Festplatten und zwei für optische Laufwerke. Der Front Side Bus taktet mit 1,33 Gigahertz, der Hauptspeicher mit 667 Megahertz. Für Erweiterungen gibt es vier PCI-Express-Steckplätze, von denen einer für den Einbau von Highend-Grafikkarten doppelt breit ist. In CPU-Tests erweist sich die Maschine als etwa doppelt so leistungsfähig wie ihr Vorgänger.

Der Preis ist heiß

Apple bietet nur noch eine Standardkonfiguration des Mac Pro an. Diese kostet rund 2450 Euro und umfasst zwei 2,66 GHz schnelle Dual-Core-Xeons, 1 GB Arbeitsspeicher (667 MHz DDR2 ECC, maximal 16 GB), einen Grafikbeschleuniger "GeForce 7300 GT" von Nvidia mit 256 MB GDDR2-SDRAM-Bildspeicher, eine SATA-Festplatte mit 250 GB (3 Gbps, 7200 U/min) sowie ein Superdrive-Laufwerk (DVD+R DL/DVD *RW/CD-RW) mit 16-facher Standardgeschwindigkeit und Double-Layer-Unterstützung.

Jobs verglich den Preis des Mac Pro mit einer Feature-gleichen "Precision-690"-Workstation von Dell. Diese kostet in den USA 3448 Dollar und damit fast einen Tausender mehr als der neue Mac (2499 Dollar). (tc)