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31.01.1992 - 

Entwickleroberfläche für Unix-Applikationen

Steven Jobs sucht in Nextstep den Schlüssel zum Next-Erfolg

SAN FRANZISKO (sc) - Die Steven-Jobs-Company Next

stand bisher für innovative Hardware im schwarzen Designer-Gehäuse, Dieses Image zu pflegen, scheint jedoch nicht mehr das vorrangige Ziel des Firmengründers Steven-Jobs zu sein.

Der Next-President geht den Markt nunmehr über die Software an - mit dem objektorientierten Betriebssystem Nextstep. Bereits bei der Eröffnung der Nextworld '92 in San Franzisko durch Jobs zeigte sich die neue Ausrichtung des Boxenherstellers aus Redmont.

Der Apple-Mitbegründer stellte nicht die Rechner, sondern die Software in den Mittelpunkt seiner Präsentation. Man habe herausgefunden, daß die objektorientierte Betriebssystem-Umgebung Nextstep der Differenzierungsfaktor gegen. Über dem Wettbewerb sei, erklärte er der COMPUTERWOCHE (siehe Kurz-Interview). Daß sich Next damit auf dem Weg zu einer reinen Software-Company befände bestreitet der Kalifornier jedoch. Vielmehr könne es sich kein Hardwarehersteller in Zukunft leisten, nur Kisten anzubieten.

Vor rund 3000 Zuschauern auf der von IDG gesponserten Nextworld setzte sich Steven Jobs, wie um seinem Mythos als großer Motivator gerecht zu werden, selbst an die Maschinen, um Nextstep 3.0 sowie die Alphaversion von Nextstep 486 für 486er Intel-Prozessoren vorzuführen. Die PC-Variante von Nextstep soll im dritten Quartal 1992 erhältlich sein und dann lizenziert werden. Ziel sei, die Software-Entwicklung anzukurbeln. Für die Motorola-basierten Next-Systeme existieren dem Unternehmen zufolge mittlerweile etwa 500 Pakete.

Nur kurz ging Jobs auf die neue Workstation-Generation ein, die mit 25 MIPS und zu einem niedrigerem Preis als die bisherigen 15-MIPS-Varianten auf den Markt kommt. Wichtig schien dem Next-Boß dagegen, die Kommunikationsfähigkeit des Systems mit anderen Rechnern zu demonstrieren. Die Next-Computer kommunizierten mit SPARC-Workstations, PCs und Teradata-Systemen. Herausgestellt wurden zudem die E-Mail- und DTP-Fähigkeiten, sowie die Funktionen, die Nextstep als Entwickleroberfläche für Unix-Applikationen und Datenbanken vorhält. Dazu gehörte auch die Bekanntgabe eines Next-Datenbank-Kit-Adapters für DBC/1012-Modelle der von NCR übernommenen Teradata Corp.

Die Produktvorstellung ließ erkennen, daß der bald 37jährige verstärkt den kommerziellen Markt anpeilt. 1991 sei rund 80 Prozent des Gesamtumsatzes von 127 Millionen Dollar mit kommerziellen Kunden und Behörden erzielt worden. Neben den Einsatzmöglichkeiten als Entwicklungsumgebung für Unix-Anwendungen und als DTP-System rechnet man bei Next damit, Next-Produkte für Financial Services, etwa im Brokergeschäft (mit Reuters Software), und als Bürokommunikationslösung absetzen zu können.