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01.04.1983

Stil der Werbung keine Werbung für Computerhersteller

Mit Hochglanzbroschüren und bombastischen Werbekampagnen versuchen die Hardwarearbeiter nach wie vor Interessenten zum Kaufabschluß zu bewegen. Damit soll den Managern die schöne, heile DV-Welt vorgegaukelt werden. Witzeln aufgeklärte DV-Profis: "Wo sind denn im Alltag jene junge, attraktive Damen, ohne die offensichtlich kein DV-Equipment mehr verkauft werden kann?" Dabei wäre dem Anwender eine Fachbezogene und ehrliche Produktionsinformation weitaus lieber als langbeiniges Computer-Beiwerk. Konsequenz: Der DV-Entscheider kann die heutigen Werbemitteln der Hersteller nur im begrenztem Maße ernst nehmen.

Heinz Roos

DV-Leiter, Hospitalia International, Frankfurt

Werbung wird in vielfältiger Form an den Anwender herangetragen. Zunächst möchte ich auf die Werbung in Tageszeitungen eingehen.

Ist sie wirklich auf die Informationsbelange der gesamten Leserschaft der betreffenden Tageszeitung zugeschnitten, kommen die produktbezogenen Informationen meistens zu kurz.

Ich sehe in solchen Anzeigen eigentlich nur den Zweck das betreffende Unternehmen (wieder) einmal bekanntzumachen.

Handelt es sich dagegen um Anzeigen, die in derselben Form auch in mehreren Fachzeitschriften erscheinen und eigentlich dafür konzipiert sind, hat meines Erachtens nur die Annoncenabteilung der betreffenden Tageszeitung den Nutzen davon.

Die Werbung in Wirtschaftszeitungen und -magazinen hat für mich denselben Informationswert wie die in Tageszeitungen. Die wichtigste Werbung ist für mich in den Fachzeitschriften zu finden. Was dort geboten wird, beurteile ich jedoch sehr unterschiedlich. Es kommt darauf an, wo meine speziellen Interessen liegen und/oder womit ich mich derzeit konkret beschäftige.

Unabhängig davon habe ich den Eindruck, daß in Fachzeitschriften zwei Klassen von Anzeigen existieren:

-professionell, das heißt von Werbefachleuten aufgemachte Anzeigen, die die Hardwareprodukte im allgemeinen darstellungsmäßig ganz gut zur Wirkung bringen (oftmals von attraktiv wirkenden Personen beiderlei Geschlechts umrahmt, die nach meinem Eindruck in der täglichen EDV-Praxis kaum so anzutreffen sind). Die textliche Aussage rückt häufig gegenüber dem Bildteil stark in den Hintergrund und bietet somit nur noch wenig Fakten, welche dem Leser solcher Anzeigen direkt weiterhelfen könnten.

-Anzeigen bei denen Produktentwickler oder andere Fachleute (diesmal nicht die von der Werbeabteilung) mitwirkten.

Vom Bildteil sind diese Anzeigen in der Mehrzahl eindeutig der zuvor genannten Klasse unterlegen, bieten aber umgekehrt dafür auch meistens wesentlich bessere Informationen. Ich gebe zu, daß es mir immer schwerfällt, diese oftmals etwas "handgestrickt" wirkenden Anzeigen genau anzuschauen, aber per Saldo steckt einfach mehr in ihnen drin.

Zum Schluß möchte ich noch zu Vorträgen, Seminaren und Vorführungen Stellung nehmen. Diese Veranstaltungen rechne ich auch noch dem Begriff "Werbung" zu. Ich meine, daß damit eigentlich ein recht hohes Maß an Information geboten wird, besonders wenn die Thematik sorgfältig abgestimmt und ausgewählt wurde. Den Nachteil, für diese Art von Werbung mehr Zeit aufbringen zu müssen, nehme ich gerne in Kauf.

Abschließend noch eine Bemerkung zur Software. Es scheint, daß Softwarewerbung für Hardwarehersteller (dies gilt eingeschränkt auch für Softwarehäuser) immer noch das größere Problem darstellt als die Herstellung des Softwareproduktes selbst. Es geschieht leider noch zu häufig, daß es zwischen einem "nichtssagenden" Prospekt oder Produktblatt und den dicken Manuals eigentlich nichts gibt, was dem Interessenten als schnelle, aber auch umfassende Information dienen könnte.

Willi Dahlmann

DV-Leiter, H. Biederlack GmbH + Co, KG, Greven

Jeder Verantwortliche der sich die Frage nach der richtigen Hardware, Betriebssoftware und Anwendersoftware stellt, wird sich wohl kaum auf die Werbung in Tage- und Wochenblättern verlassen können.

Schon zu oft hat man erlebt, daß ein neues Hardwaresystem auf dem Markt angepriesen wurde, bei dem man schnelleres Laufzeitverhalten etc. in den Vordergrund stellte, aber nach einigen Wochen oder Monaten war dann oft zu lesen, daß die Maschine aufgrund fehlender Betriebssoftware oder Hardwaremacken nicht ausgeliefert werden konnte oder sogar vom Hersteller wieder zurückgezogen wurde.

Als Verantwortlicher für den EDV-Organisationsbereich geht es mir an erster Stelle um die Anwendersoftware. Hier sagt die Werbung der Hardwarehersteller zu wenig oder gar nichts aus. Die Unternehmensleitung ist bestrebt die Wirkung der Datenverarbeitung auf alle relevanten Bereiche des Unternehmens auszudehnen und so die Produktivität möglichst vieler Mitarbeiter zu steigern. Ein Computersystem, das die unterschiedlichsten Anforderungen und Zielvorstellungen erfüllt ist nach meiner Meinung der Datenbankcomputer. Denn nur er bietet Datenunabhängigkeit der Anwendungen, Integrität der Daten, Benutzung eigener "logischer Dateien", verminderte Redundanz.

Alle Benutzer können mit allen Daten gleichzeitig arbeiten. Will man nun komplexere Anwendungen, sieht man sich Problemen der Programmierkapazität gegenübergestellt. Wie findet man nun die geeignete Anwendungssoftware für ein komplettes Datenbanksystem, zumal die Interessen und Wünsche mehrerer Abteilungsleiter des Betriebes berücksichtigt werden müssen?.

Für den DV-Leiter ist die Situation recht zwiespältig, denn er kennt aufgrund der Werbung und Marktbeobachtung die für ihn in Frage kommenden Hardwaresysteme, kann aber nur einen Teil der angebotenen Anwendungssoftware einsetzen. Wie aber bekommt er einen Überblick?

Hier bietet eine Software-Marktübersicht, so wie in der COMPUTERWOCHE veröffentlicht, ein wirkungsvolles Instrument, den Informationsmangel aufzuholen. Nur, da diese Tabelle herstellerbezogen aufgebaut ist, verliert sie an Gewicht.

Besser wäre es, die Übersicht nach Branche, Betriebssystem (unterschiedliche Datenbanksysteme etc.) und Anwendersoftware zu gliedern. Zudem müßten die Softwarehersteller bereit sein, ihr Produkt besser zu beschreiben. Vor allem, welche Besonderheiten dieses Paket bietet.

Eine solche Übersichtswerbung würde es ermöglichen, Programmpakete der Hersteller und Softwarehäuser miteinander zu vergleichen, um nach genauerer Prüfung Anwendersoftware verschiedener Anbieter einzusetzen, um danach die Hardware zu wählen, auch wenn ein gewisser Anteil an Imponderabilien bleibt. Bei ständig sinkenden Hardwarepreisen und steigenden Softwarekosten gilt es, über die Anwendersoftware zur Hardware und nicht über den Hardwarehersteller zur Anwendersoftware zu kommen. Die Hardwarehersteller sollten diese Trendwende bei ihren Werbeaktionen stärker berücksichtigen.

Gregor Andermann

Stephan-Werke, Hameln

Unbestritten ist, daß die Werbematerialien von bemerkenswerter Qualität sind: flexibel oder steif, mit viel Glanz oder matt. Den Herstellern scheint von den Problemen bei der Altpapiervernichtung noch nichts zu Ohren gekommen zu sein. Dabei gibt es mittlerweile gute Beispiele von ökonomisch-ökologisch-informativer Art: Die Kauffrau um die Ecke druckt schwarz auf graubraunes Recyclingpapier Ware und Preis.

Aber der Hersteller will dem Betrachter seiner Anzeigen ja auch Harmonie in Bild und Text zeigen. Die Welt der Datenverarbeitung ist schön und jung. Daß unsere reale DV-Welt damit nicht übereinstimmt, stört nicht. Insgesamt macht die Werbung nachdenklich. Ich frage mich, wer das alles bezahlt, ob der Leser überzeugt oder überredet werden soll und wer eigentlich angesprochen wird. Auch wäre es interessant, zu erfahren, was der Hersteller vom Konsumenten seiner Werbung hält.

Dabei sollte Werbung eigentlich helfen, Entscheidungen zu treffen. Der Anwender benötigt hierfür ausreichende Produktinformationen, über die der Hersteller zwar verfügt, aber an die nicht so leicht ranzukommen ist. Außerdem waren potentielle Käufer dankbar, wenn man ihnen bei den einzelnen Systemen Vergleichsmöglichkeiten anbieten würde. Doch die liefert der Hersteller höchstens im Gespräch durch unbedachte Äußerungen. Was der Datenverarbeitung fehlt ist eine Art Stiftung Warentest.

Ein guter Behelf hierfür ist die freie Presse unabhängige Journalisten, die kritisch fragen und erklären. Meinung und Gegenmeinung können Transparenz schaffen und Entscheidungen erleichtern. Ich frage mich , ob es Utopie bleiben wird, daß eine gute Entscheidung aufgrund guter Werbung getroffen wurde.

Fazit: Mich informiert die Werbung der Hardwarehersteller nicht gut. Ob die das allerdings merken und ändern?

Hans Rehberg

DV-Leiter, Karl Mayer

Textilmaschinenfabrik GmbH, Obertshausen b. Offenbach

Die Zielgruppe der Computerwerbung ist zweifellos der relativ kleine Kreis von DV-Fachleuten, die letztlich über die Investitionen zu entscheiden haben, und nach den Bedürfnissen dieser Zielgruppe soll sich Inhalt und Aufmachung der Werbung richten. Die Gestaltung einer Anzeige für den Computerbereich muß sich wohltuend von der Waschmittelwerbung und von Konsumgüter unterscheiden.

Ich erwarte eine klare, verständliche Ausdrucksweise, eine übersichtliche Gliederung , eine typografisch-sachliche Textaufmachung sowie einprägsame Abbildungen beziehungsweise Grafiken. Kurz gesagt: Die Qualität der Anzeigen muß den angebotenen Produkten entsprechen. Daß Werbung für Investitionsgüter dieser Größenordnung seriös und ehrlich sein muß, versteht sich von selbst.

Da niemand bereits nach dem Lesen einer Anzeige seine Kaufentscheidungen treffen wird, wäre es sicherlich von Vorteil, wenn eine Anzeige mit einem Coupon versehen wird, der bei Bedarf ausgefüllt wird, um nähere Informationen anfordern zu können.

Im großen und ganzen erfüllt die Werbung der Computerindustrie die gestellten Erwartungen, das heißt der Leser erhält die benötigten Informationen der Gerätehersteller. Mich stört jedoch in einigen Anzeigen das (zu) viele Kleingedruckte, da bei der Vielzahl der Annoncen nur wenig Zeit für die Lektüre der einzelnen Anzeige verbleibt.