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26.07.2007

Stößt Cisco an die Wachstumsgrenze?

Auch das Geschäftsjahr 2007 wird Cisco wie üblich mit einem dicken Plus abschließen. Doch am Horizont sehen Analysten schwarze Wolken aufziehen.

Wenig Überraschendes dürften Ciscos Geschäftszahlen für das Jahr 2007 bieten. Wenn der Netzwerkhersteller Ende Juli seine Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentiert, dann rechnen Analysten mit einem Umsatzplus von 22 Prozent auf 35 Milliarden Dollar. Der Gewinn dürfte wohl um 21 Prozent ansteigen.

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Angesichts dieser Zahlen fragen sich Analysten und Anleger, wie die Company in den kommenden Jahren ihren Wachstumskurs halten will. Pessimisten glauben, dass sich die erfolgsverwöhnte Company auf gesättigte Märkte einstellen und damit leben muss, dass Router und Switches Commodity werden. Und in neuen Wachstumsmärkten treffe die Company auf mächtige Gegenspieler wie Microsoft oder IBM.

Marktsättigung

Dass die klassischen Märkte allmählich gesättigt sind, merkt Cisco vor allem auf dem Heimatmarkt. Dort investieren US-Unternehmen nur noch im mittleren einstelligen Prozentbereich in Netzequipment. Entsprechend lag Ciscos Wachstumrate in den USA im dritten Quartal 2007 im mittleren einstelligen Bereich, während er im Vorjahreszeitraum noch über 20 Prozent betragen hat. Diese Entwicklung will Robert Lloyd, Senior Vice President bei Cisco, mit einer positiven Geschäftsentwicklung in Schwellenländern kompensieren. Lloyd zufolge dürften diese Länder bis zum Ende des Jahrzehnts einen Zehn-Milliarden-Dollar-Markt darstellen. Und Cisco strebt dort Wachstumsraten von 30 bis 40 Prozent an.

Gesättigte Märkte sind jedoch nur eine der Herausforderungen, die Analysten für Cisco sehen. "Netzequipment wird immer mehr zur Massenware, und der Wettbewerbsdruck durch Billiganbieter steigt", erklärt Dave Passmore, Research Director bei der Burton Group. Eine Entwicklung, die insbesondere für die unteren Marktsegmente zutreffe. Hier seien immer mehr Consumer-Produkte zu finden, die auch den Ansprüchen von Unternehmenskunden genügen. "Zudem fragen sich immer mehr Leute, warum auf dem Cisco-Preisschild zwei Nullen mehr sind", so Passmore weiter. Eine Einschätzung, die sich mit den Erfahrungen von Frank Dzubeck, President der Beratungsgesellschaft Communications Network Architects, deckt: "Immer mehr Unternehmen entscheiden sich für Consumer-Produkte, wenn sie erkennen, dass ein Linksys-Router den gleichen Job erledigt wie ein Cisco-Gerät." Dies gelte insbesondere dann, wenn der Anwender keine Features wie Video-Unterstützung oder WAN-Beschleunigung benötige. Dzubeck sieht für Cisco noch ein anderes Problem: Die Company habe in der Vergangenheit ihre Catalyst-Switches so erfolgreich vermarktet, dass die Anwender noch immer Überkapazitäten hätten und selbst für eine Rechenzentrumskonsolidierung keine neuen Switches kaufen müssten.

Neue Features mit Software

Dem hält Cisco-Senior-Vice-President Lloyd entgegen, dass ein Neukauf keine Frage der Kapazität an freien Ports sei, sondern vielmehr mit den neuen Anforderungen an die Netze hinsichtlich Collaboration, Unified Communication oder Video zusammenhänge. Ein Argument, dem Burton-Analyst Passmore zwar grundsätzlich zustimmt, doch für ihn sind diese neuen Funktionen weniger eine Frage der Hardware als vielmehr der Software. Grundsätzlich sieht er die Company dabei mit Zukäufen wie der 3,2 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Conferencing- und Collaboration-Providers Webex oder der Akquisition von Five Across auf dem richtigen Weg. Aber Burton-Analyst Passmore befürchtet, dass sich der Netzwerkhersteller mit bisherigen Partnern wie IBM oder Microsoft ins Gehege kommt.

Cisco versus Microsoft

So steuere Cisco mit seiner Service Oriented Networking Architecture (SONA) einen direkten Konfrontationskurs zu IBMs SOA-Initiative. Und im Bereich Collaboration sowie Unified Communications (UC) werde Cisco für IBMs Lotus-Gruppe zu einem Konkurrenten und treffe hier noch auf einen anderen großen Player: Microsoft adressiert dieses Thema in Kooperation mit Cisco-Konkurrent Nortel.

Hier hat Cisco nach Meinung von Zeus Kerravala, Analyst bei der Yankee Group, die schlechteren Aussichten: "Cisco hat keine Ahnung vom Aufbau eines Ökosystems für Software. Das ist eine Microsoft-Domäne." Für Kerravala sind Unified Communication und Presence Management die Plattformen der nächsten zehn bis 20 Jahre, auf denen andere Applikationen aufsetzen. Und die Schlacht zwischen Microsoft und Cisco um diese Netzapplikationen der Zukunft habe erst begonnen. (hi)