Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

05.04.2002 - 

Unterschiedliche Auffassungen über die Strategie

Stolorz beendet kurzes Gastspiel bei Gold-Zack

MÜNCHEN (CW) - Nach nur neun Monaten ist das Gastspiel des Ex-CSC-Ploenzke-Chefs Christian Stolorz als Vorstandsvorsitzender des Finanzdienstleisters Gold-Zack AG überraschend zu Ende gegangen.

Die Pflichtmitteilung, die die Gold-Zack AG vergangene Woche herausgegeben hatte, war - wie in solchen Fällen üblich - kurz und bündig. Aufgrund "unterschiedlicher strategischer Ansätze für die Unternehmenszukunft" habe man sich einvernehmlich von Stolorz getrennt. Nachfolger als Vorstandsvorsitzender wird, bis ein neuer CEO bestellt werden kann, dessen Vorgänger und derzeitiger Aufsichtsratschef Dietrich Walther. Stolorz selbst werde dem Unternehmen weiter freundschaftlich verbunden bleiben, was sich auch in einem "zukünftigen Beratungsmandat" ausdrücke.

Über die Gründe für diesen abrupten Wechsel in der Vorstandsetage des am Neuen Markt notierten Unternehmens gibt es eine Reihe von Spekulationen. Stolorz war erst im Juni vergangenen Jahres zum Vorstandschef von Gold-Zack berufen worden, nachdem er wenige Monate zuvor den Vorsitz der Geschäftsführung beim IT-Dienstleister CSC Ploenzke abgegeben hatte. Noch im Januar äußerte er sich im Interview mit der CW pointiert zur Zukunft der Gold-Zack AG, die er von einem mittelständischen Emissionshaus zu einem umfassenden Service-Provider für das seiner Ansicht nach zukunftsträchtige Geschäft mit dem An- und Verkauf von Firmenbeteiligungen umwandeln wollte.

Aufgrund dieses ehrgeizigen Anspruchs dürfte es nun zum Bruch gekommen sein. Erst recht, nachdem Stolorz in den ersten Monaten das Ruder offenbar nicht entscheidend herumreißen konnte. Denn für das Geschäftsjahr 2001 muss Gold-Zack nach vorläufigen Zahlen einen Verlust von rund 215 Millionen Euro verbuchen, die hauptsächlich aus Wertberichtigungen und dem Zusammenbruch des IPO-Geschäfts resultieren. Im Jahr 2000 hatte Gold-Zack noch einen Rekordgewinn von 98,7 Millionen Euro ausgewiesen.

Stolorz habe sich zu sehr auf die Beratung von Portfoliofirmen konzentriert statt andere, erfolgversprechendere Aktivitäten zu forcieren, wird von Insidern kolportiert. Genannt wird in diesem Zusammenhang vor allem ein von Gold-Zack-Gründer und Aufsichtsratschef Walther favorisierter und bereits im vergangenen September angekündigter Mittelstandsfonds, der nun möglichst schnell aufgelegt werden soll. Für einen Großteil der verhagelten Bilanz dürfte Stolorz aber nichts können, denn eine Reihe von Altlasten gehen direkt auf das Konto seines Vorgängers. Dazu gehören unter anderem der skandalträchtige Altenheimbetreiber Refugium und der in Konkurs gegangene IT-Dienstleister Prodacta. Fälle wie diese hatten schon vor dem Amtsantritt von Stolorz die Gold-Zack AG in den Dunstkreis dubioser Firmen am Neuen Markt rücken lassen. (gh)