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Anbieter versprechen einfacheres Speicher-Management


17.04.1998 - 

Storage Area Networks sollen Dateninseln verbinden

"Wir müssen Storage- und Server-Systeme trennen", fordert Michael Peterson, President des kalifornischen IT-Marktforschungsunternehmens Strategic Research. Nur auf diese Weise ließen sich die vielerorts beklagten Probleme bei der Verwaltung großer Datenbestände wirksam angehen. Mit der Entkoppelung von Host-Rechnern und Speichersystemen ist nach der Auf-fassung des Analysten eine Reihe von Vorteilen verbun- den.So könnten etwa Speicher- resourcen zentralisiert und neue Storage-Komponenten auf einfache Weise hinzugefügt werden.Mit der Zentralisierung erhöhe sich auch die Verfügbarkeit der Daten.

Hinter dem Begriff Storage Area Network verbirgt sich nichts anderes als ein spezialisiertes Netzwerk, das eine schnelle Verbindung zwischen Servern und unabhängigen Speichersystemen herstellt.In einem SAN ist ein Datenspeicher nicht ausschließlich einem Server zugeordnet.Vielmehr können alle mit dem Netz verbundenen Host-Rechner auf die Speicherressourcen zugreifen (siehe Grafik). Ähnlich wie ein lokales Netz dazu benutzt wird, Client-Rechner mit Servern zu verbinden, könnten Administratoren mit Hilfe eines SANs Server mit Speichern, Server mit anderen Servern oder auch Speichersysteme untereinander verknüpfen.

Die Separierung von Speichersystemen und deren Zusammenführung in einem Storage Area Network erleichtere nicht nur das Speicher-Management, betonen die Befürworter des Konzepts.Durch die Entlastung vom reinen Datenverkehr erhöhe sich auch die Performance lokaler Netze (LANs), auf denen geschäftskritische Anwendungen laufen.

In dieses Horn stößt auch der Dataquest-Analyst Tom Lahive: "Mit der Implementierung eines SAN läßt sich die Leistungsfähigkeit jedes (Netzwerk-)Systems steigern."

Nach dem Willen von SAN-Propagandisten wie der Industrievereinigung Storage Networking Industry Association (SNIA) - siehe Kasten - soll sich die Architektur als neues Speicher- und Netzkonzept am Markt durchsetzen, mit dessen Hilfe Anwender unternehmensweit schnellen Zugriff auf geschäftskritische Daten erhalten.

Über ein SAN, so die Argumentation, ließen sich Speichersysteme, etwa Mainframe-Storage-Subsysteme, Bandbibliotheken oder Raid-Plattenstapel, von verschiedenen Servern aus nutzen, gleichgültig, ob diese unter Windows NT, Unix oder OS/390 arbeiten.Dies würde bedeuten, daß Benutzer beispielsweise Daten von verschiedenen Servern auf demselben Speichersystem sichern und archivieren könnten.Einmal gespeicherte Informationen wären allen angeschlossenen Servern zugänglich; Kopien von Datenbeständen (Mirroring) ließen sich schon bei deren Entstehung anfertigen und speichern.

Neu ist das Konzept allerdings nicht.Die SAN-Architektur stammt aus dem Umfeld der Großrechner-Speichersubsysteme (DASD = Direct Access Storage Device) und existiert dort schon seit etlichen Jahren.Innerhalb dieser SANs, bisweilen auch als System Area Networks bezeichnet, werden DASD-Einheiten über Escon-Schnittstellen mit den Mainframes verbunden."Die Basistechnologie für SANs existiert im Grunde seit dem ersten Mainframe", räumt Dataquest-Analyst Lahive ein.

Über die Grenzen der einst abgeschotteten Datenzentren hinaus bekannt wurde das Konzept erst mit der Eingliederung in verteilte Netze und der Verwendung von kostengünstigeren Verbindungstechnologien wie SCSI, SSA und Fibre Channel.

Ein SAN muß per Definition nicht notwendigerweise ein physikalisch abgetrenntes Netzwerk sein.Es kann auch ein virtuelles Subnetz eines LAN bilden, über das beispielsweise ausschließlich I/O-Daten zwischen Servern und Speichersystemen transportiert werden.Ein SAN würde dementsprechend keine allgemeinen Übertragungsaufgaben, etwa für E-Mail- oder andere Benutzerapplikationen, übernehmen."Im Grunde arbeitet ein SAN in einer Netzumgebung auf die gleiche Weise wie ein traditionelles I/O-System eines Servers, das die Verbindung zum angeschlossenen Speichersubsystem herstellt", erläutert Larry Kallhof vom US-Hersteller Computer Network Technology (CNT), einem Anbieter von Connectivity-Produkten und Systemen zum Aufbau von Speichernetzwerken.

Storage Area Networks sind nicht auf bestimmte Anschlußtechniken beschränkt. Wie ihre Pendants aus dem LAN/WAN-Umfeld arbeiten auch SANs je nach Ausgestaltung mit unterschiedlichen Technologien wie FDDI, ATM, IBMs Serial Storage Architecture (SSA), Fibre Channel und SCSI.Eine zentrale Rolle beim Aufbau jüngerer SAN-Strukturen spielen Fibre-Channel-basierte Topologien und Kommunikationsprotokolle.Im Gegensatz zur weitverbreiteten SCSI-Technik bietet Fibre Channel vor allem bedeutende Geschwindigkeitsvorteile.Eine Reihe von Herstellern arbeitet derzeit an der Entwicklung und Vermarktung von für SANs ausgelegten Hardware- und Softwareprodukten, darunter EMC, Hewlett-Packard, Sun, CNT, Ancor und Brocade.Sun Microsystems verfolgt mit "Intelligent Storage Network" einen eigenen Ansatz, der dem SAN-Konzept ähnelt.

In Zusammenhang mit Storage Area Networks sehen etliche Analysten auch den Trend zum Server-Clustering zur Erhöhung von Verfügbarkeit und Skalierbarkeit. "NT-Server müssen zusammenarbeiten, wenn sie mit der Leistung von Unix-Systemen mithalten wollen", meint beispielsweise Lahive."Mit einem Windows-NT-Cluster wird auch der Aufbau eines SANs erforderlich, denn die Wintel-Server sollen auf gemeinsam genutzte Speichersysteme zugreifen."

Ob das SAN-Konzept tatsächlich zur Lösung der wachsenden Speicher-Management-Probleme beitragen kann, ist allerdings umstritten. Insbesondere die mangelnde Verfügbarkeit entsprechender Steuerungssoftware stehe einer breiten Marktakzeptanz gegenwärtig noch im Wege, monieren Kritiker."Unterschiedliche Hosts verwalten die Datenspeicherung auf verschiedene Weise", kommentiert etwa Paul Vellanti, Analyst bei der International Data Corp., in Framingham, Massachusetts."Entscheidend ist die Software."Ohne kohärente Applikationen für die Steuerung und Verwaltung verknüpfter LAN-SAN-Systeme würden die durch SANs entstehenden Vorteile schnell wieder zunichte gemacht.

Skeptisch äußert sich auch der IDC-Analyst Paul Mason: "SAN ist nur ein neues Schlagwort."Die Industrie versuche, das Konzept der Trennung von Speichern und Hosts voranzutreiben."Bevor die Systeme nicht intelligent genug sind, selbständig zu entscheiden, wo Daten gespeichert und wieder gewonnen werden, sind SANs nur ein erster kleiner Schritt."

SAN - was bringt´s?

Diese Vorteile versprechen die Befürworter des SAN-Konzepts:

Höhere Verfügbarkeit von Applikationen

- Speichersysteme werden unabhängig von den Anwendungen installiert (externalisiert).Der Zugriff auf die Daten geschieht über mehrere Pfade, die von den Kommunikationswegen für die Applikationen getrennt sind.

Höhere Leistung von Applikationen

- Durch die Entlastung des internen Bussystems von Speicher-I/O- Aufgaben erhöht sich die Performance der Anwendungen auf dem Server.

Zentralisierung und Konsolidierung von Speichersystemen

- SAN-Konfigurationen ermöglichen eine Zentralisierung von Speicherressourcen. Dadurch ergeben sich unter anderem Vorteile hinsichtlich Verwaltbarkeit, Skalierfähigkeit, Verfügbarkeit und Wartung.

Datenaustausch mit entfernten Systemen

- SANs erlauben kostengünstige Implementierungen zur Erhöhung des Katastrophenschutzes durch Remote Mirroring von Daten und Remote-Clustering-Konzepte.

SNIA

Die Storage Networking Industry Association (SNIA) ist eine internationale Gruppe von IT-Orga- nisationen, Systemintegratoren und Entwicklern, die das Konzept der Storage Area Networks (SANs) als "das nächste Netzwerk" propagieren.Die Vereinigung beschäftigt sich unter anderem mit der Erarbeitung von Spezifikationen und Standards auf dem Gebiet des Speicher-Managements im Netzwerk.Unter den Mitgliedern finden sich beispielsweise Compaq, Novell, Seagate Software, Computer Network Technology (CNT), und das Marktforschungsunternehmen Strategic Research.Informationen sind abrufbar unter http://www.snia.org.