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17.01.2003 - 

50 Prozent und der CEO müssen gehen

Storage Networks macht Radikalkur

MÜNCHEN (CW) - Der Speicherspezialist Storage Networks wählt einen radikalen Weg aus der Krise: Zum einen wird die Hälfte der Belegschaft entlassen, zum anderen wurde Mitgründer und CEO Peter Bell der Stuhl vor die Tür gesetzt.

Unter Bell hatte sich das 1998 gegründete Unternehmen zu einer der heißesten Companies im Bereich der Speicherdienstleistungen entwickelt. Mit vier Finanzierungsrunden sicherte sich Storage Networks insgesamt mehr als 600 Millionen Dollar, bevor der Niedergang der New Economy auch hier das Geschäftsmodell ramponierte: Einerseits blieben die Kunden aus, andererseits entdeckten die großen IT-Dienstleister das Geschäft mit Speicherservices für sich. Daher musste sich Storage Networks vor rund einem Jahr neu positionieren und vor allem das Produktgeschäft unter der Marke "Storos" stärken.

Geholfen hat es nicht viel, im dritten Quartal 2002 (Ende: 30. September) setzte das Unternehmen mit 22 Millionen Dollar etwa ein Drittel weniger um als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Nettoverlust belief sich auf fünf Millionen Dollar. Als Folge wurden bereits im vergangenen Oktober 80 von 300 Mitarbeitern entlassen, nun soll fast die Hälfte gehen. Ihnen anschließen muss sich CEO Bell, der von seinem Finanzchef und Chief Operating Officer Paul Flanagan ersetzt wird. Bell, dem der Schritt laut einer offiziellen Stellungnahme "nicht leicht gefallen" ist, will sich neuen persönlichen und beruflichen Interessen widmen. Zur Blütezeit vor mehr als zwei Jahren beschäftigte Storage Networks noch etwa 670 Angestellte.

Kunden blieben skeptisch

Offiziell wird der wirtschaftlichen Situation die Schuld an der Misere gegeben. Zudem schleppen die einst unter dem Namen Storage-Service-Provider (SSP) versammelten Anbieter ein schweres Erbe mit sich herum: Um die Dienste anbieten zu können, waren hohe Anfangsinvestitionen nötig. Hinzu kommt auch, dass sich die Kunden zieren, ihre Daten im großen Stil auszulagern. Dies gilt nicht nur für den deutschen Markt, sondern selbst in den USA, wo Outsourcing traditionell einen höheren Stellenwert hat. Konzentrieren will sich Storage Networks nun auf die im vergangenen Jahr geschlossene Allianz mit EDS. Alle anderen Produkte und Dienste sollen zurückgefahren werden. (ajf)