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Griff nach den Sternen endet im Staub:

Storage-Tech-Gründer tritt zurück

01.02.1985

LOUISVILLE (lo) - In elf glanzvollen Jahren trieb Jesse I. Aweida den Umsatz der Storage Technologie Corp. (STC) über die Milliardengrenze hinaus. Die Notbremse "Chapter 11" nach waghalsigem Kurs setzte der Karriere des Chairman allerdings ein Ende. Nachfolger Ryan Poppa hat freie Hand: für Wiederaufbau. Fusionierung oder Liquidierung.

Bei zukunftsträchtigen Datenspeichern sah der ehemalige Ingenieur der IBM seine Chance. 1969 stieg er deshalb mit drei Kompagnons in die technische Entwicklung von Speichermedien ein. Traditionelle Pfade zu gehen war nicht sein Ziel. Die Lasertechnik, bei der auf optischen Speicherplatten Lichtstrahlen Daten schreiben und lesen, brachte ihn schließlich in das führende Feld der Spitzentechnik. Doch der Griff nach den Sternen endete mit einem schnellen Sturz, den ein mißlungenes Computer-Projekt noch beschleunigte. Die erhofften Gewinne blieben aus, und die Finanz-Speicher von STC leerten sich. In den vergangenen drei Monaten erhielten 4000 Mitarbeiter die Entlassungspapiere. Aweida war nun entschlossen, auch das Risiko von Anteilsverkäufen zu wagen. Drei Unternehmen zeigten sich an Anteilen interessiert. Die Grenze liegt bei 40 Millionen Dollar.

Am 19. November 1984 trat Aweida als Chief Executive zurück. Verschiedene Posten in Tochtergesellschaften gab er gleichfalls ab. Seinem Unternehmen sicherte bereits seit drei Wochen das Kapitel 11 des amerikanischen Konkursrechtes die Existenz. Die Zustimmung der Gläubiger zu einem Sanierungsplan, um wieder mit schwarzer Tinte schreiben zu können, lag vor.

Das Engagement für Datenspeicher lohnte sich: Mit knapp 500 000 Dollar Jahreseinkommen sicherte Aweira sich Vermögen in Grundbesitz und Unternehmensanteile. Zudem bleibt er bei STC Hauptaktionär.

Niedergang und Chapter 11 färben den Kommentar des Mannes der ersten Stunde über die wechselvollen dreizehn Jahre bitter:" Die Menschen haben ein kurzes Gedächtnis."

Als neuen ersten Mann nahm STC den Chairman und Chief Executive Officer Ryan Poppa in Vertrag. Wie Jesse Aweida hält die Branche auch den 51jährigen für einen Draufgänger, denn der ehemalige IBMer war Zugpferd bei verschiedenen Unternehmen. Analytisches Denken gilt als seine Stärke wie auch das Prinzip der verteilten Verantwortung. Tatkraft bewies Poppa etwa im Vorstand der Mohawk Data Sciences Corp. und danach bei der Pertec Corp., die er im Schnellverfahren auf Vordermann brachte. Das Unternehmen stieg im Kurs, und war, etwa für die Triumph-Adler AG, Verhandlungsgegenstand Nummer 1 geworden. Den ehemaligen Buckbee-Mears-Industriekonzern formte Poppa als Chairman und President zu einem Hersteller hochentwickelter elektronischer und optischer Spitzentechnik um. Langsam, aber sicher sei STC zu retten, davon ist Poppa überzeugt. Als Ziel nannte er einen Umsatz von 650 Millionen Dollar; dann wäre das Unternehmen wieder profitabel und liquide zugleich. Um die Nummer 2 der US-Laufwerkhersteller für Großcomputer auf sichere Beine zu stellen, soll Ballast verschwinden. Dies unterstützt auch Poppas Vorliebe, Entwicklungen einzukaufen und nicht selbst die Forschung zu wagen. Aweidas Lieblingskind, der optische Speicher, wird sterben, findet sich kein Käufer oder Partner dafür, beschloß STC kurzfristig.

Für die kommenden drei Jahre sind dem STC-Topper ein jährliches Salär von 300 000 Dollar, ein Bonus von 150 000 Dollar sowie eine Unternehmensoption von zwei Prozent sicher. Auch wenn die Zeit gegen ihn läuft, bleibt Poppa in jedem Fall ein gemachter Mann: Bei Verkauf, Besitzwechsel oder Auflösung von Storage Technology steckt er 900 000 Dollar ein.