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Interview

"Storatek war nicht produktiv genug"

12.11.1999
Mit David Weiss, Chief Executive Officer (CEO) der Storage Technology Corp., sprach CW-Redakteurin Kriemhilde Klippstätter

CW: Storagetek wird zwischen 1500 und 1750 Mitarbeiter entlassen. Welche Bereiche und Regionen sind davon berührt?

Weiss: Wir werden weltweit Personal in Forschung und Entwicklung ebenso einsparen wie in Verkauf und Service, Produktion und Verwaltung.

CW: Inwieweit sind Europa und Deutschland davon betroffen?

Weiss: In zwei bis drei Wochen werden wir darüber Klarheit haben. Aber bitte haben Sie Verständnis dafür, daß wir erst unsere Mitarbeiter verständigen.

CW: Hat Sie zu diesem Schritt einer Ihrer Hauptaktionäre, Iridian Asset Management LLC, gezwungen, der ja den Verkauf der Firma fordert?

Weiss: Diese Entscheidung basiert nicht nur auf den Wünschen eines Anteilseigners. Wir müssen uns danach richten, was das beste für das Unternehmen ist. Wir haben drei Bereiche identifiziert, in denen Storagetek stark ist, und darauf wollen wir uns konzentrieren.

CW: Welche sind das?

Weiss: Die automatisierten Bandgeräte, virtuelle Techniken und Storage Area Networks. In diesen Märkten haben wir entweder eine dominierende Marktposition, eine überlegene Technik oder die beste Strategie. Und sie versprechen für die Zukunft das größte Wachstum.

CW: Was ist mit den anderen Geschäftsbereichen?

Weiss: Das andere Geschäft wird aufgegeben, und das führt eben zu den angekündigten Entlassungen.

CW: Storagetek schwächelt in einem Markt, in dem andere Hersteller sehr erfolgreich sind, wie das Beispiel EMC zeigt.

Weiss: Zugegeben, Storagetek agierte nicht so produktiv und effizient, daß wir im nächsten Jahrtausend wettbewerbsfähig gewesen wären.

CW: Wo hakt es?

Weiss: Wir ermitteln permanent, wieviel es kostet und wie lange es dauert, neue Produkte auf den Markt zu bringen. Um in Zukunft eine führende Rolle im Speichergeschäft zu spielen, müssen wir effizienter arbeiten. Diese Erkenntnis führt eben leider zu Entlassungen.

CW: Wo erzielen Sie denn Gewinne?

Weiss: Der Absatz von Bandspeichern im Client-Server-Umfeld, das sind Maschinen, die an Unix- und NT-Server angeschlossen sind, stieg im dritten Quartal dieses Jahres um 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Außerdem erzielten wir damit sehr gute Margen.

CW: Dieser Markt ist aber heiß umkämpft.

Weiss: Stimmt. Aber wir konnten den meisten Konkurrenten Marktanteile abjagen. Ein anderes Beispiel sind die Enterprise-Bandspeicher, wo wir mit unserem VSM-Produkt und dem 9840-Laufwerk sehr erfolgreich sind. Für diese Bereiche liegen wir, was Wachstum und Profitabilität angeht, gleichauf mit EMC.

CW: Sie haben IBM als OEM-Abnehmer für die Mainframe-Raid-Speicher verloren.

Weiss: Dieser Kontrakt mit IBM war von jeher terminiert und läuft Ende dieses Jahres aus. Wir verkaufen dieses Produkt jetzt selbst und konnten bei gleichem Umsatz die Gewinnspanne erhöhen.

CW: Inwieweit beeinflußt die Übernahme von Data General durch EMC Ihr Geschäft?

Weiss: EMC ist unser Mitbewerber bei DASD-Speichern. In diesem Bereich hatten wir eine Vereinbarung mit Data General über deren Clariion-Speicher, und das hätte durch die Übernahme tatsächlich zum Problem werden können, wenn wir nicht einen Vertrag mit Sun Microsystems über seine Disk-Arrays geschlossen hätten. Tatsächlich ist dieser Vertrag viel besser, denn Sun wird im Gegenzug unsere Bandspeicher als OEM-Produkte beziehen.

CW: Sun wird immer dann genannt, wenn darüber spekuliert wird, wer Storagetek übernehmen könnte.

Weiss: Ich weiß derzeit nicht, ob wir überhaupt übernommen werden. Wir prüfen zusammen mit Goldman, Sachs & Co. viele Möglichkeiten, um die Performance zu verbessern. Das könnte zu einem Verkauf führen, aber es könnten sich auch andere Maßnahmen als vorteilhaft erweisen.

CW: Welche?

Weiss: Eine finanzielle Restrukturierung, Partnerschaften oder sogar der Kauf einer anderen Firma.

CW: Sie forcieren das Geschäft mit Application-Service-Providern, planen also ein Storage-on-demand-Angebot.

Weiss: Dieser neue Markt enthält große Potentiale, ist allerdings sehr kapitalintensiv. Deshalb suchen wir dafür Partner wie Level 3, mit denen wir bereits kooperieren.