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27.03.1981

Strässle Datentechnik sieht sich als Frontrenner:Systemhausverbund gegen Herstellervertrieb

STUTTGART (ub) - Systemhäuser hätten eine große Chance, sich im Markt erfolgreich zu behaupten, meint Wolfgang Dietrich, Geschäftsführer der Strässle Datentechnik GmbH, Stuttgart. Während die Hersteller in erster Linie ihre Computer verkaufen wollten, rückten seine Firma und ihresgleichen die anwenderbezogene Problemlösung in den Vordergrund. Die Hardware spiele nur mehr eine untergeordnete Rolle. Man habe sich darauf eingestellt, daß mittelständische Betriebe sich nicht einfach "konfektionieren" ließen. Deshalb werde der Anteil der Individualsoftware steigen.

Die Strässle Datentechnik GmbH ist eines von dreißig Unternehmen, die sich zu einem Systemhausverbund mit der DDC-Computersysteme als Dachorganisation zusammengeschlossen haben. Von den übrigen 29 unterscheide sich das Stuttgarter Unternehmen laut Dietrich unter anderem dadurch, daß die Kapitaleigner von Strässle identisch sind mit denen von DDC, an der Spitze Peter David. Aufgabe der Dachorganisation ist es, die erforderliche Hardware auf dem Weltmarkt zu beschaffen und zu konfigurieren. Vor einem Jahr wurde für diesen Zweck in Los Angeles eine Niederlassung gegründet. Sie hat inzwischen 15 Mitarbeiter, die auch eine gewisse Vormontage durchführen. Primäre Aufgabe des amerikanischen Ablegers ist es jedoch nach den Worten von Wolfgang Dietrich, "neue Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und dafür zu sorgen, daß sowohl ein reibungsloser Hardware-Know-how-Transfer stattfindet als auch nur komplett ausgetestete Hardware-Komponenten zum Anwender gelangen". Weiter hat DDC-Computersysteme für eine einheitliche Darstellung der Vertriebsorganisation, die zentrale Mitarbeiterausbildung, die Erarbeitung einheitlicher Marketingkonzepte und die zentrale Pflege von Betriebssystemen und Compilern zu sorgen.

Ehemalige Nixdorf-Händler

DDC hat zwei eigene Betriebssysteme, je eines für 16-Bit- und 32-Bit-Rechner. Sie wurden gekauft. Die Zentraleinheiten der angebotenen Systeme stammen überwiegend von Data General, das 32-Bit-Betriebssystem ebenfalls. Die 30 von DDC unterstützten Systemhäuser, überwiegend ehemalige Nixdorf-Fachhändler mit ihren 50 Stützpunkten auch in Frankreich, Holland, Dänemark und Norwegen, setzten nach Dietrich-Angaben 1980 knapp 100 Millionen Mark um und haben rund 1200 Computersysteme installiert. DDC ist an zehn Systemhäusern, sämtlich Neugründungen, minderheitsbeteiligt.

Eindeutiger Leader unter den 30 ist die Strässle Datentechnik GmbH. Sie setzte 1980 24,5 Millionen Mark um und hat rund 600 Anlagen im Markt stehen. Gegenüber 1979 konnten die Umsätze um 32 Prozent gesteigert werden. Der vorjährige Umsatz gliederte sich in 14,6 Millionen Mark Vertrieb EDV-Systeme, 2,5 Millionen Mark Vertrieb Mikrofilm-Systeme, 0,4 Millionen Mark Vertrieb Mikrocomputer (ein neues Produkt), 3,5 Millionen Mark Software-Dienstleistungen und 3,5 Millionen Mark Technische Dienstleistung. Die Mitarbeiterzahl stieg 1980 von 103 auf 135. In die Entwicklung neuer Programmpakete, vor allem für die Bauwirtschaft und den Handel, wurden 3 Millionen Mark investiert. Für 1981 wird mit einer Umsatzsteigerung von 25 Prozent gerechnet.

Jeder Zehnte kauft

Die Strässle Datentechnik GmbH unterhält Geschäftsstellen in München, Freiburg und Ravensburg. Zum 1. Juli 1981 soll eine weitere in Karlsruhe hinzukommen. Innerhalb der Aufteilung des Bundesgebietes in Vertriebsbereiche zwischen den 30 Systemhäusern haben die Stuttgarter mit Baden-Württemberg und Südbayern sich die größte Scheibe vom Vertriebskuchen abgeschnitten.

Strässle Datentechnik ist an der BFL-Leasing-Gesellschaft beteiligt, die rund 90 Prozent der Abschlüsse finanziert (Miete oder Leasing). Nur zehn Prozent der Kunden kaufen. Weiter besitzt das Unternehmen eine Zweidrittel-Beteiligung an dem Heidelberger Softwarehaus "Basis". Die Büro-Informations-System GmbH, eine 100prozentige Tochter, vertreibt Textsysteme.

Rund 50 Prozent der Software-Umsätze der Strässle Datentechnik entfallen auf Standardsoftware mit Paketen für die Bauwirtschaft, die Textil- und Schmuckartikelindustrie sowie für die Finanzbuchhaltung, die Kostenrechnung und die Lohn- und Gehaltsabrechnung. Künftig will man auch Fertigungsunternehmen mit bis zu 1500 Mitarbeitern mit einer speziellen Lösung abdecken. Gegenwärtig ist ein PSK betiteltes Softwarepaket für den Fertigunsgbereich in der Mache, für das 2,5 Millionen Mark öffentliche Mittel bewilligt wurden und für das das Kernforschungszentrum Karlsruhe Projektträger spielt. PSK soll noch 1981 einsatzfähig sein und wird auf 32-Bit-Rechnern MV 8000 von Data General laufen.