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13.01.1995

Strategien fuer Entwicklungs-Tools Progress und Microsoft werfen Netze nach grossen Fischen aus

MUENCHEN (IDG) - Die Microsoft Corp. und die Progress Software Corp. planen ein gemeinsames Entwicklungs-Tool: Die vorgesehene Mixtur aus "Visual Basic" und der High-end-Umgebung "Application Development Environment" (ADE) traegt den Codenamen "Next Big Fish". Zudem hat Progress die Crescent Software Inc. aus Ridgefield, Connecticut, einen Hersteller von Visual-Basic-Add- ons, uebernommen.

Mit dem Hybriden aus Visual Basic und ADE wagt Microsoft einen weiteren Vorstoss in den Markt fuer Entwicklungssoftware unternehmensweiter Anwendungen. "Progress zeigt Wege auf, die Visual Basic zu einem High-end-Tool machen koennen", meint Microsoft-Produkt-Manager Jon Roskill.

"Visual Basic ist das Schweizer Taschenmesser unter den Windows- Entwicklungs-Tools, aber unbrauchbar fuer das Schnitzen unternehmensweiter Anwendungen", bewertet auch Don DePalma, Analyst bei der Forrester Research Inc., Cambridge in Massachusetts, die bisherige Reichweite der Programmiersprache von Microsoft.

Laut Roskill ist Microsoft im Gespraech mit weiteren High-end-Tool- Herstellern, etwa der Popkin Software & Systems Inc. Ausserdem bestuenden bereits Vereinbarungen mit der LBMS Inc. und der Intersolv Corp., die dazu fuehren sollen, deren Konfigurations- und Management-Tools mit Visual Basic zu verbinden.

Nach Einschaetzung amerikanischer Analysten gibt der Microsoft-Deal umgekehrt Progress die Chance, sein in die Jahre gekommenes Entwicklungsset mit den Attributen der objektorientierten Client- Server-Welt aufzumoebeln. "Obwohl das Unternehmen gute Entwicklungstechnologien aufweisen kann, hat es bisher versaeumt, die Architektur auf die neue objektorientierte Aera vorzubereiten", urteilt Kurt Monash, Unternehmensberater und Redakteur beim New Yorker "Monash Software Letter".

Laut Robin Bloor von der Londoner Butler Bloor Ltd. genuegt vor allem die GUI-Umgebung der Progress-Tools nur bescheidenen Anspruechen, so dass seiner Einschaetzung gemaess vor allem Progress- Anwender von der Verbindung mit Visual Basic profitieren duerften. Die Sprache sei populaer, gelte jedoch ansonsten nicht als ein Werkzeug, mit dem sich andere Hersteller schmuecken wollten.

Das Progress-Produkt besteht bislang im wesentlichen aus einer 4GL, einem Editor fuer Prozeduren, einem Formatierungswerkzeug fuer die Bildschirm- und Report-Gestaltung, einem Data-Dictionary und einer relationalen Datenbank, ODBC-Treibern sowie Verbindungsmoeglichkeiten zu Motif und Windows.

Next Big Fish soll nicht das einzige Werkzeug mit einer Visual- Basic-Anbindung bleiben. Die Produktlinie, die mit der Crescent- Uebernahme in einer eigenen, weiterhin in Ridgefield verbleibenden Abteilung gepflegt und weiterentwickelt werden soll, beinhaltet drei Werkzeuge.

"Powerpak Pro" soll bereits im Fruehjahr unter anderem Moeglichkeiten zur Entwicklung im Team zur Verfuegung stellen und "Enquiry" ab Sommer dieses Jahres die Wartbarkeit von Geschaeftsregeln vereinfachen. "Stingray", vermutlich erst in der zweiten Jahreshaelfte verfuegbar, besteht aus einem Compiler, der die Performance von Visual-Basic-Applikationen verbessern soll, indem er Code in C, C++ oder Maschinensprache transformiert.