Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

28.05.1993 - 

KASTEN ZU SP8

Strategische Erschuetterungen

Allein IBM hat in den letzten beiden Jahren zwei strategische Kehrtwendungen um 180 Grad vorgenommen, was die PC-Betriebssysteme angeht. Zuerst sollte OS/2 sterben, wurde aber wiederbelebt, dann sollte Pink alles andere ersetzen, was aber nicht der Fall sein wird. Diese strategischen Erschuetterungen bewirken eine generelle Verunsicherung. Ich glaube, dass man als Hersteller solche Strategiewechsel nicht mehr verbergen kann. Der Markt ist durchlaessiger geworden, die Beobachter sind den Herstellern interpretierend auf der Spur, und die Benutzer selbst sind kritischer und wacher geworden.

Es scheint jedoch, als wuerde sich kein Hersteller um die Nerven Gedanken machen, die der staendige Wandel bei den Planern in Firmen erfordert, die sich - meist persoenlich - einmal fuer eine Strategie in diesem Betriebssystem-Dschungel entschieden haben.

Die Frage stellt sich, ob es ueberhaupt Sinn hat, die PC- Betriebssystem-Szene verstehen zu wollen. Waeren Sie zufrieden, wenn Sie jetzt gerade aus einem Dornroeschen-Schlaf aufwachten und nichts ueber all diese Koalitionen und Aktionen seit 1991 gewusst haetten?

Ich moechte hier die These aufstellen, dass die Frage der PC- Betriebssysteme in den naechsten Jahren unwichtiger wird und weniger Aufmerksamkeit benoetigt.

Hier die Begruendung: Erstens: Wer Herr ueber die PC- Betriebssysteme ist, bleibt im Geschaeft. Das ist wichtiger denn je. Zweitens: Maximal drei Hersteller koennen dominieren, einer verdient hervorragend, einer deckt seine Kosten, der dritte macht bereits Verlust. Drittens: Aus diesen Gruenden findet derzeit der grosse Machtkampf zwischen Microsoft, dem Unix-Lager mit Novell an der Spitze und IBM statt. Viertens: Seit die drei Protagonisten bekannt sind, kann man sich fuer einen entscheiden und sich anderen Dingen zuwenden.

Ich schlage also vor, nicht Produkte, sondern einen Hersteller zu waehlen, dem man die Kontrolle ueber die Desktops ueberlaesst. Mit diesem Hersteller gilt es dann auszuharren, mitzuleiden und in die Zukunft zu gehen. Hier noch einige Dinge, die Sie tun koennen, um dabei ruhiger zu schlafen: Erheben Sie die Regeln des Distributed Computing Environment zu Ihrer Orientierungshilfe. Setzen Sie auf Multiplattform-Software bei den Anwendern. Entwickeln Sie nur mit 32-Bit-Cii. Vergessen Sie Mix und Match auf der Betriebssystem- Seite. Vergessen Sie auch das Gerede ueber offene Systeme. Werden Sie hellwach, wenn beim Hersteller Ihrer Wahl die Personen hinter dem Produkt verschwinden.

Susanne Mueller-Zantop