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14.01.2000 - 

Bei der Websites-Auswertung hapert es noch

Strato-Management erklärt Pannenserie für beendet

MÜNCHEN (fn) - Nach einer wochenlangen Pannenserie beim Internet-Dienstleister Strato AG meldet das Management nun: "Alles im Griff." Verschuldet haben soll das Dilemma der Karlsruher Provider Xlink. Statt des deutschen ISP kümmert sich nun dessen holländische Muttergesellschaft KPN Qwest um die Belange von Strato.

"Nur ein Prozent der Strato-Kunden sind unzufrieden", so kommentiert Sigram Schindler, Vorstandsvorsitzender der Berliner Telekommunikationsfirma Teles AG, die Pannenserie bei der Tochterfirma Strato AG. Seit Wochen wetterten Kunden über ihren Dienstleister, da Homepages oft offline waren oder der E-Mail-Dienst nicht funktionierte.

Als Ursache nannte der Teles-Chef technische Schwierigkeiten, die mit dem Umzug des Karlsruher Internet-Service-Providers Xlink sowie der Umstellung auf neue Server zusammenhingen.

Schindler tut die Pannen als "Wachstumswehen" ab und spielt damit auf die enorme Expansion des Unternehmens an. Mittlerweile verwaltet Strato eigenen Angaben zufolge rund 480000 Domains. "Die Probleme sind nun beseitigt", gibt der Teles-Chef zu Protokoll. Nur fünf Kunden hätten Schadensersatzforderungen gestellt, mit ihnen stehe man in Kontakt. Offenbar trifft dies nicht für den Strato-Klienten Sebastian Fotter zu, der im Diskussionsforum der Interessengemeinschaft Kunden der Strato Medien AG (www.ig-strato.de) die Aussagen Schindlers relativierte. Er habe seine Schadensersatzforderungen per Einschreiben verschickt, jedoch bisher keine Antwort bekommen.

Darüber hinaus lösten Stratos "Wachstumswehen" Nachwehen aus: So werden die seit November 1999 entstandenen Logfiles allen Kunden erst ab dem 22. Januar wieder zur Verfügung stehen. Diese Auswertungen enthalten Informationen über das Verhalten der Besucher einer Website, beispielsweise welche HTML-Seiten besonders oft angeklickt wurden.

Strato selbst plant seinerseits Schadensersatzforderungen gegenüber dem Provider Xlink. Anfragen über die Berechtigung solcher Forderungen wollte die Karlsruher Internet-Firma nicht beantworten und verwies auf die Muttergesellschaft KPN Qwest in den Niederlanden. Dass nun dort die Fäden zusammenlaufen, überrascht nicht, denn Schindler hatte bereits im letzten Jahr die Holländer eingeschaltet, um Druck auf die hiesige Tochter Xlink auszuüben, damit diese den erforderlichen Ausbau der Rechnerleistung sowie der Netzbandbreite vornimmt. Nach den Worten von Strato-Vorstand Rochus Wegener waren nicht Technik-, sondern Management-Probleme bei Xlink der Auslöser für die Schwierigkeiten. Nur schwer nachzuvollziehen sind für Beobachter der Branche daher die Beteuerungen von Xlink sowie von KPN Qwest, der Rückzug des langjährigen Geschäftsführers Michael Rotert Mitte Januar stehe nicht im Zusammenhang mit den Strato-Querelen.

Besänftigen will Wegener alle Kunden, die bis zum 31. Dezember 1999 zu Strato kamen, mit einem besonderen Angebot.