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10.11.1998 - 

Nach dem Zusammenschluß mit Ascend

Stratus lagert Enterprise Computer Division an Management aus

MÜNCHEN (jm) - Auch nach dem Zusammenschluß mit Ascend Communications Inc. wird es bei der deutschen Niederlassung der Stratus Computer GmbH keine Entlassungen geben. Bis Ende November 1998 sollen die finanziellen Details abgeklärt sein.

Sowohl die US-Kartellbehörde Federal Trade Commission (FTC) als auch die Aktienaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) hätten dem Merger bereits ihren Segen gegeben, erklärte der Geschäftsführer der deutschen Stratus-Niederlassung Bernd Schilp in München. Er betonte, es werde bei Stratus keine Entlassungen im bislang gemeldeten Umfang von 500 oder gar 1000 Mitarbeitern geben. Weltweit werde sich der Hersteller ausfallsicherer Rechner von 250 Angestellten trennen müssen. In Deutschland werde niemand seinen Job verlieren.

Die Zukunft der Stratus Enterprise Computer Division ist vorgezeichnet: Nach Abschluß der Übernahme wird der telekommunikationsfremde Geschäftsbereich von Stratus Computer als eigenständige Division von Ascend Communications bis zum Ende des Jahres weitergeführt. Danach ist ein "Leveraged Buy Out" (LBO) durch das Management der Stratus Enterprise Computer Division geplant.

Ziel von Stratus Enterprise Computer sei es, auch weiterhin Dienstleistungen sowie fehlertolerante Rechnersysteme insbesondere für den Finanzdienstleistungsbereich zu entwickeln und anzubieten.

In Deutschland weiter getrennt

In Deutschland werden die beiden Unternehmen Ascend GmbH und Stratus GmbH allerdings weiterhin als getrennte Gesellschaften fungieren. Hierbei kommt es zu Personalwanderungen: 50 Prozent der Beschäftigten im Ingenieurbereich von Stratus sollen zum Telco-Unternehmen Ascend wechseln. Bei Stratus verbleibt neben dem NT-Geschäft die Kompetenz für Rechner, die unter dem proprietären Betriebssystem VOS laufen. Rund 80 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen mit diesen Systemen bei Finanzdienstleistern, fünf Prozent bei Telekommunikations-Firmen. Die Unix-Ingenieure hingegen wechseln zu Ascend.

Von der deutschen Verkaufsmannschaft werden zehn Prozent an Ascend transferiert, vom Marketing die Hälfte des Stratus-Teams. Komplizierter als bei anderen Mergern gestaltet sich die Planung für den künftigen Service: Entsprechende Lösungen würden auf lokaler Ebene entwickelt. Klar ist aber, daß Stratus in Deutschland den Hardwareservice für Ascend erledigen soll. Wie Schilp ferner mitteilte, wird die Herstellung der Stratus-Rechner zukünftig von einem aushäusigen Produzenten erledigt.

Schilp betonte, daß 1997 der weltweite Umsatz von Stratus gegenüber dem Vorjahr von 603,9 Millionen um 14 Prozent auf 688,3 Millionen Dollar gestiegen sei. Gleichzeitig wuchs der Gewinn von 43,5 auf 74,1 Millionen Dollar um 70 Prozent. In Deutschland liege der Umsatz für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres bereits über den Gesamteinnahmen von 1997. Erfolgreich waren in letzter Zeit Stratus-Projekte bei der Citibank, der Commerzbank, der Hypo-Vereinsbank sowie der Postbank.

1999 will das Unternehmen ein neues System mit der Codebezeichnung "Harmony" unter dem Betriebssystem Windows NT ankündigen. Dieses dürfte aber erst in der ersten Hälfte des Jahres 2000 und zunächst auf 32-Bit-Basis verfügbar sein.