Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.


15.11.1985

Stratus-Rechner für Kunden-Support eingesetzt:Fehlerdiagnose erfolgt im Alleingang

HOUNSLOW (CW) - Progressiv gibt sich der amerikanische Hersteller Stratus, wenn es um die Wartungsfrage geht: Im britischen Hounslow eröffnete der Computermacher aus Übersee jetzt ein europäisches Support-Center, von dem aus die Kunden im Bedarfsfall per

Ferndiagnose unterstützt werden.

Computer des US-Anbieters, die in den praktischen Einsatz beim Kunden gehen, verfügen über eigene Fehlerdiagnose-Einrichtungen. Da alle Komponenten des Systems doppelt vorhanden sind, kann der Rechner normalerweise auch weiterarbeiten, wenn ein Baustein ausfällt.

Der im britischen Support-Center installierte Hochleistungsrechner soll dem Anwender jetzt noch eine zusätzliche Sicherheit bieten: Kommt es beim Kunden zum Ausfall

einer Systemkomponente, wählt der beim Anwender installierte Rechner automatisch das Support-Center in Hounslow an und teilt dem dortigen Zentralcomputer die Fehlerquelle mit. Das benötigte Ersatzteil wird sodann per Post oder mittels Boten zum Installationsort geschickt.

Für den Anwender ist das Eintreffen dieser Sendung meist das erste Anzeichen dafür, daß es mit seiner DV-Anlage Probleme gegeben hat. Denn in der Zwischenzeit sorgte ja der "Zwilling" des defekten Bauteils für einen reibungslosen Systemablauf.

Den Austausch der Komponente könne der Kunde dann problemlos selbst vornehmen, heißt es bei Stratus. In den USA wird das Ferndiagnose-Netz des Herstellers seit 1982 eingesetzt.

Wenn die Vertreter der Anwendungssysteme behaupten, die von Tools erzeugten Cobol-Programme könne niemand verstehen oder pflegen, so täten sie sicher gut daran ihr Wissen um die Tools zu aktualisieren, die von ihrer ursprünglichen Konzeption an der Qualitätsverbesserung der Cobol-Programme orientiert waren.

Gerade die Tatsache, daß diese Programme niemand "geschrieben" hat (weil automatisch generiert), ist die Voraussetzung dafür, daß diese Programme durch tiefgreifende Normung und einheitliche Struktur besser wartbar und unabhängig vom persönlichen Programmierstil einzelner Programmierer werden.

Es gibt jedoch noch einige weitere Gründe, die Anwender veranlassen, ein derartiges Tool zum Teil sogar neben einem datenbankorientierten "Load-and-go"-System einzusetzen:

- Cobol-Programme haben bei großen Datenmengen eine wesentlich bessere Performance.

- Viele Experten und Anwender sind der Meinung, daß bei komplexen Anwendungen ein gut strukturiertes Cobol-Programm besser wartbar ist, da bei komplexer Logik Hochsprachen in der Struktur keine Vorteile bieten.

- Einige Anwender, zu denen auch Softwarehäuser zählen, legen Wert darauf, daß die von ihnen realisierten Applikationen auch an User weitergegeben werden können, die nicht über das gleiche System verfügen.

Einige Firmen wollen die Anwendungen auch auf Anlagen anderer Hersteller laufen lassen, ohne für die andere Anlage auch das System erwerben zu müssen, was bei einigen Systemen inklusive der erforderlichen Systemumgebung Hunderttausende von Mark kosten kann. Durch konsequente Vermeidung aller nicht genormten Cobol-Befehle ist bei den meisten Anlagentypen eine derartige Umstellung der generierten Cobol-Programme durch einfache Migrationsprogramme möglich.

Solange bei Interessenten und Anwendern das Bewußtsein für die Bedeutung einer Abhängigkeit von einem System gering ist und solange sich Interessenten einreden lassen, ein System sei eine Sprache, die auf Dauer das Modernste am Markt sei, solange kann auch nur von wenigen Anbietern erwartet werden, daß sie ihr Interesse darauf richten, ein Tool zu erstellen, das dem Anwender einen problemlosen Toolswechsel ermöglicht.

Toolabhängigkeit hat Vorteile für den Anbieter

Denn es ist doch offensichtlich, daß diese Toolabhängigkeit für den Anbieter erhebliche Vorteile hat: Benutzer, die eine erhebliche Zahl von Anwendungen mit dem Werkzeug realisiert haben, werden lange Zeit daran gehindert, auf ein besseres Tool zu wechseln. Selbst wenn sie sich für einen Wechsel entschieden haben, ist über Monate oder Jahre damit zu rechnen, daß sie bis zur Umstellung der letzten Anwendung weiterhin die Nutzungs- oder Wartungskosten entrichten müssen.

Die Sprachen der vierten Generation befinden sich noch in einer starken Entwicklungsphase, trotzdem geben ihnen bereits jetzt einige Experten nur noch eine Lebensdauer von etwa acht Jahren.

Es ist zumindest eine Überlegung wert, ob man sein gesamtes Firmen-Know-how, speziell die komplexe Software, einer derartigen Systemabhängigkeit aussetzen sollte.