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19.03.2007

Streit um Vista-Sicherheit

Microsoft macht sich bei Sicherheitanbietern unbeliebt: Nach Symantec und McAfee hat sich nun auch Kaspersky Lab kritisch über die Produktpolitik des Software-Giganten geäußert.

Von Marzena Fiok

Der russische Anbieter von Security-Software Kaspersky Lab hat die Sicherheit des neuen Microsoft-Betriebssystem Windows Vista auf der CeBIT öffentlich kritisiert. Firmenchefin Natalja Kaspersky warf Microsoft bei einer Pressekonferenz vor, den Herstellern von Sicherheitsprogrammen in vielen Fällen keinen direkten Zugang mehr zum Betriebssystem zu gewähren. Zwar sei bei Vista im Vergleich zu früheren Programmen durchaus vieles besser geworden, doch diese Vorteile würden durch die aktuelle Politik zunichte gemacht. Zuvor hatten auch schon die Sicherheits-Spezialisten Symantec und McAfee die Produktpolitik des Softwaregiganten scharf attackiert.

So hält Natalja Kaspersky Microsofts Werbebotschaft, dass Vista das bisher sicherste Windows-Programm ist, für überholt: Bei Tests sei festgestellt worden, dass sämtliche neuen Sicherheitsvorkehrungen ausgehebelt werden könnten. Zum Teil sei dies sogar sehr einfach zu bewerkstelligen und für aktuelle Schadprogramme gar kein Problem, denn der interne Schutz von Windows Vista sei häufig unzureichend. Die Managerin berief sich dabei auch auf Studien anderer Sicherheitsunternehmen wie etwa Symantec.

Auch Chefentwickler Eugene Kaspersky warnt: In etwa einem Jahr werde die Lage genauso schlecht sein wie mit dem Vista-Vorgänger Windows XP. Derzeit seien die Virenschreiber dank Microsoft sogar im Vorteil: "Schadprogramme müssen nicht von Microsoft zertifiziert werden, unsere Software schon."

Wie Kaspersky betont, geht das größte Sicherheitsrisiko von den Nutzern selbst aus. Da einige Funktionen, die dazu gedacht sind, die Sicherheit des neuen Windows zu verbessern, gleichzeitig auch das alltägliche Arbeiten unkomfortabel machen, würden viele Nutzer sie einfach ausschalten. Das hätten bereits erste Praxis-Kundenberichte gezeigt.

Zu den "unbeliebten" Funktionen gehöre unter anderem eine Nutzerzugangskontrolle, die regelt, welcher Nutzer welche Programme ausführen kann. Wenn diese abgeschaltet sei, liege die Sicherheit von Windows Vista noch unter der von XP mit Service Pack 2, erklärte Kaspersky.

Microsoft wies die Vorwürfe des Sicherheitsanbieters noch in Hannover mit aller Schärfe zurück. Man biete der Antivirenindustrie alle notwendigen Informationen zu den Schnittstellen von Windows Vista. Dabei gewähre Microsoft den hauseigenen Entwicklern von Sicherheitspaketen auch keinen Vorsprung. "Die werden behandelt wie alle anderen auch", sagte ein Sprecher. Und blieb bei der bisherigen Darstellung: Windows Vista sei von Grund auf so entwickelt, dass es sicher sei.

Einen ersten Etappensieg konnten die Kritiker aber schon für sich verbuchen: Nach Beschwerden der Sicherheitsspezialisten bei der EU-Kommission in Brüssel kündigte Microsoft nun eine weitere Öffnung für die Sicherheitsbranche an.