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Netzzugangstechniken


31.03.2000 - 

Streitfall Netzverkauf

Die Zukunft des Breitbandkabels begann in Deutschland zwei Tage vor der CeBIT 2000. Am 22. Februar unterschrieb die Deutsche Telekom AG (DTAG) den ersten Vertrag zum Teilverkauf ihrer Kabelnetze. Für rund fünf Milliarden Mark erwarb die Callahan Associates International LLC 55 Prozent des Kabelnetzes in Nordrhein-Westfalen.

Damit kommt die DTAG dem Druck der EU-Kommission in Brüssel nach, sich bis zum 1. April 2000 ganz oder von großen Teilen des Kabelnetzes zu trennen. Die Anfang 1999 erfolgte Aufgliederung in die beiden Gesellschaften Kabel Deutschland GmbH (KDG) für die Infrastruktur und Media Service GmbH für die Verteilung von Programmen und Diensten erfüllte nämlich nicht die Brüsseler Auflagen bezüglich der gleichzeitigen Eigentümerschaft von Fernsprech- und Kabelnetz.

Das KDG-Netz selbst ist in neun regionale Gesellschaften aufgeteilt, bei denen die Telekom eine Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie behalten möchte. Nach dem erfolgreichen Verkauf an Callahan verhandelt der Bonner Carrier mit diesem Partner auch noch exklusiv über das Gebiet Baden-Württemberg. In den anderen Regionen führt die Telekom Gespräche mit dem Bayerischen Kabel-TV Konsortium, dem DB-Investor Konsortium mit regionalen Partnern, der Klesch Ltd. sowie UPC. Als Ladenhüter entpuppte sich dabei die Region Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen, für die kaum ein Kaufinteresse besteht. Die Region Berlin-Brandenburg wird derzeit gar nicht zum Verkauf angeboten, hat doch die Telekom in Berlin im letzten Jahr erst kräftig in den Ausbau des Netzes investiert.

Mit der Veräußerung des Breitbandkabels wird die Telekom einen ihrer großen Verlustbringer los. Bei einem Umsatz von 3,5 Milliarden Mark im Jahr 1998 fielen Verluste in Höhe von 635 Millionen Mark an. Nach einer Gebührenerhöhung im letzten Jahr werden auch für dieses Jahr negative Zahlen erwartet. Trotz dieser schlechten Zahlen errechnet sich allein aus dem ersten Teilverkauf ein Gesamtwert des Kabelnetzes zwischen 30 und 36 Milliarden Mark. Dieser scheinbare Widerspruch klärt sich, wenn man die Zukunft des Netzes betrachtet. Nach einem Ausbau der Infrastruktur (Rückkanal, höhere Frequenzen) schätzen Experten das Umsatzpotenzial auf 15 bis 30 Milliarden Mark pro Jahr. Als Cash-Cow gelten dabei vor allem neue Dienste wie Digital-TV, Internet und Telefonie.