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Kolumne


31.01.1997 - 

Strengere Kontrollen gefragt

Wie in kaum einer anderen Industrie tummeln sich in der Computerbranche Autodidakten und Quereinsteiger - und zwar auf allen hierarchischen Ebenen.Obwohl der Trend in eine andere Richtung weist, gibt es viele Programmierer, Systemanalytiker und DV-Manager, die ein Studium der Geisteswissenschaften oder der Soziologie abschlossen, bevor sie über eine Umschulung zur Computerei gekommen sind. Meistens aus Angst vor der Arbeitslosigkeit absolvierten sie eine der arbeitsamtgeförderten Weiterbildungsmaßnahmen.

Offenbar ist es für diese Bildungshungrigen aber reine Glückssache, eine gute Ausbildung zum Computerfachmann - gleichgültig welcher Ausprägung - in einem seriösen Institut zu erhalten. Wie das Beispiel der Finanzakademie zeigt (siehe Seite 1 und 9), kontrollieren weder die lokalen Arbeitsämter noch die Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg das Geschäftsgebaren und die Lehrtätigkeit der Anbieter. Die öffentliche Hand macht die Förderung der Schulungsangebote lediglich von den eingereichten Curricula abhängig. Ob tatsächlich das gelehrt wird, was in den Lehrplänen steht, oder ob die Dozenten ausreichend für ihre Aufgaben qualifiziert sind, wird, wenn überhaupt, stichprobenartig geprüft.

Daher ist es nicht verwunderlich, daß die allein von der Bundesanstalt für Arbeit im vergangenen Jahr für Fortbildung und Umschulung ausgegebenen 4,9 Milliarden Mark neben vielen seriösen Anbietern auch solche anlocken, die das schnelle Geld wittern. Warum, fragt man sich angesichts der angespannten Lage der öffentlichen Haushalte, kontrolliert die Bundesanstalt die Schulungsanbieter und deren Geschäftsmethoden nicht intensiver?

Im Fall der Finanzakademie, zu der auch das Computerschulungsinstitut CDI gehört, ist völlig unverständlich, warum weiter öffentliche Gelder in die Kassen dieses Anbieters fließen. Schließlich ist das seltsam anmutende Geschäftsverhalten der Muttergesellschaft bereits Gegenstand diverser gerichtsnotorischer Streitigkeiten. Bei so viel Gutwilligkeit der Bundesanstalt drängt sich die Vermutung auf, daß wenig Interesse an qualifizierender Weiterbildung besteht: Die Leute kurzfristig von der Straße zu holen und die Arbeitslosenstatistiken zu entlasten scheint wichtiger zu sein.