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Kein Job für Softies

Stresspegel für Europas IT-Manager steigt

17.09.2004
MÜNCHEN (kf) - IT kostet Europas Technikchefs zunehmend Zeit und Nerven. Das ergab eine von dem Serviceanbieter Synstar International initiierte Studie. Sie untersucht regelmäßig, welchem Druck die IT-Verantwortlichen ausgesetzt sind und welche Faktoren den größten Stress verursachen.

Zum fünften Mal hat Synstar im Rahmen seines jährlich erhobenen "Pressure Point Index" (PPI) IT-Manager aus Deutschland, Großbritannien, Irland, Frankreich, den Niederlanden und den Benelux-Ländern sowie Spanien gefragt, welchen Stress bestimmte Aspekte ihres Arbeitsalltags auslösen. 700 Umfrageteilnehmer wurden dazu aufgefordert, einzelnen Faktoren einen Wert zwischen 1 ("bereitet mir keine Sorgen") und 3 ("bereitet mir große Sorgen") zuzuordnen. Dabei gilt: Je höher der auf diese Weise ermittelte "PPI-Faktor", desto größer die von den IT-Chefs wahrgenommene Belastung.

Gefühl von Kontrollverlust

Nach den aktuellen Studienergebnissen hat sich die Arbeitssituation der Chefinformatiker seit der letzten Erhebung im Herbst 2003 weiter zugespitzt: So ist der durchschnittliche Belastungspegel von 197 (2003) auf 200 Punkte gestiegen und hat damit seinen bisherigen Höchststand erreicht.

Gut einem Drittel der IT-Manager (34 Prozent) macht ihr kaum zu bewältigendes Arbeitspensum schwer zu schaffen. Nicht zu- letzt die hohen Anforderungen der Geschäftsleitung (23 Prozent) bringen die Technikchefs an ihre Grenzen. Kein Wunder, dass sich in der IT-Führungsriege das Gefühl des Kontrollverlusts (29 Prozent) einschleicht. 91 Prozent der Befragten sehen sich dazu gezwungen, dies durch Zusatzleistungen wie das Entgegennehmen von Anrufen außerhalb der regulären Arbeitszeit aufzufangen. Für die meisten Umfrageteilnehmer hat der Spagat zwischen der Erfüllung strategischer Unternehmensziele und den täglichen Aufgaben negative Auswirkungen auf ihr Privatleben (87 Prozent) und ihre Gesundheit (85 Prozent).

Ein weiteres Indiz für den steigenden Druck ist die Angst um den eigenen Arbeitsplatz, die inzwischen nahezu ein Viertel der Interviewten plagt. Begründet werden die Befürchtungen damit, den über die IT erzielten Geschäftsnutzen nur unzureichend nachweisen zu können (30 Prozent).

Deutsche reagieren gelassen

Am meisten leiden laut Studie IT-Verantwortliche in Spanien, Irland und Frankreich unter dem mit ihren Aufgaben verbundenen Druck. Ihre britischen Kollegen bewegen sich diesbezüglich im Mittelfeld, wohingegen sich die deutschen und die niederländischen IT-Chefs verhältnismäßig gelassen zeigen.

Die IT-Budgets in Europa sind nach wie vor knapp bemessen: Eingefrorene Mittel machen 67 Prozent der Interviewten das Leben schwer. Eine Senkung der Kosten ist jedoch nicht mehr Hauptziel der IT-Investitionen: So ist der Anteil derjenigen, die aus diesem Grund Geld ausgeben, von 65 Prozent (2003) auf heuer 16 Prozent gesunken. Primäre Motivation der diesjährigen Ausgaben ist vielmehr, Stabilität und Ausfallsicherheit der IT-Systeme (40 Prozent) sowie den über die Technik erzielbaren Geschäftsnutzen (39 Prozent) zu erhöhen. Angesichts der sich abzeichnenden Überbelastung steigt bei den IT-Chefs die Option des (selektiven) Outsourcings offenbar im Kurs: So halten mittlerweile 58 Prozent die Auslagerung bestimmter IT-Aufgaben für die wirksamste Methode, Kosten zu sparen und die Leistung zu steigern. Als geeignete Outsourcing-Kandidaten werden vor allem Betrieb und Wartung der Infrastruktur (37 Prozent) erachtet.

Eine Komplett-Auslagerung der IT kommt für die meisten allerdings nicht in Frage: 96 Prozent der Umfrageteilnehmer würden aufgrund potenzieller Probleme in Sachen Kostenkontrolle, Übersichtlichkeit sowie Lieferanten-Management davon absehen. Auch vom Offshore-Outsour- cing will das Gros der IT-Verantwortlichen vorerst die Finger lassen: Auf die Frage, welche sechs Kernfunktionen der IT sie nach Übersee auslagern würden, antworteten gut 70 Prozent mit: "Gar keine".

700 Befragte

Synstar International ließ europäische IT-Manager befragen, mit welchem Druck ihre beruf- lichen Aufgaben verbunden sind. Vorgenommen wurde die Untersuchung von dem britischen Synstar-Partner Citigate Technology. Die Auswertung basiert auf den Antworten von Technikchefs aus Firmen mit mehr als 200 Mitarbeitern aus den Branchen Banken, Versicherungen, Einzelhandel, verarbeitende Industrie und öffentliche Verwaltung.

Abb: IT-Chefs unter Druck

Die Belastung für Europas IT-Manager hat ihren bisherigen Höchststand erreicht. Quelle: Synstar International