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XML und Datenbanken


21.03.2003 - 

Strukturierte Daten optimal speichern

MÜNCHEN (ws) - Die richtige Speicherung von XML-Dokumenten reduziert sich längst nicht mehr auf die Entscheidung zwischen relationalen und nativen Systemen. Neben zahlreichen Speicheroptionen bieten die Hersteller mittlerweile auch vielfältige Abfragemöglichkeiten. Beide Bücher geben einen guten Überblick über das Thema.

Beide Titel definieren die grundlegenden Anforderungen an eine XML-Datenbank, egal ob es sich um ein reines (natives) oder bloß XML-fähiges (objektrelationales) System handelt. Dazu zählen zunächst natürlich allgemeine Eigenschaften eines Database-Management-Systems (DBMS) wie Mehrbenutzerfähigkeit, das Vorhandensein einer Anfragesprache, Effizienz oder Skalierbarkeit. Hinzu kommen bei der Speicherung von XML dafür entwickelte Standards wie XML Schema, Xpath oder das Document Object Model (DOM). Harald Schöning geht über diese Basisforderung hinaus und formuliert noch einige plausible Kriterien, die solche Systeme erfüllen sollten. Dazu zählt er die Fähigkeit, ganze XML-Dokumente inklusive Kommentaren und Verarbeitungsanweisungen zu speichern und sie originalgetreu wiedergeben zu können. Als zweckmäßig erscheinen zudem die Unterstützung für Unicode oder eine Web-Anbindung, die den Zugriff auf alle Dokumentabschnitte per HTTP zulässt.

Sollen XML-Daten in Tabellen eines relationalen Systems abgelegt werden, so gibt es dafür inzwischen einige etablierte Verfahren. Beide Titel beschreiben sowohl Document-Type-Definition-(DTD-)abhängige als auch DTD-unabhängige Techniken. Die Wahl der richtigen Methode hängt von der Art der Daten ab, wobei die Autoren zwischen daten- und dokumentenorientierten Anwendungen unterscheiden.

Neben der allgemeinen Beschreibung von Konzepten, wie sich XML in relationalen Datenbanken speichern lässt, untersuchen beide Bücher, wie weit die am Markt verfügbaren Systeme sich für diesen Zweck eignen. Zur Sprache kommen dabei die Produkte der führenden Anbieter Oracle, IBM und Microsoft. In dieser Gegenüberstellung profitiert Schöning davon, dass sein Werk ein halbes Jahr später erschienen ist. Entsprechend kann er bereits das Release 2 von Oracle 9i berücksichtigen. Allerdings übertrifft er die Konkurrenzautoren nicht nur hinsichtlich der Aktualität, sondern auch in der Ausführlichkeit seiner Darstellungen. Bei den nativen XML-Datenbanken beschränkt er sich auf "Tamino" der Software AG und auf die von Progress Software übernommene "Excelon". Als Defizit beider Bände darf erachtet werden, dass sie auf Open-Source-Produkte wie Apaches "Xindice" nicht eingehen.

Neben dem Kernthema der unmittelbaren XML-Speicherung handeln beide das Thema Anfragesprachen ab. Die entsprechenden Technologien befinden sich noch im Prozess der Standardisierung und eröffnen den Autoren einigen Ermessensspielraum, welche Bedeutung sie den teilweise konkurrierenden Ansätzen einräumen sollen. Kaum Zweifel besteht daran, dass sich Xquery als Standard etablieren wird. Daher geben beide Bücher eine gute Einführung in diese Sprache. Schöning liefert zudem eine nützliche Zusammenfassung des aktuellen Stands von SQL/XML.

Insgesamt bieten beide Titel eine gelungene Übersicht über die Thematik und stellen die wichtigsten Standards und Verfahrensweisen dar. Schönings Werk ist dabei nicht nur aktueller, sondern bei einigen wesentlichen Themen auch ausführlicher und fundierter. Beiden Titeln ist anzulasten, dass sie über hundert Seiten mit Einführungen in XML und verwandte Standards vergeuden - derartige Kenntnisse können bei der anvisierten Leserschaft wohl vorausgesetzt werden.

Harald Schöning: XML und Datenbanken. München: Hanser Verlag 2002. 343 Seiten, 34,90 Euro

Wassilios Kazakos, Andreas Schmidt, Peter Tomczyk: Datenbanken und XML. Heidelberg: Springer-Verlag 2002. 352 Seiten, 44,95 Euro.