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06.04.2001 - 

Deutschland profiliert sich als Innovationsstandort

Studie belegt technologische Leistungspotenziale

BERLIN (CW) - Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zeigt, dass Deutschland in der Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien den USA gegenüber deutlich aufgeholt hat. Allerdings könnte der Fachkräftemangel wünschenswerte Entwicklungen gefährden, so eine Schlussfolgerung der Studie.

Die Wirtschaft hat ihre Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in den vergangenen drei Jahren um rund 21 Prozent erhöht, heißt es in dem Bericht. Unter den wirtschaftskräftigen Ländern Europas weise Deutschland die höchste Dichte an innovativen Unternehmen auf; mehr als sechs Prozent des Umsatzes erzielen deutsche Firmen mit neuen Produkten.

Hinter dem Gesamtbild des Engagements in der Forschung stehen unterschiedliche dynamische Entwicklungen in einzelnen Branchen. Vor allem in den Fahrzeugbau investieren die deutschen Automobilhersteller hohe Summen, um den 20-prozentigen Anteil am Welthandel weiterhin auf sich vereinen zu können. Aber auch die Informationstechnologie- und Telekommunikations-Branche konnte in letzter Zeit den USA gegenüber deutlich aufholen.

Mehr Geld für WeiterbildungZum Beispiel nutzen seit 1998 mehr als vier Fünftel der kleineren Betriebe die Möglichkeiten des Internet. Die Errungenschaften aus IT und TK haben in den letzten zehn Jahren zwischen 20 und 25 Prozent zum jährlichen Wirtschaftswachstum beigetragen. Dabei beschränkt sich die Integration der Innovationen der IT- und TK-Branche nicht nur auf die New Economy, auch die klassischen Firmen setzen die neuen Technologien zunehmend ein.

Um die Wachstumspotenziale in Zukunft besser nutzen zu können, muss vor allem der Fachkräftemangel überwunden werden. Einer aktuellen Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, Mannheim, zufolge braucht die Branche bis Ende nächsten Jahres rund 350000 Spezialisten, davon ungefähr die Hälfte mit Hochschulabschluss. Neben Informatikern werden insbesondere Elektro- und Maschinenbauingenieure, Mathematiker und Physiker mit IT- und TK-Kenntnissen eingestellt. Dadurch verstärkt sich allerdings auch der Fachkräftemangel in anderen naturwissenschaftlich-technischen Bereichen.

Die Bundesregierung hat in den letzten zwei Jahren unterschiedliche Maßnahmen in den Bereichen Aus- und Weiterbildung, Informatikstudium und ausländische Fachkräfte in Abstimmung mit den Sozialpartnern und den Ländern initiiert. Zum Beispiel setzen inzwischen immer mehr Unternehmen auf die Umschulung und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter und sind auch den neuen IT-Ausbildungsberufen gegenüber aufgeschlossen.

Der derzeit hohe Zulauf an den Informatikfakultäten durch Studienanfänger lässt erwarten, dass sich bis 2005 die Zahl der Absolventen mehr als verdoppeln wird. Der heutige Mangel an Hochschulabsolventen mit Informatikdiplom erklärt sich zum Teil aus der Reaktion der Studienanfänger auf das restriktive Einstellungsverhalten der Wirtschaft Anfang der 90er Jahre. Um das Interesse an diesem Fach zu wecken, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung Werbekampagnen gestartet, die Frauen für die ingenieurwissenschaftlichen Fächer motivieren sollen. Ein weiteres Ergebnis der Studie ist die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Die Anzahl der Forschungsaufträge der Wirtschaft an die Hochschulen hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Umgekehrt drücke das gestiegene Patentaufkommen an Hochschulen eine zunehmende Aufgeschlossenheit der Wissenschaftler für die wirtschaftliche Umsetzung ihrer Forschungsergebnisse aus.