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28.03.2003 - 

Kundenbefürchtungen bestätigt

Studie: License 6 füllt Microsoft die Kasse

MÜNCHEN (CW) - Was Anwender und Analysten bereits 2001 befürchteten, scheint sich nun zu bestätigen: Microsofts Lizenzmodell License 6 erhöht in den meisten Fällen die IT-Kosten deutlich. Das zumindest ist das Ergebnis einer internationalen Studie, die die Bostoner Yankee Group und die US-amerikanische Firma Sunbelt Software organisierten.

Rund 60 Prozent der befragten Unternehmen, die das seit dem 1. August 2002 geltende Modell nutzen, verbuchen der Erhebung zufolge zum Teil erheblich höhere Softwarekosten als zuvor. Die Studienautoren interviewten laut eigenen Angaben weltweit rund 1000 IT-Manager.

Damit scheinen sich Bedenken zu bestätigen, die Analysten und IT-Verantwortliche erstmals im Mai 2001 geäußert hatten, als Microsoft License 6 ankündigte. Gartner beispielsweise prognostizierte seinerzeit Kostensteigerungen zwischen 33 und 107 Prozent. Demgegenüber behauptete die Gates-Company, dass lediglich 20 Prozent der Anwender mehr bezahlen müssten; für 80 Prozent sollten die Kosten entweder gleich bleiben oder sogar sinken.

Im Zentrum der Kritik stand von Anfang an die Abschaffung der für Kunden günstigen Versions-Upgrades zugunsten eines Wartungsmodells ("Software Assurance"), das Unternehmen zur Abnahme sämtlicher neuer Versionen zwingt und einem Mietmodell ähnelt.

Wer dies nicht mitmacht, muss bei einem Release-Wechsel teure Vollversionen kaufen. Für Verwirrung im Markt sorgten zudem die zahlreichen Optionen in Zusammenhang mit License 6, die der Hersteller offenbar unzureichend vermittelte (siehe CW 13/02, Seite 14).

Microsoft tat sich deshalb mit der Einführung von Software Assurance schwer. Mit Blick auf den wachsenden Unmut der Kunden verschob der Konzern den ursprünglich auf den 1. Oktober 2001 angesetzten Stichtag für das neue Programm mehrmals.

In der aktuellen Studie gaben lediglich 28 Prozent der Befragten an, die Softwarekosten seien unter License 6 auf gleichem Niveau geblieben. 22 Prozent verbuchten hingegen Steigerungen um fünf bis 20 Prozent; für 17 Prozent ergaben sich Mehrkosten zwischen 20 und 30 Prozent. Um mehr als die Hälfte erhöhten sich die Ausgaben bei rund sieben Prozent der Kunden, gut sechs Prozent sprachen gar von einer Verdoppelung.

Dazu passt eine Umfrage, die die CW-Schwesterzeitschrift "CIO" im Jahr 2002 unter 231 deutschen IT-Leitern vornahm: Damals rechneten 199 Befragte mit steigenden Kosten durch die Umstellung. Lediglich 21 gingen von gleich bleibenden Kosten aus, elf erwarteten Einsparungen.

Microsoft hat auf die Kritik mit zahlreichen kleinen Änderungen reagiert, die im Einzelfall Kostennachteile mindern sollen. Beispielsweise senkte der Hersteller vergangenes Jahr die Einstiegsschwelle für die "Enterprise Agreement Subscription License", das Volumenlizenzprogramm für große Kunden, von 500 auf 250 Lizenzen. Erst kürzlich kündigte das Management ein modifiziertes Preismodell für Server-Software auf partitionierten Multiprozessor-Servern an. (wh)