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10.06.1994

Studie ueber Job-hopping in der DV-Branche Fuehrungskraefte wechseln oefter den Arbeitsplatz als Spezialisten

Die Mitarbeiter der DV-Branche galten lange Zeit als besonders wechselfreudig - unabhaengig von Position und Alter. Dieses weit verbreitete Geruecht wurde nun im Rahmen einer Untersuchung widerlegt.

Kaum einer anderen Berufsgruppe wird eine so hohe Wechselfreudigkeit des Arbeitsplatzes nachgesagt wie den Mitarbeitern der DV-Branche. Im Rahmen einer repraesentativen Erhebung von r&p management consulting, Hamburg, wurden insgesamt 1500 DV-Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen (DV-Spezialisten, Fuehrungskraefte) zu ihrem Wechselverhalten befragt.

Demnach weist das Wechselverhalten der DV-Branche im allgemeinen kaum Unterschiede zu anderen Berufsgruppen auf. So gaben fast 40 Prozent der Befragten an, in ihrer Laufbahn ueberhaupt keinen Arbeitsplatzwechsel vorgenommen zu haben. Weitere 25 Prozent weisen einen einzigen Arbeitsplatzwechsel auf und arbeiten somit langfristig entweder bei ihrem ersten oder beim zweiten Arbeitgeber.

Ein weiteres Fuenftel der Befragten wechselte maximal zweimal den Arbeitgeber. So bleibt lediglich ein geringer Anteil von 14 Prozent von Mitarbeitern, die mehr als zweimal die Arbeitsstelle wechselten.

Einen hohen Einfluss auf das Wechselverhalten hat nach Auswertung der Studienergebnisse das Lebensalter. Mitarbeiter der Altersgruppe zwischen 33 und 38 Jahren bilden mit 25 Prozent den groessten Anteil an wechselnden DV-Mitarbeitern.

Darueber hinaus brachte die Auswertung der Befragung auch interessante Zusammenhaenge im Hinblick auf die Arbeitsplatzposition. Waehrend die DV-Spezialisten relativ selten den Arbeitsplatz wechseln, drehen die Fuehrungskraefte intensiv das Stellenkarussell.

Durchschnittlich 3,9 Mal muss ein DV-Mitarbeiter das Unternehmen wechseln, bis er die Position eines DV-Leiters erreicht hat. Es stellt sich jedoch auch hier die Frage, ob dieses haeufige Wechselverhalten ein DV-spezifisches Merkmal ist, oder in anderen Branchen ebenso notwendig zur Erreichung einer Fuehrungsposition ist.

Die Ergebnisse der Studie lassen eine Reihe von Rueckschluessen auf die Arbeitsmarktsituation zu. So hat sich der Personalmarkt fuer DV-Spezialisten inzwischen voellig normalisiert. DV-Mitarbeiter sind heute mit einem aus- geglichenen, teilweise sogar ueberlaufenen Arbeitsmarkt konfrontiert. Hinzu kommt, dass Stellenabbau bei den DV-Herstellern und selbst bei Softwarehaeusern laengst kein Fremdwort mehr ist.

Viele DV-Positionen werden umstrukturiert, nach aussen verlagert oder komplett gestrichen. Darum muessen sich viele DV-Spezialisten in Zukunft neu orientieren und zusaetzlich qualifizieren. Das geforderte Engagement wird sich eher negativ auf die Wechselwilligkeit auswirken.

Die hohe Wechselfrequenz von DV-Fuehrungskraeften wird in der Studie als wenig nutzbringend bewertet.

So reisst gerade die Fuehrungskraft, die in den meisten Faellen ja selbst ueber das Wechselverhalten von Bewerbern zu urteilen hat, mit jedem Wechsel tiefe Loecher in den fachlichen und Fuehrungsbereich eines Unternehmens.

Hier ist vor allem von Seiten der Unternehmen viel Initiative gefragt, um potentiellen Managern einen reibungslosen beruflichen Aufstieg auch innerhalb des eigenen Unternehmens zu erleichtern. Die Praxis hat gezeigt, dass dazu finanzielle Anreize alleine nicht ausreichen.

Vielmehr sollten die Unternehmen dazu uebergehen, mit ihren Arbeitnehmern gezielte Schritte zur Karriereplanung vorzunehmen, in dem sie etwa Moeglichkeiten und Perspektiven ihrer Laufbahn offen diskutieren.

Eine zukunftsorientierte Foerderung des Fuehrungsnachwuchses, so wie sie in anderen Unternehmensbereichen laengst Standard ist, bildet in den Strukturen der Datenverarbeitung in den meisten Firmen bisher noch die Ausnahme.

Nicht zuletzt deshalb sehen wohl viele Arbeitnehmer die bessere Chance im Arbeitsplatzwechsel.