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11.12.1981 - 

Akademie für Datenverarbeitung (ADV) in Böblingen:

Studieren in der Nachbarschaft von Big Blue

Viele Abiturienten erwerben ihre berufliche Qualifikation nicht durch ein theoretisch und wissenschaftlich orientiertes Studium, sondern suchen nach praxisorientierten Ausbildungsgängen mit guten Berufsaussichten. Eine solche Abiturientenausbildung zum "staatlich geprüften Informatiker" kann seit 1978 an der Akademie für Datenverarbeitung in Böblingen (staatlich) absolviert werden.

Diese Ausbildung erstreckt sich über drei Jahre, gliedert sich in Grundstufe, einjähriges Praktikum mit Aufbaustufe und hat sich im Bereich Wirtschaft und Verwaltung bestens bewahrt. Das große Interesse sowohl an Praktikanten als auch an Absolventen bestätigt die Richtigkeit dieser Ausbildung.

Im Bereich der technischen DV-Anwendungen wird der Personalbedarf heute hauptsächlich durch Mitarbeiter abgedeckt, die ein technisches Studium absolviert haben, das heißt, diese Mitarbeiter kommen entweder von der Hardware- oder von der Anwenderseite. Fundierte Softwarekenntnisse werden in der Regel nach dem Studium erworben.

Die ADV bildet softwareorientiert aus. Ausgangspunkt der Überlegungen ist, daß ein qualifizierter DV-Mitarbeiter im technischen Bereich kein theoretisch und wissenschaftlich orientiertes Fachstudium benötigt, sondern eine softwareorientierte Ausbildung mit einer gezielten Schulung des logischen Denkvermögens in technischen Funktionen und Systemen eine gute Basis für die spätere Berufspraxis bildet. Der Hardware- und Anwenderbezug wird durch Vermittlung entsprechender Grundlagen berücksichtigt.

Die DV-Ausbildung beginnt im ersten Semester mit der Vermittlung von Grundlagenwissen. Durch das Erlernen einer problemorientierten Programmiersprache (PL/I) können die Studierenden bald eigene Programme schreiben. Im Rahmen der Organisationslehre werden unter anderem betriebliche Zusammenhänge dargestellt, während die Arbeitstechniken/Betriebspsychologie unter anderem die Grundlagen für das menschliche Zusammenleben bildet.

Im Wahlpflichtbereich erfolgt eine besondere Betonung der Technik. Der Schwerpunkt wird hier auf die Prozeßautomatisierung gelegt. Wegen des hohen Komplexitätsgrades und der großen Anzahl verschiedenartiger technischer Prozesse kann das Gebiet der Prozeßtechnik nicht umfassend behandelt werden. Um aber die grundlegenden Zusammenhänge verstehen zu können, wird in der Meß-, Steuerungs- und Regelungstechnik von einer Einführung in die Prozeßtechnik ausgegangen. Eine Vertiefung erfolgt für den Spezialfall fertigungstechnischer Prozesse (Fertigungstechnik). Da ein softwareorientierter Mitarbeiter keine speziellen Kenntnisse der elektrischen Meßtechnik benötigt (gegebenenfalls Aneignung während der praktischen Tätigkeit), werden schwerpunktmäßig die Prozeßgrößen behandelt unter spezieller Berücksichtigung des Funktions- und Systemdenkens. Das Grundlagenfach Elektronik schafft die Voraussetzungen zum Verständnis der Nahtstellen zwischen den einzelnen Funktionsbausteinen der Mikroprozessortechnik einerseits und zwischen dem Rechner und dem Prozeß andererseits. Im Mikroprozessorunterricht werden der Grundaufbau und die Wirkungsweise des Mikroprozessors einschließlich einiger charakteristischer Funktionsbausteine, die Programmierung in Maschinensprache und Assembler unter Berücksichtigung moderner Programmiertechniken und das Zusammenwirken zwischen Mikroprozessor und Prozeß gelehrt. Praktische Aufgaben und Übungen an einem Mikrocomputer-Entwicklungsplatz vertiefen den Stoff.

Der Unterricht in Industriebetriebslehre und Assembler (zweites Semester) vervollständigt das Stoffangebot und schafft damit die Voraussetzungen für ein Programmier- und Organisationspraktikum im industriellen Bereich oder auf dem Gebiet der Prozeßautomatisierung.

Das einjährige Praktikum dient der Anwendung und Erweiterung der in der Grundstufe erworbenen Kenntnisse an Hand praktischer Aufgaben im Betrieb. Die Auswahl der Praktikumsstelle obliegt dem Praktikanten, sie bedarf der Zustimmung der ADV. Der Praktikant ist nach einem Plan auszubilden, der zwischen der ADV und der Praktikumsstelle vereinbart wird. Dabei soll insbesondere die Mitwirkung an der Gesamtgestaltung von Datenverarbeitungsprojekten vorgesehen werden. Nach Abschluß des Praktikums muß eine

Praktikumsarbeit über ein Thema aus dem Aufgabengebiet des Praktikanten angefertigt werden.

In der Aufbaustufe (fünftes und sechstes Semester) werden die Grundlagen des ersten Ausbildungsjahres sowie die im Praktikum erworbenen Kenntnisse erweitert und vertieft. Die ergänzenden Fächer des Pflichtbereiches gehen aus der Stundentafel hervor.

Im Rahmen der Prozeßdatenverarbeitung werden unter anderem Themen wie Prozeßautomatisierungssysteme, Prozeßrechneraufbau, Probleme bei der Signalübertragung, Echtzeitprogrammierung und -betriebssysteme behandelt. Der Mikroprozessorunterricht ermöglicht aufgrund einer guten modelltechnischen Ausstattung die Analyse verschiedener technischer Prozesse, die Durchführung von Hardwarefunktionstests, den Entwurf sowie die Realisierung von Softwarekonzepten zur Prozeßautomatisierung. Die Programmierung sowie der Test der Gesamtsysteme erfolgt unter anderem mit Hilfe eines Mikrocomputer-Entwicklungsplatzes.

An der AVD wird davon ausgegangen, daß bei sehr vielen Automatisierungsprojekten ein Team an der Lösung der gestellten Aufgabe beteiligt ist und somit der Softwarespezialist in der Lage sein muß, die beteiligten Spezialisten der Prozeßtechnik und der Hardware zu verstehen. Ein Softwarespezialist kann aufgrund der komplexen Systeme nicht die Probleme der Prozeßtechnik und die der Hardware im Detail lösen.

Industriebetriebslehre und DV-Anwendungen in der Aufbaustufe schaffen die Voraussetzungen für einen flexiblen Einsatz der Absolventen auch im betriebswirtschaftlichen Bereich (etwa Fertigungssteuerung) eines Industriebetriebes.

Informationen: Akademie für Datenverarbeitung, Danziger Str. 6, 7030 Böblingen, Tel.: 0 70 31/22 40 26 - 28.