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04.07.1997 - 

Fichtner befürchtet Overhead durch Reorganisation

Stühlerücken bei 3Com

Dicke Luft bei 3Com. Nachdem das Unternehmen im März für sieben Milliarden Dollar U.S. Robotics schluckte und somit durch die zweitteuerste Akquisition der DV-Geschichte Schlagzeilen machte, hat nun das große Stühlerücken begonnen. "Die Stimmung ist frostig, die Leute laufen weg, weil in diesem Klima das Arbeiten keinen Spaß mehr macht", schildert ein Insider die Situation bei der 3Com Deutschland GmbH in München.

Opfer der Neustrukturierung der Business Units sowie des Managements sind jetzt auch Fichtner und Müller geworden. In den offiziellen Stellungnahmen heißt es lapidar, beide würden 3Com aus persönlichen Gründen verlassen. Die Hauptursache für das Ausscheiden der zwei Manager liegt jedoch in der von Boston Consulting verordneten Reorganisation. Sowohl die Position von Fichtner als auch die von Müller wurde durch die Einführung der drei globalen Geschäftsbereiche "Enterprise Systems Business Unit", "Client Access Business Unit" sowie "Carrier Systems Business Unit" gestrichen.

"3Com wird in Europa und weltweit anders ausgebaut, als es meinen Vorstellungen entspricht", nennt Fichtner gegenüber der CW den Grund für seinen Ausstieg. Künftig werden die Geschäftsbereiche der jeweiligen Länderniederlassungen direkt an die US-Zentrale berichten. Fichtners Job als Europa-Chef wurde somit überflüssig, ein Verbleiben bei 3Com hätte für ihn einen Abstieg bedeutet.

"So kann eine Company nicht funktionieren", macht Fichtner allerdings auch keinen Hehl daraus, was er von der Umstrukturierung hält. Die neue Management-Struktur mit den drei weltweiten Business Units betrachtet er als Overhead. "Es kann dem Geschäft nicht zuträglich sein, daß jegliche Entscheidung in die USA verlagert wird. Das ist in unserer schnellebigen Zeit ein Nachteil", glaubt Fichtner.

Nach Ansicht des Managers ist es eine ganz normale Begleiterscheinung von Übernahmen, daß Unruhe in die betroffenen Unternehmen gebracht wird. Für 3Com sei es deshalb wichtig, den Merger innerhalb weniger Monate organisatorisch zu verkraften, will die Company nicht die Fehler wiederholen, die bei der Fusion von Synoptics und Wellfleet zu Bay Networks gemacht wurden. "Das Zögern hat Bay Networks das Genick gebrochen", ist der noch bis September aktive Europa-Chef überzeugt.