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12.11.1976

"Stürmische Expansion unwahrscheinlich"

In der Nummer 39 der CW verwenden Sie volle 6 Seiten auf die Darstellung der "State of the Art" auf dem Sektor "Grafische Datenverarbeitung". Die Gesamtdarstellung sowie die Einzelberichte zeigen sehr deutlich, wie sehr selbst eine angesehene Fachzeitung wie die Computerwoche diesen neuen, aber stark expandierenden Zweig der Datenverarbeitung völlig verkennt.

Die Kommentare über die "nicht vorhandene" Software oder das Zitat der Marktführer im Plotter-Business "daß sie nämlich für die Entwicklung von Anwendungs-Software mehr getan haben als die Mainframer" ist eine völlige Verkennung der tatsächlichen Situation, es sei denn bei CAD "Mainframer" sind die IBMs oder Data Generals gemeint. (Anm. d. Red.: Sie sind es tatsächlich.) Diese Einschätzung wird schon allein dadurch widerlegt, daß die bei weitem größte Zahl der bisher installierten echten CAD-Systeme in Assembler-Sprache programmiert sind und schlüsselfertige Systeme darstellen. Da der typische CAD-Benutzer in den seltensten Fällen Berufsprogrammierer zur Seite hat, ist es - sowohl für den Anwender wie für den Unterlieferanten von Ein/Ausgabestationen - praktisch unmöglich, eigene Software beizusteuern oder die vom Systemhersteller gelieferte Software zu modifizieren. Erst in jüngerer Zeit gibt es Zeichen eines Übergangs zur Compiler-Sprache für die Programmierung von CAD-Systemen. Das mag als Definitions-Haarspalterei angesehen werden, aber in Fachkreisen dürfte feststehen, daß ein Plotter an eine IBM 370 angeschlossen oder eine Design-Konsole an eine Eclipse angeschlossen, noch lange kein CAD- oder CAM-System darstellen.

Zur Zeit gibt es etwa 40 CAD-Systeme im Produktionseinsatz in der BRD; das ist in etwa die gleiche Anzahl, die in Frankreich und in England im Einsatz sind. Weltweit dürfte sich die Zahl der Installationen um die 1000 bewegen, wobei etwa 800 auf die USA entfallen. "Die BRD ist noch ein CAD-Entwicklungsland" mag zwar sachlich richtig sein, ist aber sicherlich irreführend, denn das gleiche trifft auf die übrige Welt zu, einschließlich USA CAD/CAM im praktischen Einsatz gibt es bestenfalls seit 5 oder 6 Jahren; der Einstiegpreis liegt zwischen 400 000 und 800 000 Mark; die Einführung verlangt grundsätzliche Änderungen im Arbeitslauf der betroffenen Konstruktions- und Entwicklungsabteilungen: Alles Faktoren, die eine stürmische Expansion unwahrscheinlich machen.

*Dr. Reinhold P. Sell ist Geschäftsführer der Computervision Europe, Langen/Frankfurt, die nach eigenen Angaben zirka 40 Prozent der bisher installierten "dedicated CAD-Systems" geliefert hat.