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24.06.1994

Suche nach asiatischem Partner AT&T versucht der Telekom Steine in den Weg zu rollen

BONN (pg) - Zuversicht bei der Telekom: Nach der Uebereinkunft mit dem amerikanischen Carrier Sprint (vgl. Seite 19) sehen die Bonner den Deal weder durch die ausstehende Privatisierung noch durch das Genehmigungsverfahren der US-Regierung gefaehrdet. AT&T hat die Behoerden jedoch aufgefordert, der Telekom und France Telecom den Zutritt zum US-Markt wegen deren Sprachmonopol zu verwehren. Ebenso ist das Telekom-Geschaeft verfassungsrechtlich umstritten.

"Die Privatisierung ist keine Vorbedingung fuer den Deal mit Sprint", teilte Klaus Czerwinski, Sprecher der Telekom, gegenueber der COMPUTERWOCHE mit. Er liess keinen Zweifel an der Entschlossenheit des noch staatlichen Unternehmens, das Geschaeft mit der Nummer drei des US-Fernsprechmarktes zu realisieren. Den Kauf ihrer Anteile an Sprint wird die Telekom uebrigens aus ihrem Budget finanzieren und nicht, wie bisweilen zu hoeren war, aus dem Erloes der Aktien im Fall der Privatisierung.

Obwohl die Telekom eine gewisse verfassungsrechtliche Unsicherheit konstatiert, fuehlen sich die Bonner in ihrem Tun moralisch durch Politik und Industrie unterstuetzt. Dort, so Czerwinski, herrsche weitgehend Konsens ueber die Handlungsweise der Telekom. Das Team um Telekom-Chef Ricke rechnet deshalb nicht mit Klagen in Karlsruhe, zumal der deutsche Carrier bereits 30 Prozent der Aktien an der ungarischen Matav erworben hat, ohne dass groessere juristische Bedenken laut wurden.

Gelassen sehen die Deutschen auch dem Genehmigungsverfahren in den USA entgegen, trotz der scharfen Kritik des groessten US-Carriers AT&T. Der TK-Gigant moniert, die Heimmaerkte der Telekom und von France Telecom seien fuer US-Anbieter tabu. AT&T fordert deshalb von der US-Administration, die Europaeer so lange vom US-Markt auszusperren, wie deren Monopol im eigenen Land aufrechterhalten bleibt.

Washington fordert das Ende des Sprachmonopols

In der Telekom-Zentrale weist man dagegen die Vorwuerfe der Amerikaner zurueck. "Es ist ganz natuerlich, dass die Konkurrenz jetzt versucht, uns Steine in den Weg zu rollen", sagte Czerwinski. Grundsaetzlich rechne die Telekom aber nicht mit Schwierigkeiten, da die AT&T-Argumentation des verschlossenen deutschen Marktes falsch sei. Die Telekom gehe deshalb von einer serioesen Untersuchung durch die Regierungsgremien aus, die dieses Vorurteil widerlegen werde.

Mittlerweile ertoenen aus dem US-Justizministerium aber schon Stimmen, die ein schnelles Okay zu dieser TK-Allianz unwahrscheinlich erscheinen lassen. Wie der Informationsdienst "vwd" berichtet, hat die in der Behoerde fuer Kartellrechtsfragen zustaendige Abteilungsleiterin, Anne Bingaman, Vorbehalte gegen den geplanten Einstieg der Europaeer am US-Markt geaeussert. Washington fordert zum Beispiel die Aufhebung der staatlichen Sprachmonopole deutlich vor dem 1. Januar 1998.

Der Telekom-Vertreter dementierte auch Spekulationen, die geplante Fusion zwischen Sprint und Outsourcer EDS sei an der Telekom und France Telecom gescheitert. "Wir haben daraus kein Junktim gemacht", meinte Czerwinski, der den Abbruch der Gespraeche auf rein finanzielle Differenzen zwischen den Verhandlungspartnern zurueckfuehrt. Er betonte aber auch, dass die DV-Servicetochter Eunetcom eine Keimzelle fuer die gemeinsamen Aktivitaeten sei und in den Deal mit eingebunden werde.

Darueber, ob und wann ein oder mehrere asiatische Vertreter dem Dreigespann beitreten, wollte der Pressesprecher keine Aussagen machen. Grundsaetzlich befuerworte man in Bonn die Aufnahme eines asiatischen Partners. Ob dies Nippon Telegraph & Telephone (NTT) oder ein anderer Netzbetreiber sein werde, sei noch nicht klar, weil im japanischen Markt 1995 ein regulatorischer Umbruch anstehe.