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31.03.2000 - 

Unternehmensberater finden Riss in der Logistikkette

Sudien zeigen Nachholbedarf beim Supply-Chain-Management auf

MÜNCHEN (CW) - Kundenservice und E-Business verlangen eine gute Logistik. So selbstverständlich das auch klingt, praktisch umgesetzt wird es nicht, fand Arthur D. Little heraus. Erfolgsgarant für effektive Verkaufskanäle wäre, so die Unternehmensberatung, ein konsequentes Supply-Chain-Management. Dies scheitert jedoch am Widerstand der Mitarbeiter und branchentypischen Hürden.

Branchenübergreifend scheitert ein Supply-Chain-Management zumeist an der notwendigen Änderung von Ablauf- und Aufbauorganisation. In großen Firmen stellt bereits die Definition gemeinsamer Ziele oder die Kapitulation vor der Komplexität ein unüberwindliches Hindernis dar. Die Angst der Mitarbeiter vor Veränderung aber auch Vorbehalte gegen die Weitergabe von Informationen an Lieferanten und Abnehmer verhindern außerdem eine bereichs- und unternehmensübergreifende Zusammenarbeit.

Arthur D. Little befragte 245 europäische Firmen zu ihrem Supply-Chain-Management. Dabei stellte sich heraus, dass die Branchen unterschiedlich weit sind, was die Implementierung durchgängiger Prozesse vom Kunden bis zum Lieferanten angeht. Der Automotive-Sektor kann die meisten abgeschlossenen Projekte und den stärksten Softwareeinsatz vorweisen.

Nach Angaben der Unternehmensberatung Mummert und Partner, die IT- und SAP-Leiter aus 121 führenden deutschen Unternehmen ebenfalls zum Supply-Chain-Management befragte (siehe Grafik), haben 22 Prozent solche Projekte abgeschlossen. Als nächste Aufgabe steht diesen Firmen eine stärkere Ausrichtung auf die Kundenwünsche bevor.

Am wenigsten Interesse am Supply-Chain-Management dokumentiert laut Arthur D. Little die Prozessindustrie: Zement-, Glas und Metallwerke. Nur ein Drittel der kapitalintensiven Branche verfügt über ein entsprechendes Management, und 57 Prozent der Befragten planen auch nichts derartiges. Die Barrieren sind gravierend: Neuerungen werden abgelehnt - das geben 58 Prozent als Haupthindernis an, und verlässliche Daten sind kaum verfügbar - sagt die Hälfte. 46 Prozent sehen in unterschiedliche Zielen der verschiedenen Geschäftsbereichen die höchste Hürde.

Im Gegensatz dazu funktioniert in der Gebrauchsgüterindustrie zumindest der Informationsaustausch mit den großen Distributoren. In rund 61 Prozent der Firmen ist die Funktion eines Supply-Chain-Managers verankert.

Die chemische Industrie in Europa hat, wie Athur D. Little dokumentiert, zu 74 Prozent ein entsprechendes Management implementiert. Die Hälfte der Befragten aus dieser Branche bestätigen zudem, dass sich durch die Prozessdurchgängigkeit die Einnahmen erhöht haben. Augenfällig ist außerdem, dass sich die Mitarbeitergehälter zum Teil am Erfolg der Prozesskette orientieren (bis zu zehn Prozent); das war bei rund 30 Prozent der Firmen der Fall. Darüber hinaus arbeiten die meisten Chemiefirmen mit einem ERP-System, und 50 Prozent planen, eine Supply-Chain-Management-Software zu installieren.

Für das Supply-Chain-Management in der Telekommunikationsbranche spielt das Internet eine wesentliche Rolle. Rund 37 Prozent nutzen das Medium dafür. Darüber hinaus berichteten 67 Prozent von der Notwendigkeit, verschiedene Lieferketten zu unterstützen. Zum Beispiel unterscheide sich das Endanwendergeschäft erheblich vom Business mit Netzkomponenten.

Abb.: Supply-Chain-Management-Projekte

Die meisten Unternehmen befinden sich noch in der Planungsphase eines Supply-Chain-Managements. 26 Prozent der von Mummert und Partner befragten Unternehmen wollen das Vorhaben in den kommenden Monaten angehen. Der Maschinen- und Anlagenbau hat im Branchenvergleich am meisten aufzuholen. Hier haben erst sieben Prozent der befragten Firmen ein Projekt abgeschlossen. Quelle: Mummert und Partner