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19.12.1997 - 

Internet World 97

Sun bügelt Schwächen der Java-Plattform aus

Ein Problem beim Einsatz von Java-Anwendungen ist die derzeit existierende Inkonsistenz der Ablaufumgebungen. Mehr als ein halbes Jahr nach Freigabe der Version 1.1 des "Java Development Kit" (JDK) unterstützen die beiden führenden Web-Browser noch immer nicht die Entwicklungsumgebung. Aufgrund zahlreicher Verbesserungen und neuer Funktionen empfiehlt Sun, professionelle Programme nur mit der aktuellen Java-Version zu entwickeln. Der auf der New Yorker Messe vorgestellte Activator soll Anwendern die Möglichkeit verschaffen, solche Programme trotz der fehlenden Browser-Funktionen zu nutzen. Diese Software versetzt alle Windows-Rechner, die mit dem "MS Internet Explorer" der Ausführungen 3.02, 4.0 und 4.01 ausgestattet sind, auf den aktuellen Stand. Zu dieser Aktion sah sich Sun genötigt, da Microsofts Browser nicht den Spezifikationen des JDK 1.1 entspricht.

Der Java Activator kann von der Web-Site http://java.sun.com/ products/activator heruntergeladen werden. Anfang 1998 will Sun eine solche Software auch für den Netscape Navigator 3.0 und 4.0 herausbringen. Netscape selbst bietet aber auf seiner Homepage bereits ein sogenanntes "Smart Update" für seine Browser-Software an. Geplant ist der Activator auch für andere Betriebssysteme wie Solaris, AIX und HP-UX, Fertigstellungstermine konnte Sun aber noch nicht nennen.

Ebenfalls zu sehen gab es das schon vor längerer Zeit angekündigte "Java PC". Es handelt sich dabei um ein Java-Betriebssystem, das ähnlich wie Windows 3.1 auf DOS aufsetzt. Dabei hat Sun speziell die Systeme mit 486er- oder älteren Pentium-Prozessoren im Visier. Diese Software soll betagte PCs vor der Schrottpresse retten und für das Network Computing flott machen. Anwender könnten sich nach der Vorstellung von Sun damit den bei Wintel-Rechnern üblichen, kurzen Update-Zyklen entziehen.

Das Java-System soll als Teil des vorgestellten Produkte-Bundles "Java Jumpstart for the Enterprise" vertrieben werden. Das Paket umfaßt "Jumpstart Foundation" mit dem "Java Runtime Environment" (JRE), "Java PC" und "Java Activator", "Jumpstart Webtop" mit dem Browser "Hotjava Views" und "Java Webtop Server", "Java Jumpstart Services" mit dem "Java Web Server" und dem "Java Server Toolkit". Schließlich gehören zu diesem umfangreichen Angebot noch die "Jumpstart Development Tools", die das Management-Tool "Javasafe", das visuelle Entwicklungswerkzeug "Project Phoenix" und ein Tool zur Anbindung von relationalen Datenbanken namens "Java Blend" sowie "Java Workshop" enthalten.

Auf der Internet World gab die Unix-Company ferner die nächsten Stationen im Java-Fahrplan bekannt. Noch im Dezember soll es eine Betaversion des JDK 1.1.5 geben.

Außerdem bringt Sun die Java Foundation Classes 1.1 (JFC) einschließlich der "Swing"-Komponenten heraus. Dabei handelt es sich um Klassenbibliotheken zur Programmierung von grafischen Oberflächen. Mit der neuen Variante lassen sich Java-Anwendungen erstellen, die sich in ihrem Aussehen an die zugrundeliegende Plattform dynamisch anpassen. Auf diese Weise erscheint ein Java-Programm auf dem Macintosh mit dem üblichen "Look & Feel". Außerdem sollen damit Java-Anwender in der Lage sein, die von anderen fensterorientierten Benutzeroberflächen bekannten Drag-and-drop-Funktionen zu nutzen.

In puncto höherer Ausführungsgeschwindigkeit von Java beließ es Sun bei einer Ankündigung. Die eigentlich für Ende 1997 geplante "Hotspot Java Virtual Machine" soll nach Angaben des Herstellers Bytecode ähnlich schnell ablaufen lassen wie mit C++ erstellte native Programme. Für Entwickler wird es im ersten Quartal 1998 eine Early-Access-Version geben, Endanwender müssen sich bis zum Sommer kommenden Jahres gedulden.

Ebenfalls mit Verspätung veröffentlichte Sun auf der Internet World den Entwurf der Spezifikation für "Enterprise Javabeans" (siehe CW Nr. 46 vom 14. November 1997, Seite 14). Dieses API erlaubt es Entwicklern, plattformunabhängige Business-Anwendungen zu erstellen. Enterprise Javabeans nehmen laut Herstellerangaben dem Entwickler eine Reihe von Aufgaben ab. Mußten Software-Ingenieure bisher sowohl die Business-Logik als auch die systemnahen Programme selbst entwickeln, so können sie sich nun auf die Geschäftsanwendung konzentrieren.