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Revolte unter der Federführung von Microsoft und HP


10.11.1998 - 

Sun droht Java-Kontrolle zu entgleiten

MÜNCHEN (CW) - Unter der Leitung von Microsoft und HP formierten sich 15 Hersteller, die größeren Einfluß auf den Standardisierungsprozeß von Java nehmen wollen. Diese Real Time Java Working Group will den Hebel bei der anstehenden Spezifikation von Echtzeiterweiterungen ansetzen, um Sun die Kontrolle über Java zu entziehen.

Die Gruppe von 15 IT-Herstellern, darunter auch Siemens, wiederholte Vorwürfe, die Microsoft und Hewlett-Packard schon in der Vergangenheit erhoben hatten: Sun sei zu langsam bei der Weiterentwicklung von Java, verlange zu hohe Lizenzgebühren und schließe Firmen vom Standardisierungsprozeß aus, die nicht Lizenznehmer seien. Dazu zählen auch die Anführer der Revolte, die zwar Java, aber nicht das Streitobjekt "Embedded Java" in Lizenz genommen haben. Laut offizieller Erklärung will die Real Time Java Working Group in Abstimmung mit dem amerikanischen National Institute of Standards and Technologies einen "offenen, herstellerunabhängigen Standardisierungsprozeß" für die Spezifikation von Echtzeiterweiterungen in die Wege leiten.

Der Vorstoß von Microsoft und HP konzentriert sich nicht zufällig auf die Java-Variante für eingebettete Systeme. Mit Java kristallisiert sich dort ein Standard heraus, der einen riesigen, bisher in proprietäre Umgebungen zersplitterten Markt für Software-Anbieter erschließt. Mit den Echtzeiterweiterungen eignet sich Java zusätzlich für den Einsatz bei Robotern und der Produktionssteuerung.

Sowohl Microsoft als auch HP beschränken sich bei eingebetteten Systemen nicht darauf, mehr Einfluß auf Java zu bekommen. Die Gates-Company kündigte erst kürzlich "Embedded NT" und "Windows Cards" an (siehe CW 44/98, Seite 6), HP stellte unlängst die Version 2.0 seines Java-Clones "Chai" vor.