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07.09.2001 - 

Sun erwartet Verlust für das erste Quartal

MÜNCHEN (CW) - Wie im vorangegangenen Quartal werden die Buchhalter von Sun Microsystems wahrscheinlich auch im ersten Viertel des laufenden Geschäftsjahres 2002 rote Zahlen schreiben.

Anlässlich einer Analystenkonferenz zur Quartalshalbzeit erklärte Finanzchef Michael Lehman, dass es sehr schwer werde, einen Umsatz von 3,7 Milliarden Dollar zu erreichen, der nötig sei, um ein zumindest ausgeglichenes Ergebnis zu präsentieren. Analysten rechneten für die Monate Juli bis September 2001 mit Einnahmen in Höhe von 3,8 Milliarden Dollar und einem Gewinn pro Aktie von zwei Cent. Nach Einschätzung Lehmans lasse sich dieses Ziel nur mit einer deutlich wachsenden Nachfrage in den nächsten Wochen erreichen. "Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich jedoch nicht darauf bauen, dass dies eintritt", prognostiziert der Sun-Manager.

Europa und Japan bleiben hinter Erwartungen zurückAls Ursache der anhaltend schlechten Zahlen identifiziert Lehman die bereits seit Monaten herrschende konjunkturelle Flaute. Vor allem in Europa und Japan sei die Nachfrage nach Sun-Produkten in den vergangenen Monaten sehr schwach gewesen. Dagegen habe der im kalifornischen Palo Alto ansässige Serverhersteller die Vorgaben für den US-Markt fast erfüllen können.

Konkrete Zahlen, was Umsatz oder Verlust für das erste Quartal anbelangt, nannte der Finanzchef nicht. Dafür sei die Marktsituation zu unsicher. Auch mit Prognosen, wann das Unternehmen wieder schwarze Zahlen schreiben werde, geizte der Finanzchef.

Bewahrheiten sich die düsteren Vorhersagen, schreibt der Server-hersteller im zweiten Quartal in Folge rote Zahlen und legt damit für das Geschäftsjahr 2002 ein klassischen Fehlstart hin. Bereits im vierten Quartal des Ende Juni abgeschlossenen Geschäftsjahres 2001 verbuchte Sun nach zwölf Gewinnjahren erstmals einen Verlust von 88 Millionen Dollar. Der Umsatz schrumpfte um 20 Prozent von fünf auf vier Milliarden Dollar. Im ersten Quartal des zurückliegenden Geschäftsjahres konnte sich Sun noch über einen Umsatz von fünf Milliarden Dollar sowie einen Gewinn von 510 Millionen Dollar oder 15 Cent pro Anteilschein freuen.

Trotz der heiklen Lage versucht Lehman für die Zukunft Optimismus zu verbreiten. Langfristig habe der Serverspezialist verglichen mit den Wettbewerbern die besseren Aussichten. Eine Begründung für diese Einschätzung bleibt er jedoch schuldig. Ferner verweist der Finanzmann auf die Barreserven des Unternehmens in Höhe von sechs Milliarden Dollar. Damit ließe sich eine längere Durststrecke überwinden. Außerdem werde es gelingen, die operativen Kosten im ersten Quartal knapp unter 1,6 Milliarden Dollar zu drücken und damit unter dem Stand des vierten Quartals des zurückliegenden Geschäftsjahres zu bleiben. Unter diesen Voraussetzungen soll es laut Lehman im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres wieder aufwärts gehen. Eine genaue Prognose will er jedoch nicht abgeben.

Analysten sehen Suns Zukunft allerdings in weniger rosigen Farben. Augenblicklich sei nur klar, dass es weiter bergab geht, erklärt Dan Niles, Analyst von Lehman Brothers. Es gebe keine Anzeichen für eine Wende zum Positiven. Experten von Goldman Sachs und Merrill Lynch gehen davon aus, das der IT-Konzern seine Kosten weiter senken muss, um wieder schwarze Zahlen zu schreiben.