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23.01.2007

Sun geht fremd

Die Zeiten, in denen es klar abgegrenzte Lager gab, sind vorbei. Das gilt für die Politik genauso wie die IT. Die ideologischen Kämpfe sind von gestern. Das belegt einmal mehr das Anfang der Woche angekündigte Abkommen zwischen Sun und Intel. (siehe Seite 1). Sun-Chef Jonathan Schwartz und Intel-Boss Paul Otellini kündigten am Montag an, dass Sun im x86-Segment neben AMD-Prozessoren künftig auch Intels Xeon-Chips anbieten wird.

Dabei hatte Sun sich lange geweigert, überhaupt x86-Prozessoren einzusetzen. Zwar hatte das Unternehmen 2002 schon einmal Solaris auf Intel-Servern angeboten, die Offerte aber nach ein paar Monaten wieder zurückgezogen. Erst 2005 rang sich Sun aufgrund der veränderten Marktlage zu einem erneuten Angebot auf x86-Basis durch. Dieses Mal stattete man die Server allerdings nicht mit Intel-Chips aus, sondern mit denen des kleinen Rivalen AMD. Der Opteron war der erste Server-Prozessor mit einer 64-Bit-Extension. So konnte auch Software, die für 32-Bit-Architekturen geschrieben war, weiter benutzt werden. Mit dem reinen 64-Bit-Prozessor Itanium von Intel ging das nicht. Deshalb wählte Sun damals richtigerweise AMD.

Doch die Exklusivität ließ sich nicht aufrecht erhalten. Inzwischen hat Intel mächtig aufgeholt und den Experten zufolge auch technisch wieder die Führungsposition übernommen. Deshalb ist die Partnerschaft mit dem Chip-Krösus nur konsequent. Wenn Sun seinen Kunden in Zukunft Server mit Prozessoren von AMD und Intel anbieten kann, ist das Unternehmen in der Lage, vom Renommee des jeweils gerade leistungsstärksten Chips zu profitieren. Eine Exklusiv-Vereinbarung mit AMD hätte das verhindert.

Mit dem Intel-Deal beweist Sun-Chef Schwartz, dass er keinerlei ideologische Scheuklappen trägt, sondern sein Unternehmen dorthin lenkt, wo die meisten Umsätze gemacht werden - im Segment der Intel-Server. Außerdem wertet er mit der Zusammenarbeit das Betriebssystem Solaris auf, das Intel künftig als Betriebssystem für unternehmenskritische Umgebungen empfiehlt. Mit Intel-Servern lässt sich zwar keine große Marge erzielen, aber Sun braucht sie aus zwei Gründen: Sie stellen das Einstiegssystem dar, um in Unternehmen Fuß zu fassen und ihnen vielleicht später leistungsstärkere und teurere Sparc-Systeme zu verkaufen. Darüber hinaus nimmt das Intel-Abkommen Sun endgültig den Exotenstatus, auf den Sun-Chef Scott McNealy jahrzehntelang gesetzt hat. Heute kauft aber niemand mehr Exoten, sondern Mainstream und das hat Schwartz erkannt.

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