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16.10.1998 - 

Weniger Probleme bei Standardisierung erhofft

Sun gewährt Einfluß auf Java

Schon bisher trugen eine Reihe von Firmen zur Entwicklung von Java bei. So stammt die Schnittstelle zu Verzeichnisdiensten (Java Naming and Directory Interface = JNDI) großteils von Novell, IBM steuerte einen wesentlichen Anteil für die Spezifikation der Enterprise Java Beans (EJB) und der Implementierung anderer APIs bei. Dieser Prozeß verlief informell, und es oblag dem Gutdünken von Sun, Vorschläge zu akzeptieren. Zukünftig will die McNealy-Company die Kooperation mit Lizenznehmern auf ein klares formales Fundament stellen.

Einzelne Java-Lizenznehmer zeigten sich optimistisch über die geplanten Mitsprachemöglichkeiten. So erwartet die ehemalige Smalltalk-Company Gemstone, daß Sun damit Einfluß auf die Weiterentwicklung von Java verliert und diese in Expertengruppen verlagert wird.

Ein wesentlicher Beweggrund für den veränderten Umgang mit den Lizenznehmern dürfte die bereits länger anhaltende Kritik an Suns Java-Politik sein. Widerstand von traditionellen Konkurrenten bekam Sun in den Gremien der International Standardization Organization (ISO) zu spüren, als der Workstation-Anbieter für sich die Rolle des alleinigen Wächters über den Standardisierungsprozeß beanspruchte. Zwar billigte ihm die ISO diesen Status zu, jede neue Java-Version muß aber den Segen der Standardisierungsgremien erhalten. Die eigenmächtige Entwicklung neuer Spezifikationen könnte aber dort auf den wachsenden Widerstand der Lizenznehmer stoßen.

Sun verspricht sich zudem von einer weiteren Öffnung der Java-Technologie, daß Hersteller wie Hewlett-Packard oder Fujitsu aufgrund ihres größeren Einflusses zukünftig auf Extratouren verzichten.

Nicht zuletzt vermuten Marktbeobachter, daß Sun damit ein Gegengewicht zur übermächtigen Rolle der IBM schaffen will. Der wichtigste Verbündete in Sachen Java machte die Weiterentwicklung der Plattform durch enormen Know-how-Transfer in dieser Geschwindigkeit erst möglich. Vor allem aber zeigt sich Big Blue engagierter und erfolgreicher bei der Umsetzung von Java in Produkte und könnte zu Suns wichtigstem Konkurrenten werden. So nutzt die IBM die steigende Popularität von Java auf dem Server für eine neue AS/400-Offensive. Geplant ist der Verkauf einer OEM-Variante, die neben einem abgespeckten OS/400 eine Java Virtual Machine (JVM) enthält. Nach allgemeiner Einschätzung entfaltet das objektorientierte 64-Bit-System eine besonders gute Leistung bei der Ausführung von Java-Programmen und könnte damit Suns Sparc-Rechnern ernsthafte Konkurrenz machen.

Weniger den Wettbewerb als vielmehr das Desinteresse der Lizenznehmer muß Sun derzeit hingegen bei Java-Chips fürchten. Die Unix-Company stellte mittlerweile Prototypen des "Microjava 701" vor, keiner der Partner beabsichtigt derzeit aber eine Serienproduktion.