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03.06.1988 - 

Zweifel an Unix-Bekenntnis der IBM:

Sun hält OSF für eine Rauchbombe

MÜNCHEN (ch) - Die Stiftung sei eine "80-Millionen-Dollar-Rauchbombe", eine "Anzeigenkampagne", äußerte sich Scott McNealy, President von Sun Microsystems zu den Aktivitäten der Open-Systems-Foundation-Gruppe, die einen weiteren Unix-Standard anstrebt (siehe CW Nr. 22 vom 27. Mai, Seite 1).

Sun ist neben AT&T am stärksten mit der Entwicklung einer standardisierten Unix-Version befaßt und wäre von der OSF-Tätigkeit am meisten betroffen. Ironische Anmerkung des Sun-Chefs: Er sei ,.recht erfreut" über diese Initiative. Durch sie gewinne Unix an Gewicht in der DV-Szene. OSF trage mehr zur Verbreitung des Standard-Betriebssystems bei, als Sun es jemals gekonnt hätte.

Für die Gründer der OSF jedoch könne der Schuß nach hinten losgehen. So sei es für DEC-Anwender recht verwirrend, sich in Zukunft mit drei Betriebssystemen konfrontiert zu sehen: VMS, Ultrix und der auf der IBM-Entwicklung AIX basierenden OSF-Version von Unix. OSF-Unix stelle die DV-Szene vor eine Reihe ungeklärter Fragen: etwa nach der Auswahl des Instruktionssatzes, der Systemaufrufe, nach dem Floppy-Format, der Netzwerkeinbindung und der Zuordnung der Urheberrechte. Die Schlüsselfrage für ihn sei, so McNealy, ob es jemals Software geben werde, die unter OSF-Unix laufe, unter dem von Sun propagierten Unix System V jedoch nicht.

Auch mit der Rolle von IBM in der Stiftung setzte sich McNealy auseinander: "GIauben Sie wirklich, IBM wolle Unix zum Durchbruch verhelfen? Er bezeichnete Big Blues Vorgehen als "brillant". Mit der Bedingung, AIX als Basis für die OSF-Entwicklung zugrunde zu legen, habe IBM die in Unix-Angelegenheiten zum Teil wesentlich erfahreneren OSF-Gründungsmitglieder, wie DEC, Nixdorf, Apollo und Hewlett-Packard, "neutralisiert und unterworfen". Auf die Frage, ob jetzt X/Open auseinanderbrechen werde, meint NcNealy OSF erschwere die Tätigkeit vonX/ Open erheblich.

Von den OSF-Aktivitäten am stärksten betroffen sein, wird nach Meinung des Sun-Chefs das von IBM und Microsoft gemeinsam propagierte Betriebssystem OS/2. "In den neunziger Jahren wird es zwei Unix-Angebote für Tischrechner geben: OSF und Suns Unix-Version 'Open Look' als Benutzeroberfläche."