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26.01.2007

Sun hat wieder eine Zukunft

Das Unternehmen legt gute Zahlen vor und präsentiert einen Investor. Was mit dem Geld geschehen soll, ist unklar.

Sun Microsystems hat in der vergangenen Woche gleich mehrfach für Schlagzeilen gesorgt: Erst wurde eine Prozessor-Allianz mit Intel verkündet, dann veröffentlichte das Unternehmen gute Zahlen, und schließlich wurde der Einstieg einer Beteiligungsgesellschaft gemeldet. Nach Bekanntgabe der Ereignisse stieg der Kurs der Sun-Aktie auf ein neues Mehrjahreshoch. Zuletzt hatten Anleger Mitte 2002 ähnlich viel Geld für das Papier bezahlen müssen. Seit dem Amtsantritt von CEO Jonathan Schwartz im vergangenen April ist der Kurs um über 20 Prozent angestiegen. Als eine der ersten Handlungen hatte der Nachwuchs-Manager damals einen "Wachstumsplan" präsentiert, der den Abbau von bis zu 5000 Stellen vorsah.

Sparkurs zum Gewinn

Der personelle Kahlschlag zahlte sich schließlich für den IT-Hersteller aus. Das Nettoergebnis im soeben abgelaufenen zweiten Fiskalquartal belief sich auf 126 Millionen Dollar, im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte Sun einen Verlust von 223 Millionen Dollar melden müssen. Der Umsatz stieg um sieben Prozent auf 3,57 Milliarden Dollar. In beiden Bereichen konnte der Konzern die Erwartungen der Analysten übertreffen. Der Ausblick auf die Einnahmen des laufenden Berichtszeitraums fiel zwar vorsichtig, aber besser als befürchtet aus. Eine Profitprognose gibt Sun traditionell nicht ab.

Der Turnaround ist trotz allem noch nicht in trockenen Tüchern: Vor genau zwei Jahren hatte Sun ebenfalls für das Dezemberquartal 2004 einen überraschenden Profit gemeldet. Danach war das Unternehmen wieder in die Krise gefallen, die den damaligen Firmenchef Scott McNealy den Job gekostet hat. Interessant ist, dass Sun im jüngsten Quartal im Heimatmarkt nicht erfolgreich war: Der Umsatz in den USA fiel um vier Prozent, während er auf dem amerikanischen Kontinent insgesamt um 34 Prozent zulegen konnte. Die Einnahmen in Europa stiegen um neun und im asiatisch-pazifischen Raum um 20 Prozent.

Bleibt die Frage, was sich der Investor Kohlberg Kravis Roberts von seinem Engagement bei Sun verspricht: Die Beteiligungsgesellschaft kauft über den Fonds KKR Private Equity Investors eine Wandelschuldverschreibung in Höhe von 700 Millionen Dollar und erhält im Gegenzug (neben der potenziellen Rendite) einen Sitz im Verwaltungsrat. Der Deal ist nicht typisch für "Heuschrecken" wie KKR, denn weder wurde die Mehrheit des Unternehmens geschluckt, noch sicherten sich die Venture-Kapitalisten direkte Anteile. Beobachter unterstellen, der Beteiligungsmarkt sei inzwischen derart von Geld vollgesogen, dass sich die Kriterien für ein Investment nach unten verschoben hätten - Hauptsache, das Kapital ist irgendwo untergebracht und bringt etwas Rendite.

Geld schafft Vertrauen

Mit den 700 Millionen Dollar will Sun eigenen Angaben zufolge "strategische Wachstumschancen verfolgen". Der Konzern besaß Ende 2006 etwa 3,5 Milliarden Dollar an kurzfristig verfügbaren Mitteln. Folglich herrschte kein akuter Druck, sich frisches Kapital zu beschaffen, was auch CEO Schwartz in einer Analystenkonferenz bestätigte. Die Beteiligung sei vielmehr eine "günstige Gelegenheit" gewesen, auch um die Bekanntheit des Konzerns in der Finanzbranche zu steigern. Folglich ist der Deal als vertrauensbildende Maßnahme zu werten, um andere Investoren beziehungsweise Kunden von der Stabilität und dem Wachstumspotenzial des Konzerns zu überzeugen. (ajf)