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04.04.2003 - 

Kritiker befürchten Polarisierung

Sun ist endlich im WS-I-Vorstand

MÜNCHEN (CW) - Nach langer Diskussion ist der von neun auf elf Köpfe erweiterte Vorstand des Industriekonsortiums Web Services Interoperability (WS-I) nun besetzt. Sun ist mit an Bord, ebenso ein Vertreter des Integrationsspezialisten Webmethods.

Das im Februar 2002 unter anderem von IBM, SAP und Microsoft gegründete WS-I gilt als eine der Schlüsselorganisationen zur Standardisierung von Web-Services-Techniken. Sun hatte seine Teilnahme an dem Gremium lange Zeit ausgeschlossen, weil die Java-Company nicht den von ihr geforderten Status eines "Founding Board Member" erhielt, sondern nur als "Contributing Member" eingeladen wurde. Ebenfalls ein Verfechter von Java als Programmierumgebung für Web-Services, hatte vor allem IBM seinen Einfluss geltend gemacht, um Sun eine gleichberechtigte Rolle in der Organisation einzuräumen. Der seinerzeit von Big Blue eingebrachte Vorschlag sah die Erweiterung des neunköpfigen Vorstands um zwei Sitze vor - auf einen davon sollte Sun gewählt werden. Doch besonders Sun-Konkurrent Microsoft war von dieser Strukturveränderung nicht begeistert. Dennoch wurde die Vorstandserweiterung mehrheitlich beschlossen, nachdem Sun im Herbst letzten Jahres die Kröte geschluckt hatte und als einfaches Mitglied dem WS-I beigetreten war - eine Voraussetzung für die spätere Wahl.

Inzwischen haben die 166 Mitglieder des WS-I über die Besetzung der zwei neuen Posten abgestimmt. Demnach wird der für Web-Services zuständige Chefstratege von Sun, Mark Hapner, für zwei Jahre im WS-I-Vorstand sitzen, sein Kollege Andy Astor von Webmethods, Vice President für Enterprise-Web-Services, ein Jahr. Sun habe weit reichende Erfahrungen nicht nur mit Java-Techniken, sondern auch mit Standardisierungsprozessen, so dass das WS-I mit seiner Entscheidung für Sun deutlich an Glaubwürdigkeit gewinnen wird, kommentiert Hapner die Wahl.

Als positives Signal der Vorstandsbesetzung wertet Astor, dass Konkurrenten wie IBM, Bea und sein Haus auf einer Ebene an Standards zur Interoperabilität von Integrationsmechanismen arbeiten. Sein Ziel sei es, die Spezifikationsprozesse transparenter zu gestalten und die Mitglieder aus dem Anwenderlager stärker zu involvieren. Das Konsortium diskutiert derzeit ohnehin Wege, wie man sich vom "Herstellerclub" zu einer Organisation wandeln kann, in der die Anwenderinteressen gleichberechtigter vertreten sind.

Derweil fragen sich Kritiker, ob die Präsenz von Sun im WS-I die Web-Services-Entwicklung nicht noch mehr polarisieren könnte. Letztendlich seien alle Hersteller bemüht, ihre Technik in Standardimplementierungen unterzubringen, um dann eventuell Lizenzgebühren erheben zu können. Jüngstes Beispiel dafür sind die beiden Vorschläge zur Kopplung von Web-Services für Geschäftsprozesse: Während IBM und Microsoft die Business Process Execution Language for Web Services (BPEL4WS) eingeführt und die Kontrolle darüber bislang behalten haben, kommt von Sun das konkurrierende Web Services Choreography Interface (WSCI), das dem W3C übergeben wurde. (ue)