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12.10.2001 - 

Kolumne

"Sun kämpft mit hausgemachten Problemen"

Christoph Witte Chefredakteur CW

Zurzeit ist es extrem schwierig, rezessionsbedingte Einflüsse und hausgemachte Probleme auseinander zu halten, die die Ergebnisse der Hersteller belasten. Natürlich führen alle Anbieter die wirtschaftliche Großwetterlage ins Feld, wenn es darum geht, ihre verhagelten Quartale zu entschuldigen. Doch wenn es so einfach wäre, müssten ja alle Anbieter im gleichen Maße leiden.

Unter den größten fünf Server-Anbietern (IBM, Sun, Dell, HP, Compaq) hat Sun im zweiten Quartal 2001 am stärksten verloren. Laut Dataquest sank der Anteil am weltweiten Server-Markt im Jahresvergleich von 7,6 Prozent im zweiten Quartal 2000 auf 6,4 Prozent im gleichen Zeitraum 2001. Die abgesetzten Stückzahlen gingen sogar um 15,4 Prozent zurück - und das in einem insgesamt stagnierenden Markt. IBM und Dell legten dagegen kräftig zu. Noch gravierender stellt sich die Situation für Sun beim Vergleich zwischen erstem und zweitem Quartal 2001 dar: Mit um 10,4 Prozent geringeren Stückzahlen ist der Hersteller beim Minus Spitze. Hewlett-Packard brachte es nur auf 4,4 Prozent weniger abgesetzte Rechner.

Auch die jetzt vorgelegten vorläufigen Zahlen für das erste Quartal des Sun-Geschäftsjahres (Ende: 30. September), wonach zwei Milliarden Dollar weniger umgesetzt wurden als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, lassen keinesfalls auf eine Besserung der Position oder auf eine branchenkonforme Entwicklung schließen.

Sun hat in den vergangen Jahren am stärksten vom Internet-Boom profitiert und leidet jetzt am meisten unter dem Zusammenbruch der New Economy. Das Unternehmen hatte vor allem Großunternehmen, Carrier und Internet-Provider beliefert, deren Internet-Engagement Unix-Rechner von der Größenordnung einer Starfire 10 000 interessant machten. Der Bedarf dieser Klientel sorgte in erster Linie für das gute Wachstum, während das Lowend- und Midrange-Segment durch die Wintel-Welt stark unter Druck geraten ist.

Mittlerweile hat sich die Situation dramatisch verändert. Nicht nur, dass der Markt rückläufig ist, auch die Konkurrenzsituation ist eine andere. Inzwischen haben die Mitbewerber HP, Compaq, IBM und Fujitsu-Siemens Server im Angebot, die Suns jüngstem Produkt, der Starcat, durchaus Paroli bieten können. Eine ähnlich schwierige Situation zeichnet sich im Speichergeschäft ab. Hier kann Sun trotz erheblicher Anstrengungen nur mit Hilfe von Hitachi-Speichern gegen EMC und IBM konkurrieren.

Als wenn das an Herausforderungen nicht ausreichen würde, könnte außerdem die Sparc-Architektur und das Festhalten an Solaris als einzigem Betriebssystem für Sun mittelfristig zum Problem werden. Wenn die IA-64-Architektur mit den Itanium-Nachfolgern die prognostizierten Leistungen bringt, dürfte sich im Highend-Segment ein Preiskrieg anbahnen, den Sun aufgrund der geringeren Stückzahlen höchstwahrscheinlich verlieren wird.