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25.04.2003 - 

Wenig Neues im Produkt- und Serviceportfolio

Sun kündigt "Shock-and-awe"-Strategie an

MÜNCHEN (CW) - Sun-Chef Scott McNealy gibt sich martialisch. Wie die US-Truppen im Irak werde man die Branche mit einer "Shock-and-awe"-Kampagne überrollen. Nimmt man sein Arsenal jedoch genauer unter die Lupe, lässt sich der Moas (Mother of all Servers) nicht entdecken. Neue Midrange-Speicher und Einstiegs-Server bilden den Kern der Produktankündigungen.

"Wir haben Botschaften, die eine Menge shock and awe in der Branche hervorrufen werden", drohte Sun-CEO McNealy anlässlich der "Networking Computing 2003 Second Quarter" in San Francisco. Die vierteljährlich stattfindenden Sun-Veranstaltungen bilden die Plattform, um neue Produkte und Strategien anzukündigen. 500 Millionen Dollar habe man in die Entwicklung neuer Hard- und Software investiert, um die Zukunft des Server-Spezialisten zu sichern.

Preisoffensive gegen Intel-Server

Revolutionäres ist dabei allerdings nicht herausgekommen. Mit den Rack-Servern "Sun Fire V210" und "Sun Fire V240" stellten die Verantwortlichen Sparc-basierende Einstiegsrechner vor, die sich mit einem oder zwei Prozessoren bestücken lassen. Die unter Solaris arbeitenden Systeme eigneten sich vor allem als Web- und Applikations-Server. Mit Preisen von 3300 beziehungsweise 3850 Euro in den Standardausführungen haben die Sun-Strategen in erster Linie die Intel-basierenden Server-Linien von Hewlett-Packard, IBM und Dell im Visier.

Mit "Storedge 6120" und "Storedge 6320" stellt Sun außerdem zwei neue Midrange-Speicherlösungen vor. Beide Systeme sollen auf Basis der N1-Plattform die Virtualisierung von Speicherressourcen und die Verwaltung von Storage-Pools erlauben.

Neben der Hardware kündigten die Sun-Verantwortlichen speziell an bestimmte Infrastrukturen angepasste Lösungen an. Mit Hilfe der Infrastructure Solution for Enterprise Continuity sollen sich redundant angelegte Rechenzentren über eine Distanz von bis zu 200 Kilometern verwalten lassen. Die Infrastructure Solution for Infinite Mailbox ermöglicht Anwendern die Verwaltung und Archivierung von Mail-Systemen. Eine Netzwerk-Identifizierungslösung auf Basis des mit den Spezifikationen der Liberty Alliance arbeitenden Sun One Identity Server bietet die Infrastructure Solution for Network Identity. Zuletzt, heißt es, können Kunden mit der Infrastructure Solution for Enterprise Consolidation Kosten und Komplexität im Rechenzentrumsbetrieb reduzieren. Daneben kündigte Sun drei neue Servicevarianten an. Mit "Sun Managed Services" wollen die Kalifornier Administratoren beim Rechenzentrumsbetrieb unter die Arme greifen. "Utility Computing Services" sollen dabei helfen, Ressourcen und Rechenleistung möglichst effektiv zu verwalten. Außerdem will man mit "Storage-Migration-Service"-Modellen den Wechsel auf Sun-eigene Speicherlösungen vereinfachen. Aber neu ist auch dies nicht. Im Rahmen seiner Professional-Services-Sparte bietet der Hersteller bereits ähnliche hardwarenahe Dienstleistungen an.

Bedenken, Sun könnte im härter werdenden Preiskampf unterliegen, wischt McNealy beiseite. Die Diskussionen um das Ende von Unix und die potenzielle Bedrohung der Sparc/Solaris-Plattform durch Intels 64-Bit-Chip "Itanium" höre er bereits seit Jahren. Sun werde aus dem "Post-Bubble-Szenario" stärker als zuvor hervorgehen, kündigt er an. Zur aktuellen Geschäftsentwicklung mochte McNealy nichts sagen, es gebe allerdings ermutigende Zeichen. Kunden wollten keine Software Assurance oder Mainframes mehr. "Sun knipst Mainframes aus wie verrückt. Wir sind im Highend zu IBMs Alptraum geworden", freut sich der CEO.

Weniger traumatisiert dürfte die Konkurrenz durch Suns Software-sparte sein. So hatte die Firma im vergangenen Jahr eine Highend-Variante ihres "Sun One Application Server" für das erste Quartal 2003 in Aussicht gestellt. Erschienen ist er bisher nicht. Zudem äußern sich Manager vage über das Freigabedatum des Servers. Vor allem das Clustering soll das System für den Einsatz in großen Installationen interessant machen. Sun hat hierzu Cluster-Technik von der amerikanischen Firma Clustra Systems gekauft.

"Wir wollen sicherstellen, dass der erste Eindruck des Produkts sehr gut ist", begründet ein hochrangiger Sun-Manager die Verspätung mit einem Allgemeinplatz, ohne genauere Gründe zu nennen. Möglicherweise werde der Hersteller eine "Early-Access"-Version in wenigen Monaten anbieten.

Branchenkenner führen Suns Verspätungen im Produktfahrplan auf Umstrukturierungen in der Software Group zurück, die vergangenes Jahr mit der Ernennung von Jonathan Schwartz als Leiter begann. Eine weitere Erklärung wäre die Orion-Initiative, mit der Sun die Release-Zyklen, Preismodelle und Komponentenversionen seiner "Sun-One"-Produktfamilie vereinheitlichen will.

Doch es stellt sich die Frage, wie hoch der Bedarf für Suns Highend-System überhaupt sein wird, denn die meisten Solaris-Kunden nutzen für Highend-Anwendungen den "Weblogic"-Server von Bea. IBM und Bea teilen sich die Marktführerschaft bei J2EE-Applikations-Servern. Dem trägt Sun Rechnung und liefert das "Solaris"-Betriebssystem sowohl mit dem hauseigenen Sun-One-Server als auch mit einer Testversion des Bea-Servers aus. McNealy selbst rät Käufern, die Highend-Lösungen bauen wollen, zum Bea-System. Für die überwiegende Zahl der Installationen empfehle sich das Sun-Produkt.

Trusted Solaris

Der Hersteller kündigte zudem an, dass die nächste Version von Solaris Sicherheitsfunktionen enthalten wird, die bisher nur an das Militär, Telekommunikationsgesellschaften oder an Regierungsbehörden verkauft wurden. "Trusted Solaris" gestattet eine rollenbasierende Zugriffskontrolle auf Administrations-(Root-) Ebene. Auf diese Weise, so der Anbieter, lassen sich unterschiedliche Verwaltungsmodi realisieren, um System-Management und Betrieb voneinander zu trennen. So erhalte beispielsweise ein Verwalter nicht automatisch auch Zugriff auf die Gehaltsliste. Des Weiteren bietet die auf Sparc- und Intel-Hardware verfügbare Sicherheitstechnik Audit Trails, mit denen sämtliche Zugriffe protokollierbar sind. (ba/fn)