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01.07.2005

Sun macht Friedensangebote

Auf der Javaone verspricht der Hersteller, seine Produkte weiter zu öffnen und Java zu vereinfachen.

Der zehnte Geburtstag von Java war nicht nur ein Grund zum Feiern. Viel Kritik hatte es seitens Herstellern, Analysten und Entwicklern in den letzten Monaten an Suns Java-Plattformstrategie und Lizenzpolitik gegeben. Auf der Entwicklerkonferenz Javaone in San Francisco versuchte daher das Management, den rund 15000 Besuchern mehr Lust auf Java zu machen und seine Kritiker zu beschwichtigen. Man werde technische und finanzielle "Barrieren" beseitigen, um mehr Entwickler für Java zu gewinnen, versprach Sun-President Jonathan Schwarz. Vor allem die oft beklagte Arbeit mit Enterprise Java soll leichter werden.

So zeichnet sich ein vereinfachtes Programmiermodell auf der Basis von "Plain old Java Objects" (Pojos) ab, das Teil der Spezifikationen der Version 3.0 der "Enterprise Javabeans" (EJB) sein wird. Erleichterungen versprechen auch "Annotations" statt bisheriger Deployment-Deskriptoren sowie "Java Server Faces". Ferner ist ein neues Persistenz-API geplant, dass den bisherigen Streit beispielsweise um die Nutzung von EJBs oder Java Data Objects (JDO) entschärfen soll. Das API wird Teil der nächsten Version der kürzlich umbenannten Java Standard Edition (statt J2SE) und Java Enterprise Edition (statt J2EE) werden. Zudem soll es sich als Web-Service ansprechen lassen. (Ausführlicher zu den Problemen und der Weiterentwicklung der Java-Plattform in der nächsten computerwoche).

Mehr Zulauf und Unterstützung aus dem Entwicklerlager und Open-Source-Umfeld verspricht sich Sun auch von seiner Strategie, häppchenweise Java-Quellcode unter bestimmten Auflagen für den Eigenbedarf freizugeben. Dies betrifft nicht den Sprachstandard, sondern vielmehr Erweiterungen und eigene Produkte. So überlässt der Hersteller jetzt dem Netbeans-Projekt 135000 Codezeilen seiner Produkte für Instant Messaging und Entwicklung ("Java Studio Enterprise"). Sie sollen vor allem die Entwicklung von Anwendungen zur Echtzeitkommunikation vorantreiben. Zudem stellt Sun eine freie Version der für Entwickler gedachten "Enterprise Edition" seines Java-Applikations-Servers bereit. Dieser entstand im Rahmen des Projekts "Glassfish" und könnte künftig mit Projekten wie "Jboss" oder "Jonas" konkurrieren. Er besitzt indes im Gegensatz zu anderen Versionen des Sun-Servers keine Features etwa für Load-Balancing oder Clustering.

Entwicklung à la Open Source

Die Nutzung des Servers stellt sich Sun so vor, dass der Anwender den Code über das quelloffene Versionsverwaltungssystem "CVS" administriert, mit der Entwicklungsumgebung "Netbeans" (jetzt in Version 4.1 verfügbar) neue Logik schreibt und den Built-Prozess mit Hilfe des Apache-Frameworks "Maven" organisiert. Der Java-Server fällt wie Suns quelloffenes Betriebssystem "Opensolaris" unter die neu geschaffene Common Development and Distribution License (CDDL). Sie verbietet es dem Entwickler oder Hersteller, eigene Lösungen mit dem Java-Logo zu versehen und vertreiben. Hierfür müsste erst der offizielle Java Community Process durchlaufen werden.

Für viel Aufmerksamkeit sorgte eine freie Implementierung eines Enterprise Service Bus, die Sun zur Konferenz vorstellte. Sie nutzt die neue Java-Spezifikation "Java Business Integration 1.0" und dient zum Aufbau Service-orientierter Architekturen (SOAs). JBI definiert einen Meta-Container und die Infrastruktur für integrierte Services. Service Engines, die Business-Logik abarbeiten und unterstützende Funktionen bieten, werden über Standardschnittstellen an ein normalisiertes Messaging-System angeschlossen, das seinerseits Bindings unter anderem über HTTP, Soap und JMS ermöglicht.

Enterprise Service Bus

Der JBI-Container übernimmt den Transport und das Routing von den Bindings zu den jeweiligen Service-Engines. Zudem definiert JBI Deployment- und Management-Funktionen, für die der Standard "Java Management Extensions" (JMX) vorgesehen ist. JBI gilt als Antwort des Java-Lagers auf die SOA-Debatte und wird bereits von über 20 Herstellern unterstützt. Allerdings hatten sich Bea Systems und IBM bisher gegen JBI ausgesprochen, was Marktbeobachter in erster Linie auf taktische Gründe der beiden Hersteller zurückführen. Sun zeigte derweil auf der Javaone ein Software Development Kit für den künftigen "Open ESB", der ebenfalls Teil des Projekts Glassfish werden soll, und der Anbieter Tibco will sein "Project Matrix" im kommenden Jahr ersten Pilotkunden zur Verfügung stellen. (as)