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10.08.2001 - 

300 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs

Sun Microsystems entlässt erstmals

MÜNCHEN (CW) - Sun Microsystems will seine Belegschaft im laufenden Geschäftsjahr um 300 Mitarbeiter verringern. Grund für die Kürzungen sind die schlechten Zahlen für das vierte Quartal des letzten Geschäftsjahres. Der Server-Spezialist hatte vor kurzem noch beteuert, die wirtschaftliche Flaute ohne Entlassungen meistern zu wollen.

Sun plant, seine Belegschaft im laufenden Geschäftsjahr 2002 um zirka 300 Köpfe zu reduzieren. Demnach sollen am Ende des ersten Quartals, das am 30. September endet, weltweit nurmehr 43300 Mitarbeiter für Sun arbeiten. Allerdings will der kalifornische Server-Hersteller diese Maßnahme nicht als Entlassungsaktion verstanden wissen. Laut Harald Gessner, Sprecher der deutschen Sun-Niederlassung, nutze man die natürliche Personalfluktuation. Dies bedeute, "dass sich lediglich 0,7 Prozent der Mitarbeiter in diesem Quartal für neue Aufgaben außerhalb des Unternehmens entscheiden". Die deutsche Niederlassung sei von diesen Maßnahmen nicht betroffen.

Betrachtet man die Vorgehensweise der Personalverantwortlichen, stellt sich die Aktion allerdings etwas anders dar. Das Unternehmen aus Palo Alto hat 870 Mitarbeiter aufgefordert, sich um etwa 570 freie interne Stellen zu bewerben. Wer dabei keinen Erfolg habe, müsse Sun verlassen. Die Betroffenen haben zwischen 60 und 120 Tagen Zeit, einen der Jobs zu ergattern.

Sun-Sprecherin Regina Weigand verteidigt die Strategie als Teil eines Umstrukturierungsprogramms, das im Grunde jedes Jahr stattfinde. Aufgrund neuer Schwerpunkte würden verschiedene laufende Projekte beendet. Die davon betroffenen Angestellten müssten sich einen neuen Job suchen, innerhalb oder außerhalb des Unternehmens. Welche Vorhaben betroffen sind, konnte Weigand nicht präzisieren. Außerdem sei man zu den Maßnahmen gezwungen worden, weil die natürliche Jobfluktuationsrate bei Sun von zehn auf sechs Prozent gefallen sei. Nach ihrer Einschätzung reagiere die Öffentlichkeit aufgrund des angespannten Geschäftsklimas zurzeit sehr sensibel auf alle Personalentscheidungen. Vor zwei Jahren habe man die Vertriebsorganisation auf ähnliche Weise neu strukturiert, und niemand habe sich damals dafür interessiert.

Im Vergleich zu anderen IT-Unternehmen fallen die Entlassungen bei Sun bislang noch moderat aus. So haben in den vergangenen Monaten Unternehmen wie Compaq, Dell und Hewlett-Packard (HP) angekündigt, aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation mehrere tausend Mitarbeiter auf die Straße zu setzen.

Die Sun-Verantwortlichen haben bis vor kurzem noch beteuert, dass keine Entlassungen geplant seien. Helmut Wilke, der neue Deutschland-Geschäftsführer, erklärte, es gebe keinen Sinn, Mitarbeiter zu entlassen, für die man mühevoll Ersatz suchen müsse, wenn es wirtschaftlich wieder bergauf gehe. Allerdings müssen die Kalifornier der Konjunkturflaute Tribut zollen. Sun verbuchte im vierten Quartal des letzten Geschäftsjahres einen Umsatzrückgang um 20 Prozent auf vier Milliarden Dollar. Unter dem Strich stand erstmals seit zwölf Jahren eine rote Zahl: 88 Millionen Dollar Verlust.