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24.11.1989 - 

Oracle, Informix, Sybase und Ingres im selben Boot

Sun Microsystems setzt auf Vielfalt im Datenbankgeschäft

MÜNCHEN (CW) - Der Workstation-Anbieter Sun hat sich entschlossen, auf seinen Rechnern künftig eine möglichst breite Palette von relationalen Datenbankprodukten anzubieten. Dazu hat sich das Unternehmen mit Informix, Ingres, Oracle und Sybase zusammengetan, die rund 85 Prozent in diesem Marktsegment abdecken.

Die Kooperation ist laut Nancy Colwell, Suns Marketing-Leiterin für Datenbank- und Anwendungsentwicklung, Teil einer ehrgeizigen Expansionsstrategie: "Wir können auf den Markt der relationalen Datenbank-Produkte nicht verzichten, wenn wir unser Ziel, ein Multimilliarden-Dollar-Unternehmen zu werden, erreichen wollen."

Obwohl die vier Datenbankhersteller in einem harten Konkurrenzkampf stehen, haben sie sich zur Teilung des Marktes für die Sun-Plattform bereitgefunden. Chris Hurt, Leiter des Unix-Marketing-Programms bei Oracle, nennt den Grund: "Wenn Sun sich für ein einzelnes Produkt eines Mitbewerbers entschieden hätte, könnten wir unseren Kunden nichts für Sun-Umgebung anbieten." Die vier Datenbankanbieter sind also eher dazu bereit, sich dieses Marktsegment zu teilen, als es einem der Mitbewerber gänzlich zu überlassen.

David Card, Marktbeobachter der International Data Group (IDG), bezweifelt jedoch den Nutzen dieser Zusammenarbeit für Sun. Er argumentiert: "Der Unix Markt ist viel zu zersplittert und ein Marktführer noch nicht in Sicht. Anstatt sich in einer solchen Situation auf einen Hersteller zu konzentrieren, bindet sich Sun nun auch an die Außenseiter."

Überlegungen in diese Richtung scheint es auch bei Sun gegeben zu haben. Bis vor kurzem stand dort noch nicht fest, so die IDG-Schwesterpublikation Computerworld, ob nicht Sybase der alleinige Datenbank-Lieferant werden würde. Nun hat man sich jedoch für die entgegengesetzte Strategie entschieden. So knüpft Sun derzeit "enge Verbindungen'' mit einer Reihe weiterer Unternehmen. Dazu gehören Information Builders, die Interbase Software Corp., Natural Language und Unify.

Ulf Schiewe, Geschäftsführer von Sybase Deutschland, stören die zusätzlichen Mitbewerber im Sun-Bereich keineswegs: "Sun geht den einzig richtigen Weg. Die Zeiten sind vorbei, in denen ein Hersteller die Anwender durch Softwarebindungen einsperren konnte. In einer vernetzten Umgebung ist das Nebeneinander von vergleichbaren Produkten selbstverständlich und notwendig."

Durch das jetzt bekannt geworden Abkommen erhalten die vier beteiligten Datenbank-Firmen Einfluß auf die Entwicklungen bei Sun. So hat der Rechnerhersteller für jedes der Unternehmen einen Techniker abgestellt, damit neue Produkte rasch und problemlos in die Sun-Umgebung eingebunden werden können.

Colwell räumt die Gefahr ein daß bei einer Zusammenarbeit mit den vier Konkurrenten leicht böses Blut aufkommen könnte. Sun werde jedoch darauf achten, daß keines der Unternehmen bevorzugt wird. Auch werde man zu verhindern wissen, daß Oracle, Sybase, Informix und Ingres den Hardware-Anbieter mißbrauchten, um Informationen über ihre Mitbewerber zu bekommen.