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21.05.1999 - 

Erste Produkte frühestens im kommenden Jahr

Sun-Netscape-Allianz bietet Messaging für Dritte an

SAN FRANZISKO (IDG) - Ein Geschäft wittert die Allianz aus Sun und Netscape beim Outsourcing von Messaging-Diensten. In Zusammenarbeit mit dem Anbieter United Messaging plant das Duo, integrierte Produkte aus den Häusern Sun und Netscape auf den Markt zu bringen. Damit ist jedoch frühestens im kommenden Jahr zu rechnen.

Die Nachfrage nach solchen Outsourcing-Projekten hat noch Wachstumspotential. Die International Data Corp. (IDC) jedenfalls prognostiziert dem gesamten Markt für Anwendungs-Service-Provider - einschließlich Outsourcing, Beratung und Anpassung von Applikationen - ein Volumen von zwei Milliarden Dollar im Jahr 2003. Das entspräche einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 91 Prozent.

Diesen Markt wollen sich Sun und Netscape nicht entgehen lassen. In der Partnerschaft mit United Messaging aus Pennsylvania legt die Allianz einen Grundstein für spätere Produkte. Geplant sind unter anderem der "Alliance Messaging Server 5.0", eine Kombination aus Suns "Internet Mail Server 4.0" (Sims) und Netscapes "Messaging Server 4.1", sowie der "Alliance Calendar Server 5.0", der "Alliance Security Server" und die Integration der Applikations-Server "Netdynamics" und "Kiva". Die Produkte sollen Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen. "Die Ähnlichkeiten unserer Unternehmen versetzen uns in die Lage, schnell eine einheitliche Produktlinie zu entwickeln", versicherte der Direktor der Sun-Netscape-Allianz (SNA), Mark Tolliver. Bei den bisherigen Planungsprozessen gelte als oberstes Ziel, die existierenden Verpflichtungen gegenüber Kunden beider Firmen einzuhalten.

Die Analysten der Radicati Group haben bei der Hälfte der großen Unternehmen zumindest ein teilweises Outsour- cing der IT-Abteilung festgestellt. Die Protagonisten der Vergabe nach außen halten die DV meist nicht für ihr Kerngeschäft. Die Gegner bezweifeln, daß ein Dienstleister besser und billiger ist als die eigene DV-Abteilung, oder weigern sich grundsätzlich, E-Mail-Services in fremde Hände legen.

Die SNA widerspricht jedoch den Sicherheitsbedenken. Am Beispiel der Internet-Service-Provider (ISPs) lasse sich erkennen, daß angemessene Verfahren zur Verschlüsselung und Authentifizierung wie Secure Sockets Layer (SSL) einen ausreichenden Schutz böten. Außerdem behaupten Sicherheitsexperten, das Risiko durch Attacken von innen sei genauso groß wie das durch Angriffe von außen.

Ein weiteres Kriterium für oder gegen Outsourcing sind die zu erwartenden Kosten. Diese hängen jedoch stark von der verwendeten Messaging-Software ab. Nach Schätzung der Radicati Group liegen die Ausgaben für die Migration eines Nutzers in einem Unternehmen mit 5000 vernetzten Arbeitsplätzen auf einen neuen Messaging-Server bei wenigstens 50 Dollar. Das wäre der Preis für die Umstellung auf einen Sun Internet Mail Server. Knapp darüber rangiert Microsofts "Exchange Server" (MES) mit gut 60 Dollar. Rund 110 Dollar pro Benutzer kostet der Umstieg auf "Lotus Notes", 70 Dollar auf den Netscape Messaging Server.

Die Total Costs of Ownership (TCO) je Jahr und User belaufen sich auf 167 Dollar für Lotus Notes und 65 Dollar für Exchange. Den Zahlen liegt ein Durchschnittswert von drei Jahren zugrunde. Keine genauen Informationen sind für die Produkte von Sun und Netscape vorhanden, die Radicati Group taxiert deren TCO jedoch niedriger als die der beiden anderen Systeme.

Positionierung

Den Markt für das Auslagern von Messaging dominieren bislang IBM mit 25 Prozent der installierten Basis und Microsoft mit 15 Prozent. Wenn es Sun und Netscape gelänge, in dieses Segment einzudringen, könnte sich die Allianz ein Stück des lukrativen Geschäftes sichern. Laut Radicati Group soll dieser Markt von 1,5 Milliarden Dollar 1998 auf 4,7 Milliarden Dollar im Jahr 2002 wachsen. Bisher jedoch waren Sun und Netscape eher im ISP-Markt aktiv, der von Software. com angeführt wird. Software.com wird in fast 20 Millionen Mailboxen eingesetzt, gefolgt von Netscape (sechs Millionen) und Sun (4,5 Millionen).

In der Vergangenheit hatten ISP- und Unternehmens-Mailboxen durchaus eine unterschiedliche Kundenbasis. Aber der Druck durch eine wachsende Anzahl von kostenlosen E-Mail-Angeboten wie Hotmail oder Yahoo E-Mail bringt Hersteller von Lösungen für ISPs dazu, Zusatz-Features wie sichere Mail, Unified Messaging oder hohe Verfügbarkeit in ihre Produkte zu integrieren - ehemals Eigenheiten des Enterprise-Marktes.

Die Kosten einer typischen ISP-Mailbox liegen mit zehn bis zwölf Dollar pro Postfach in einer Installation mit mehr als 500000 Plätzen bei einem Bruchteil der sonst in Unternehmen üblichen Preise. Also haben ISP-Angebote mit verbessertem Service durchaus auch in diesem Lager Chancen. Allerdings schätzt die Radicati Group den Markt für Messaging-Produkte für ISPs nur auf rund 52 Millionen Dollar 1998. Bis 2002 könnte dieser Wert auf 164 Millionen Dollar steigen. Im Vergleich zum gesamten Unternehmensmarkt erscheint das wenig.