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13.09.2007

Sun nutzt Software zur Pflege des Aktienkurses

Der Konzern widmet sich intensiv den Sorgen der Anleger und Analysten.
Die Aktionäre des IT-Konzerns haben in den vergangenen fünf Jahren Höhen und Tiefen erlebt.
Die Aktionäre des IT-Konzerns haben in den vergangenen fünf Jahren Höhen und Tiefen erlebt.

Das Verhältnis des Managements von Sun Microsystems zu den Vertretern der Finanzmärkte ist eher durchwachsen der Konzern hat es in den vergangenen Jahren nicht geschafft, an der Börse und in den Bilanzen nennenswerte positive Impulse zu setzen. Graduelle finanzielle Verbesserungen wurden entweder durch eigene Versäumnisse konterkariert, oder aber das Unternehmen ließ sich von den Wettbewerbern überholen. Die Entwicklung der Sun-Aktie ist bezeichnend: In den vergangenen fünf Jahren wechseln sich steile Berge und tiefe Täler ab, der Kurs konnte in der Zeitspanne aber immerhin von gut drei auf gut fünf Dollar pro Papier gesteigert werden. Vergleiche mit dem Kursniveau des Jahres 2000 sind verzerrend, denn damals lag auch der Marktwert anderer IT-Lieferanten um das Zehnfache höher.

Kooperationen mit IBM und dem Erzrivalen Microsoft

Im Jahr 2000, dem goldenen Zeitalter, war Sun aber auch noch der "Dot in Dot.com", und eine ähnlich werbewirksame Botschaft fehlt heute damals hatte Sun einen Namen wie Donnerhall, heute hat das Unternehmen lediglich noch ein IT-Portfolio. So entwickelt der Konzern inzwischen Server mit Intel-Prozessoren, während IBM künftig Rechner mit Suns Betriebssystem Solaris offeriert. Die Einigung mit dem ehemaligen Erzfeind Microsoft spricht Bände, auch wenn sie außer Geld nicht viel gebracht hat. Geld hatte Sun bitter nötig, denn der Konzern schloss nach dem Ende der New Economy mehrere Fiskaljahre mit happigen Verlusten ab.

Auch daher hat das Management von Sun die vergangenen Wochen genutzt, um bei Investoren und Analysten gut Wetter zu machen. Erster Schritt war die Änderung des Börsensymbols von "SUNW" auf "JAVA", was indes bei vielen (traditionsorientierten) Beobachtern für Kopfschütteln gesorgt hat. Vergangene Woche folgte die Ankündigung, die Aktionäre auf der Hauptversammlung im November über einen "Reverse Stock Split" abstimmen zu lassen. Hierbei möch-te Sun vier alte Aktien zu einem neuen Papier zusammenfassen, um den Kurs optisch von rund fünf auf etwa 20 Dollar zu heben. Am Wert des Unternehmens oder der Anteilscheine für die Investoren ändert sich nichts in der Regel vollziehen angeschlagene Unternehmen diesen Schritt, um das Vertrauen der Anleger in die Substanz der Aktie zu stärken oder um ein Delisting zu vermeiden, falls der Kurs längere Zeit unter einem Schwellenwert notiert. Messbare Nachteile haben beide kosmetischen Aktionen für Sun nicht, messbare Vorteile sind ebenfalls Mangelware.

Immerhin kündigte Sun-Chef Jonathan Schwartz an, noch in diesem Jahr die Umsätze aus dem eigenen Softwaregeschäft auszuweisen. Für Sun ist das ein klarer Bruch mit der lange gelebten Tradition, sich in den Bilanzen hinter Produktpaketen aus Servern, Speichern und Software zu verstecken, um konkrete Zahlen zum Software-Business verschweigen zu können.

Eine Milliarde Dollar Umsatz mit Java und Solaris

Jahrelang war darüber spekuliert worden, was der Konzern mit Java und Solaris einnimmt über eine Milliarde Dollar im Jahr, behauptete Schwartz nun freimütig auf einer Analystenkonferenz. Die Zahlen, so schränkte er gleich darauf wieder ein, seien aber nicht nach amerikanischen GAAP-Bilanzrichtlinien errechnet und mit solchen Angaben nicht vergleichbar. Investoren sollten mit ihnen jedoch ein Gefühl für die Bedeutung des Softwaregeschäfts von Sun bekommen. Im jüngsten Geschäftsjahr hat Sun insgesamt knapp 13,9 Milliarden Dollar umgesetzt.

Einige Nachrichten gaben aber auch Anlass zur Sorge: So musste Sun seinen jüngsten Quartalsbericht auf Anfang November verschieben nicht, weil die Zahlen so schlecht ausgefallen sind, wie das Management beteuerte, sondern weil zuvor die Macken einer neuen Buchhaltungssoftware ausgebügelt werden müssen. Zudem eskalierte ein Patentstreit mit dem Speicherhersteller Network Appliance (Netapp). Nachdem Sun bislang Netapp der Patentrechtsverletzung bezichtigt hat, revanchiert sich der Speicherspezialist mit einer Gegenklage, die auch für die Linux-Gemeinde brisant werden könnte.

Rechtsstreit um Patente mit Speicherhersteller Netapp

Nach Meinung von Netapp hat Sun sieben Patente verletzt, insbesondere soll sich Suns "ZFS"-File-System (ZFS = Zettabyte File System) patentrechtlich geschützter Netapp-Techniken bedienen. Die Klage ist insofern spannend, als Sun die ZFS-Technik als Teil des Betriebssystems Solaris der Open-Source-Gemeinde zur Verfügung gestellt hat, angeblich ohne auf Netapps Patente hinzuweisen. Der Speicheranbieter regierte mit seiner Klage nach eigenen Angaben nur auf die "anhaltenden und aggressiven Forderungen", die Sun (damals Storagetek) gegen Netapp gestellt hat. (ajf)