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07.06.2002 - 

Zweigleisige Plattformstrategie

Sun öffnet sein Portal der Konkurrenz

MÜNCHEN (as) - Nach zwei Jahren Produktentwicklung steht bei Sun Microsystems eine neue Version seiner Portalsoftware vor der Fertigstellung. Der "Sun One Portal Server 6.0" soll sich dann erstmals mit Java-Applikations-Servern der Konkurrenz kombinieren lassen sowie neben dem Betriebssystem "Solaris" auch auf anderen Plattformen laufen können.

Beim Kampf um Anteile im Markt für Java-Server-Technologie verlegt sich Sun auf eine zweigleisige Plattformstrategie. So kündigt der Hersteller jetzt mit dem Sun One Portal Server 6.0 seine aktualisierte Softwaresuite für den Aufbau von Unternehmensportalen an, die erstmals nicht nur mit dem für die Java 2 Enterprise Edition (J2EE) zertifizierten Applikations-Server "Sun One Application Server" (vormals Iplanet) und dem hauseigenen Unix-Betriebssystem Solaris läuft. Vielmehr sollen sich künftig auch Betriebssysteme wie Linux und Windows 2000 sowie konkurrierende J2EE-Server mit ihr nutzen lassen. Laut John Fanelli, Director für Produkt-Marketing bei Sun, reagiert der Hersteller damit auf Wünsche der Kunden, die zwar mit dem J2EE-Standards zufrieden seien, sich aber bei der Auswahl einer entsprechenden Server-Implementierung gegängelt fühlten. Sie befürchteten, sich mit der Entscheidung für einen J2EE-Server langfristig auf an ihn angepasste Zusatzprodukte eines Herstellers wie etwa Portale festzulegen.

Bevor Sun jedoch das Versprechen der Multiplattform-Fähigkeit seiner Portalsoftware unter Beweis stellen kann, werden noch Monate vergehen. Zwar kommt Version 6.0 voraussichtlich im August 2002 weltweit auf den Markt und wartet dann mit eingebetteten Funktionen für die Benutzerverwaltung und Policy-Management (unter anderem unternehmensweites Single-Sign-on) auf. Die propagierte Offenheit ist mit diesen Erweiterungen jedoch noch nicht geschaffen. Erst im Dezember 2002 soll das Produkt kompatibel zu den führenden J2EE-Servern "Bea Weblogic" und "IBM Websphere" sein. Die Unterstützung von Linux und Windows soll in der ersten Hälfte 2003 folgen.

Java-Server mit Solaris

Entgegen dieser Strategie der Öffnung bei der Portalsuite versucht Sun bei der separaten Vermarktung des Sun One Application Servers die Kunden an die eigenen Produkte zu binden. Dazu wird er jetzt in Version 7.0 mit dem aktuellen Release 9 des Solaris-Betriebssystems gebündelt. Zwar betonen Sun-Vertreter, dass der Server auch weiterhin für verschiedene Plattformen verfügbar sei, die Stoßrichtung ist laut Marktbeobachter jedoch eindeutig: Das in Websites häufig eingesetzte Betriebssystem solle zum Vehikel für den Verkauf des J2EE-Servers werden und insbesondere Bea Systems, dessen Weblogic-Server meist mit Solaris genutzt wird, den Marktzugang erschweren.

Bea-Manager wie Hartmuth Horny, Director Partner Marketing Emea, sehen diese Gefahr allerdings nicht: "Kunden entscheiden sich für einen Server wegen seiner Leistungsfähigkeit, nicht weil er kostenlos beigelegt wird." Mehr Klarheit in die eigene J2EE-Server-Strategie will Sun mit den für Mitte Juni geplanten Produktankündigungen bringen.