Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Java-OS nicht mehr bei Javasoft


09.05.1997 - 

Sun reorganisiert einige Teile des Konzerns

Daß die wechselnde Verantwortung für Java-OS nicht auf die von Branchenkennern beobachteten Anlaufschwierigkeiten des Betriebssystems zurückzuführen sei, betont Sunsoft-President Janpieter Scheerder. Der Grund für die Reorganisation liege vielmehr in einer sinnvolleren Aufgabenverteilung. Das OS werde als Bestandteil von Java-Lizenzen an OEM-Kunden ausgeliefert, die zunehmend Software-Unterstützung zur Einbettung von Devices etwa für Telefon, Switches, Spielekonsolen und Set-top-Boxen erwarten würden.

Diese Aufgaben sollen künftig von Sunsoft übernommen werden, da Javasoft laut Scheerder bereits mit der API-Entwicklung beispielsweise für Smart Cards, 3D-Grafik- und Videotechniken sowie Personal Java mehr als genug ausgelastet sei.

Die bislang gewonnenen rund 20 OEM-Lizenznehmer sollen den Schwenk laut Sun kaum bemerken. Gerade dies bezweifelt der britische Brancheninforma- tionsdienst "Computergram". Fachkreisen zufolge soll es zwischen Sunsoft und Javasoft immer wieder zu Spannungen bezüglich der Kompetenzen kommen. Sunsoft sei naturgemäß mehr an der Entwicklung von Solaris interessiert, als sich um die Integration neuer Devices in Java zu kümmern. Das neue Betriebssystem sei besser im Chipbereich des Konzerns, der Sun Microelectronics, aufgehoben. Dort arbeitet man an Java-optimierten CPUs, so daß ein erhebliches Interesse am Erfolg des OS naheliegt.

Eine weitere Reorganisation des Konzerns betrifft die Wiedereingliederung der Tochter für den Direktvertrieb Sun Express Inc. in die Muttergesellschaft. Damit soll offensichtlich der Verwirrung Einhalt geboten werden, die aufgrund der unterschiedlichen Vertriebskanäle bei Sun-Kunden entstanden ist.

Das Unternehmen müsse nach außen wieder mit "einem Gesicht" auftreten, begründet Sun-Chef Scott McNealy die Entscheidung, wobei Firmensprecher Mike Sweeney ergänzt, daß eine Integration anderer Divisions vorläufig nicht geplant sei.

Im Gegenteil: Kurz vor der offiziellen Ankündigung steht eine neue, etwa 25 Mann starke Geschäftseinheit, die sich unter der Bezeichnung "Sun Script" um die Entwicklung und Vermarktung der Produkte rund um die Scripting-Sprache "TCL" bemühen soll.

Es gebe keine Konkurrenzsituation zwischen der TCL-Gruppe und der Javasoft Inc., heißt es bei Sun. Während sich Java dazu eigne, Komponenten und Applikationen zu erstellen, könne man mit TCL die Komponenten verschmelzen und mit einem höheren Funktions-Level versehen.