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21.11.2006 - 

Kolumne

Sun sichert Java das Überleben

Wenn man sich einmal dazu durchgerungen hat, können die Dinge ganz einfach sein. Jahrelang forderten mehr (IBM) oder weniger prominente IT-Anbieter Sun immer wieder dazu auf, Java unter eine Open-Source-Lizenz zu stellen. Sun weigerte sich aus verständlichen Gründen: Zunächst sah es schließlich so aus, als wenn das Unternehmen mit Java nicht nur einen Publicity-Coup außerordentlicher Größe gelandet hätte, sondern endlich auch im Software-Business Fuß fassen könnte. Jedenfalls sprach die ganze IT-Welt lange Zeit intensiv darüber, ob der Java-Anspruch"Write once use anywhere" überhaupt einzulösen sei, und Microsoft wetterte natürlich dagegen und setzte sowohl als Weiterentwicklung von C++ die Sprache C# (sprich: C-Sharp) als auch die Entwicklungsplattform .NET dagegen. Und obwohl Sun praktisch nie Geld damit verdient hat, wurde Java außerhalb der Microsoft-Welt zur dominierenden Plattform.

Von einem solchen Coup trennt man sich natürlich nur ungern ganz. Aber da die Sache mit dem Geldverdienen nie geklappt hatte und man doch Teile der Entwicklungslast auf mehrere Schultern legen wollte, erfanden die Sun-Verantwortlichen mit der Common Development and Distribution Licence eine "Open-Source-Lizenz", die ihnen bei der Weiterentwicklung von Java weiterhin die Oberhand garantierte. Weil das offenbar auch wenig nutzte, ging Sun im zweiten Anlauf den ganzen Weg und stellt die Java-Implementierung unter die General Public Licence 2. Damit sind nicht nur Java Enterprise Edition, Standard Edition und die Micro Edition Open Source, sondern die Lizenz schreibt vor, dass auch alle Produkte, die von einer unter GPL stehenden Software abgeleitet sind, ihrerseits unter GPL gestellt werden müssen. Ganz losgelassen hat Sun sein Baby aber noch immer nicht. Über den Java Community Process nimmt das Unternehmen weiter Einfluss auf die Java -Spezifikationen. Logo und Markennamen darf zudem nur führen, wessen Produkte den Java-Compatibility-Test bestehen.

Obwohl Sun sich natürlich mit der Open-Source-Stellung von Java von einer großen Last befreit, ist es berechtigt, wenn das Unternehmen sich selbst dafür lobt und die Aktion einen "der größten Beiträge für die Open-Source-Community" nennt. Gut gemacht! Hoffen wir, dass Sun damit Java auch langfristig das Überleben sichert.

Diese Kolumne finden Sie auch im Blog der computerwoche unter blog.computerwoche.de. Dort können Sie Ihre Meinung abgeben und sofort veröffentlichen. Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.