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27.01.2005

Sun startet Open-Source-Solaris

Erster Teil von Open Solaris und fast 1700 Patente freigegeben.

Sun Microsystems hat einen neuen Programmteil der Version 10 von Solaris als Open Source herausgegeben. "Dynamic Tracing" (DTrace) ist ein Tool zur Performance-Analyse und zum Debugging. Es vollzieht nach, welche Prozesse durch Befehle von Betriebssystem oder Anwendungen ausgelöst werden. So lassen sich Programmierfehler entdecken.

DTrace steht unter Suns Open-Source-Lizenzform "Community Development and Distribution License" (CDDL, ausgesprochen wie das englische Verb "cuddle" = knuddeln, schmusen), die sich an die Mozilla-Lizenz anlehnt. Nach ihr müssen Weiterentwicklungen ebenfalls als Open Source veröffentlicht werden. Allerdings ist eine Mischung von CDDL-lizenzierten Programmen mit anderen unter der General Public License (GPL) oder Ähnlichem nicht möglich.

In kurzen Abständen will Sun weitere Teile des Betriebssystems ebenfalls unter der CDDL freigeben. Im zweiten Quartal dieses Jahres wird schließlich Open Solaris für x86-basierende Systeme komplett veröffentlicht sein. Die Plattform für das Open-Source-Solaris ist www.opensolaris.org.

90000 Codezeilen Open Source

DTrace ist mit 90000 Codezeilen das größte Programm, das Sun bisher Open Source gestellt hat. Solaris hat insgesamt rund zehn Millionen Programmierzeilen. Allerdings werden einige Teile von Solaris, beispielsweise Treiber, nur im Binärformat erscheinen. Denn Sun hat nicht das Recht, den Quellcode von Solaris-Komponenten zu veröffentlichen, die geistiges Eigentum anderer Unternehmen sind.

Die Weiterentwicklung des Betriebssystems obliegt im Wesentlichen der Community Open Solaris Pilot Project, die jetzt rund 75 Mitglieder zählt. Sun hat sich dabei bedeutenden Einfluss gesichert. Ein Open Solaris Advisory Board steuert die Zukunft des Betriebssystems. In ihm werden zwei Mitarbeiter von Sun vertreten sein. Hinzu kommen zwei Mitglieder des Open Solaris Pilot Project sowie ein Repräsentant der breiteren Open-Source-Community. Die Wahl der Board-Mitglieder soll im März erfolgen.

Um die Community zur Mitarbeit an Open Solaris zu motivieren, hat Sun angekündigt, die Nutzung von 1673 Patenten für Open-Source-Projekte freizugeben. Um welche Patente es sich handelt, hat das Unternehmen noch nicht mitgeteilt. Außerdem sollen einige hundert weitere Patente folgen, die beantragt, aber noch nicht erteilt sind. Sun erwägt darüber hinaus derzeit auch das "Java Enterprise System" (JES) als Open Source freizugeben. (ls)