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06.06.2006

Sun streicht bis zu 5000 Stellen

CEO Jonathan Schwartz kündigt Restrukturierung an.

Einen Monat nach seinem Amtsantritt reagiert der neue Sun-Chef auf die anhaltende Kritik von Investoren. Ein breit angelegtes Sparprogramm soll das Unternehmen dauerhaft aus den roten Zahlen führen. In den kommenden sechs Monaten will Schwartz zwischen 4000 und 5000 Arbeitsplätze abbauen. Das entspricht einer Verkleinerung der Belegschaft um elf bis 13 Prozent. Finanzielle Entlastung sollen auch der Verkauf von Immobilien und Änderungen im Produktportfolio bringen. Unterm Strich hofft das Management auf jährliche Einsparungen zwischen 480 und 590 Millionen Dollar. Inwieweit die deutsche Tochtergesellschaft mit ihren rund 1800 Mitarbeitern davon betroffen ist, konnte der US-amerikanische Konzern noch nicht beantworten. Nach dem Platzen der Internet-Blase verlor Sun jedes Jahr Geld oder fuhr nur minimale Gewinne ein, der Jahresumsatz schmolz seit 2001 von 18,7 Milliarden Dollar auf elf Milliarden Dollar. Vor diesem Hintergrund forderten Finanzanalysten bereits von Schwartz’ Vorgänger Scott McNealy einen drastischen Personalabbau. Um langfristig profitabel zu arbeiten, müsse sich das Unternehmen von mindestens 10 000 Mitarbeitern trennen, lautete eine Empfehlung. Fortsetzung auf Seite 4

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www.computerwoche.de

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576282: Sun legt Server-Sparten zusammen;

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Sun-Mitgründer McNealy wehrte sich stets gegen solche Maßnahmen; auch Schwartz äußerte sich anfänglich zurückhaltend: "Ich kenne kein Unternehmen, das durch Sparmaßnahmen gewachsen ist", erklärte der frisch gekürte CEO noch Mitte Mai auf Suns Entwicklerkonferenz JavaOne in San Francisco. Zu diesem Zeitpunkt feilte der erst kürzlich zurückgekehrte Finanzchef Michael Lehman längst am Masterplan für die Restrukturierung.

Geld für neue Techniken

Dieser sieht unter anderem mehr Investitionen in zukunftsträchtige Techniken vor, zugleich wollen sich die Kalifornier von Produkten und Entwicklungsprojekten trennen, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Langfristig sollen die Maßnahmen Sun einen jährlichen Umsatzzuwachs um zehn Prozent bescheren. Zu den Hoffnungsträgern im Portfolio zählt Schwartz unter anderem die Sparc-basierenden Hochleistungs-Server vom Typ "Niagara".

Konsequenzen für Kunden offen

Weitgehend offen ist bislang, mit welchen Konsequenzen die Kunden von Sun Microsystems rechnen müssen. In einer Telefonkonferenz sprach Schwartz davon, das Produktportfolio zu vereinfachen, ohne dabei ins Detail zu gehen. Sun werde sich auf das Schlüsselthema Network Computing und damit verbundene Techniken konzentrieren. Für Kunden ändere sich kaum etwas. "Es gab nur sehr wenige Informationen, die uns eine gründliche Analyse der Auswirkungen auf Suns Produkte erlauben würden", kritisierte Gartner-Analyst Paul McGuckin. Sun-Kunden, die auf bestimmte Produkte angewiesen sind, sollten sich deren Weiterentwicklung schriftlich garantieren lassen.

Als Beispiel nannte er den von Schwartz angekündigten Server "Thumper", der zugleich als Speichersubsystem positioniert werden soll. Dies könne bedeuten, dass Sun die Weiterentwicklung älterer Raid-Speichersysteme zurückfährt. (wh)