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04.05.2001 - 

Sparmaßnahmen sollen Bilanzen entlasten

Sun und Hewlett-Packard verordnen Zwangsurlaub

MÜNCHEN (CW) - Die zuletzt arg gebeutelten IT-Größen Sun Microsystems und Hewlett-Packard (HP) steuern einen rigorosen Sparkurs. Um die laufenden Kosten zu reduzieren, werden beide Firmen ihren Mitarbeitern im Sommer des laufenden Jahres eine Woche Zwangsurlaub verordnen.

Sun wird in der ersten Juliwoche seine Tore schließen und nur einen Notbetrieb aufrechterhalten. Die Angestellten könnten für diese Zeit Urlaub beantragen und damit weiter ihr reguläres Gehalt beziehen, erklärte eine Unternehmenssprecherin. Wer dies allerdings nicht tue, müsse unbezahlten Urlaub nehmen.

Von dieser Maßnahme sind zirka 38000 Sun-Mitarbeiter in den USA betroffen. Ferner sei geplant, die Aktion auch auf andere Länder auszudehnen, erklärte die Sprecherin. Details ständen allerdings noch nicht fest. Für die deutschen Angestellten sei kein Zwangsurlaub geplant, versicherte dagegen Harald Gessner, Pressesprecher der deutschen Sun-Filiale. Neben der Ferienverordnung hat die McNealy-Company bereits andere Sparmaßnahmen beschlossen. So wurden beispielsweise die Reisebudgets radikal beschnitten. Außerdem werde die Belegschaft im kommenden Jahr über den momentanen Stand von insgesamt 43000 Mitarbeitern hinaus nicht wachsen, erklärte Finanzchef Michael Lehmann.

Analysten wie William Shope von ABN Amro loben zwar die Bemühungen der Kalifornier, Entlassungen zu vermeiden. Andererseits sei jedoch unklar, inwieweit mit dem Zwangsurlaub gespart werden könne. Auch die Verantwortlichen bei Sun selbst vermögen im Augenblick noch keine Kalkulationen über das Sparpotenzial zu präsentieren.

Sollten die Sparmaßnahmen des kalifornischen Server-Spezialisten fehlschlagen, sei nach Ansicht von Marktforschern davon auszugehen, dass auch Sun Mitarbeiter entlassen müsse, um die laufenden Kosten zu verringern. Damit wäre das Unternehmen nicht allein. Bei anderen prominenten IT-Größen wie Cisco, Compaq oder HP stehen Entlassungsaktionen momentan auf der Tagesordnung.

HP will Rücklagen abbauenHP hat im Zuge der Gewinnwarnung für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres bekannt gegeben, 3000 seiner 14000 Manager-Positionen zu streichen. Erst im Januar 2001 hatte die Personalabteilung verkündet, im Marketing-Bereich 1700 Stellen wegfallen zu lassen. Außerdem hat die im kalifornischen Palo Alto ansässige Firma ihre Angestellten aufgefordert, zwischen dem 1. Mai und 31. Oktober dieses Jahres sechs Tage Urlaub zu nehmen.

Das Einsparpotenzial dieses Modells liege darin, dass Urlaubsrücklagen, die Mitarbeiter mit dem flexiblen Arbeitszeitmodell HPs gebildet haben, teilweise abgebaut würden, erklärt Firmensprecherin Jeannette Weißschuh. Die Tage seien Teil des bezahlten Urlaubs. Ferner sei nicht geplant, das Unternehmen an bestimmten Tagen komplett zu schließen. Vielmehr werde man zusammen mit dem Betriebsrat verhandeln, um beispielsweise Fenstertage auszuwählen und diese dann als mögliche Urlaubstage vorzuschlagen. Urlaubszwang werde HP jedoch nicht ausüben.

Alle 88000 Mitarbeiter weltweit sollen in den Sparplan einbezogen werden. In Deutschland sind 6000 HP-Angestellte davon betroffen. Allerdings werde es von Land zu Land unterschiedliche Regelungen geben. Konkrete Pläne, wie die deutsche Urlaubsverordnung aussehen wird, existieren bisher nicht. Im Augenblick verhandle man darüber mit den Arbeitnehmervertretern. Bereits in der vergangenen Jahrzehnten haben die HP-Verantwortlichen mit Urlaubsaufforderungen versucht, finanzielle Rückschläge abzufedern. Diese Taktik geht bis auf die Firmengründer Bill Hewlett und Dave Packard zurück.